An dieser Schwerter Ampel warten Fußgänger ewig

Politik will Schaltung ändern

Geduldsprobe für Fußgänger: Will man in Schwerte den Holzener Weg oder die Fleitmannstraße überqueren, dann braucht man viel Zeit. Die Ampelschaltung reagiert sehr träge und viele Fußgänger gehen nach langem Warten bei Rot. Jetzt hat sich auch die Politik in das Thema eingeschaltet und stellt auch die Frage nach dem Unfallrisiko.

HOLZEN

, 22.08.2017, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die SPD bemängelt die Ampelphasen an der Kreuzung Bohlgarten/Holzener Weg/Fleitmannstraße.

Die SPD bemängelt die Ampelphasen an der Kreuzung Bohlgarten/Holzener Weg/Fleitmannstraße.

Die Überquerung des Holzener Wegs oder der Fleitmannstraße an der Kreuzung vor dem Schulzentrum Nordwest kann für Fußgänger zur Geduldsprobe werden. „Immer wieder geben Fußgänger entnervt auf und gehen bei Rot über die Straße“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder. Deshalb forderte sie die Stadtverwaltung am Dienstag per Brief auf, die Schaltung zu überprüfen.

Deren Sprecher, Carsten Morgenthal, erklärte auf Anfrage, dass die fragliche Ampelanlage dem Landesbetrieb Straßen-NRW gehöre. Die Schaltung habe man im Einvernehmen mit den Fachleuten dort eingerichtet, und sie sei auch nur in Absprache mit dem Landesbetrieb zu ändern.

Wo liegt der Grund für die Wartezeiten?

Bei der SPD Schwerte glaubt man derweil, die Ursache für die langen Wartezeiten für Fußgänger und Radfahrer herausgefunden zu haben. Die Ampel würde nur dann die Fußgängerüberwege auf grünes Licht umschalten, wenn man zuvor den Taster der Ampel betätigt habe. Die Reaktion der Anlage auf den Taster sei aber stark verzögert. So komme es oft dazu, dass die Fußgängerampel weiterhin Rot anzeigt, obwohl die Autos gerade ebenfalls vor dem Rotlicht anhalten müssten.

Das Problem werde zusätzlich dadurch verschärft, dass die jeweils parallelen Fußgängerampeln auf beiden Seiten getrennt geschaltet würden. Sodass es immer wieder vorkomme, dass auf der einen Straßenseite die Fußgänger gehen könnten, auf der anderen Straßenseite nicht. „So eine Ampelschaltung widerspricht dem Mobilitätskonzept, nach welchem Fußgängern und Radfahrern die Querung von Straßen so leicht wie möglich gemacht werden soll“, so Angelika Schröder.

Die Kreuzung ist ein Unfallschwerpunkt

Außerdem fragt die SPD in ihrem Schreiben an die Stadt an, ob es einen Zusammenhang zwischen der Ampelschaltung und der Tatsache, dass die Kreuzung als Unfallschwerpunkt gilt, gibt. Beim Landesbetrieb Straßen-NRW erklärte man am Dienstag, man werde den Vorgang prüfen. Grundsätzlich könnten Ampelschaltungen im Einvernehmen mit der jeweiligen Stadt geändert werden.

Ein Test der Redaktion ergab übrigens vor Ort, dass die Ampelphasen sehr unterschiedlich sind. Zwischen zwei und vier Minuten dauerte es, bis die Ampel (an gleicher Stelle) auf die Anforderung durch den Taster reagierte und das grüne Licht anschaltete.

Jetzt lesen

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt