Amnesty Schwerte kämpft für Menschenrechte

Seit mehr als 40 Jahren

Zwangsverheiratung, Verfolgung, Folter und Unterdrückung sind eher ein Problem weit entfernter Schwellen und Entwicklungsländern und kommen in Schwerte eher weniger vor. Kein Grund aber für die Amnesty International Ortsgruppe Schwerte, sich dort nicht einzumischen. Mehr als 40 Jahre gibt es die Gruppe schon.

SCHWERTE

, 01.04.2016, 05:33 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werner Stawitzke, Anne Berner, Monika Schwabe, Hans Linnenberg und Marianne Versin-Wenzler (v.l.) setzen sich für Menschenrechte in der Welt ein.

Werner Stawitzke, Anne Berner, Monika Schwabe, Hans Linnenberg und Marianne Versin-Wenzler (v.l.) setzen sich für Menschenrechte in der Welt ein.

"Es war eine politisch sehr aufgewühlte Zeit", erinnert sich Hans Linnenberg. Die Morde der Rote Armee Fraktion (RAF) waren in den Medien, Aufrüstung und Veränderung des Demonstrationsrechts in der politischen Debatte. Mitten in dieser Zeit, im Jahr 1974, gründete Hans Linnenberg die Amnesty-International-Ortsgruppe (AI) in Schwerte – eine Organisation, die schon mehr als 40 Jahre Bestand hat.

Mit Briefen und Petitionen gegen Ungerechtigkeit

"Parteien kamen damals für mich nicht in Frage. Die verfolgen eigene Interessen", sagt Linnenberg. In der Hagener Amnesty-Gruppe konnte der Lehrer für Gehörlose hospitieren. Die Idee brachte er dann nach Schwerte. Beim ersten Stand bekam Schwerte auch ein wenig Hilfe von den Hagener Kollegen.

Zu Beginn ihrer Zeit setzte sich die Gruppe vor allem für sogenannte Gewissensgefangene ein. Der von Peter Benenson ("Prisoner of Con-Science") eingeführte Begriff bezeichnet unrechtmäßig inhaftierte Gefangene. Amnesty sollte mit Briefen und Petitionen das "schlechte Gewissen des Landes" sein.

Jugendliche in den Schulen begeistern

In den 80er-Jahren wurde die Organisation, so Linnenberg, bei Jugendlichen beliebter. Nach einer Weile ebbte das Interesse bei den jungen Mitgliedern aber wieder ab. "Manche sind weggezogen oder haben ein Studium angefangen. Wie das eben so ist", sagt Gruppensprecherin Anne Berner. Heute gebe es immer dann jugendliche Resonanz, wenn die AI-Gruppe in den Schulen war. Zum Beispiel demonstrierten sie in einer Ausstellung mit Hämmern, Nägeln und Spritzen Foltermethoden und zeigten in einer Unterrichtsreihe Fluchtursachen und ihre Folgen auf. "Die Schüler fragen uns nach Möglichkeiten, wie sie sich engagieren können", sagt Anne Berner.

Flüchtlinge wichtigstes Thema für Amnesty

Jeden dritten Montag im Monat treffen sich die Mitglieder im Gemeindehaus der St.-Christophorus-Kirche in Holzen und planen ihre Aktionen. Beispielsweise das monatliche Kochen mit Flüchtlingen in einem Begegnungscafé , das die Mitglieder mit privaten Spenden finanziert und mit ihrer persönlichen Hilfe möglich gemacht haben. "Flüchtlinge sind ein ureigenstes Amnesty-Thema", sagt Anne Berner.

Das nächste Projekt ist die Organisation einer Lesung des Jugendbuchautors Daniel Höra am Mittwoch, 27. April, in der Stadtbücherei Schwerte, Hagener Straße 7. Der Autor zeigt in seinem Buch Parallelen der Flüchtlingsthematik zum Ende des Zweiten Weltkriegs und der gegenwärtigen Flüchtlingsproblematik auf.

"Es ist besser, als nur zu Hause zu sitzen und sich über die Nachrichten zu ärgern", sagt Mitglied Marianne Versin-Wenzler.

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