Anruf aus Japan: Erleichterung hielt nur wenige Minuten

Schwerter Ballettlehrerin

In der Nacht hatte sie kein Auge zugetan. Als Mitsuru Yatogi-Januszewski am Samstag endlich der lang ersehnte Anruf von ihrer Familie in Tokio erreichte, gab es zumindest eine gute Nachricht: "Alle sind wohlauf", sagt die Ballettlehrerin.

SCHWERTE

von Von Anne Petersohn

, 14.03.2011, 16:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mitsuru Yatogi-Januszewski macht sich Sorgen um ihre Japanischen Freunde und Familienangehörigen.

Mitsuru Yatogi-Januszewski macht sich Sorgen um ihre Japanischen Freunde und Familienangehörigen.

Sieben Stunden, so hieß es, habe ein Bekannter für eine Fünf-Kilometer-Strecke innerhalb der Stadt gebraucht. „Meine Nichte hat sogar in der Firma übernachtet, weil sie nicht nach Hause kam.“ Eine befreundete Familie habe die letzten Nächte im Auto verbracht. „Es bestand Gefahr, dass ihr Haus einstürzt“, so Yatogi-Januszewski. Über die aktuelle Lage in ihrem Heimatland habe sie sich zuletzt nur noch per Internet auf dem Laufen halten können: „Seit der Strom rationiert wurde, komme ich per Telefon nicht durch.“ Pläne, das Land zu verlassen, habe ihre Familie aber nicht geäußert. „Sie wollen bleiben.“ Unterdessen haben die Folgen des Erdbebens auch in Schwerte zu Protesten gegen Atomkraft und das Energiekonzept der Bundesregierung geführt. In einem Brief an Bundes-Umweltminister Norbert Röttgen fordert der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft, Klaus Breyer, eine grundlegende Veränderung im Umgang mit der Kernenergie. 

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