Schwangere tragen laut Statistiken ein zwischen 24- und 26-fach erhöhtes Risiko, an einer Corona-Infektion zu sterben. © picture alliance / dpa
Corona-Infektion

Auch Fälle im Kreis Unna: Schwangere Mutter von Zwillingen starb an Corona

Eine Schwangere (25) stirbt an Corona. Der Fall aus Dortmund erschüttert. Doch auch im Kreis Unna starben zwei schwangere Frauen an der Infektion. Eine von ihnen war Mutter von Zwillingen.

Die Nachricht schockierte: Eine schwangere 25 Jahre alte Frau aus Dortmund starb in der vergangenen Woche an ihrer Corona-Infektion. Das Kind wurde per Kaiserschnitt geholt und überlebte.

Das ist kein Einzelfall, wie auch der leitende Impfarzt aus dem Impfzentrum des Kreises Unna weiß. Auch im Kreis gab es bereits Schwangere, die an Corona gestorben sind.

Fall aus dem Kreis erinnert an den Fall in Dortmund

„Ich weiß von zwei Fällen, einen kenne ich aber nur vom Hörensagen“, sagt Stephan Spanke. Über den anderen wisse er einiges. Bereits im Oktober vergangenen Jahres sei eine schwangere Frau im Kreis Unna an Corona gestorben. Der Fall erinnert an den aus der Dortmunder Frauenklinik.

Die Patientin, bereits Mutter von Zwillingen, war erneut schwanger, als sie sich mit Corona infizierte. Die Krankheit nahm einen schweren Verlauf. In der 30. Schwangerschaftswoche entschied man sich, das Kind per Kaiserschnitt zu holen. Das Baby überlebte, die Mutter starb nach elf Tagen an ihrer Corona-Infektion. An einer Vorerkrankung soll sie nicht gelitten haben.

„Ab der ersten Schwangerschaftswoche impfen“

„Ich appelliere deshalb an alle Schwangeren, sich impfen zu lassen“, so Spanke. Am besten bereits ab der ersten Schwangerschaftswoche. Doch so einfach ist das nicht: Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) hält sich mit einer Impfempfehlung zurück.

Im Impfzentrum des Kreises habe man sich deshalb geeinigt, ab der 12. Schwangerschaftswoche zu impfen so Spanke. Schwangere, die früher geimpft werden wollen, müssen sich an ihren Arzt wenden.

Während die Stiko noch auf weitere Zahlen wartet, geben Statistiken aus den USA Anlass zu großer Sorge. Vor allem in den Südstaaten, in denen eine äußerst geringe Impfbereitschaft herrsche, sehe man, wie groß das Risiko für infizierte Schwangere sei. „Die sind zumindest unter den Jüngeren die vulnerabelste Gruppe“, so Spanke, noch vor Diabetikern oder anderen chronisch Kranken.

Zwischen 24- und 26-faches Todesrisiko

Laut deutschen Statistiken sterben schwangere Frauen 26-mal häufiger an einer Corona-Infektion als Erkrankte gleichen Alters. In den USA geht man von einem 24-fach erhöhten Risiko aus.

Beide Zahlen müssten eigentlich die Stiko zum Handeln zwingen. Doch deren Abwartepolitik ärgert den Impfarzt schon lange. Vom Hin und Her bei der Zulassung von Astrazeneca bis zur Verlängerung der Impfabstände habe die Stiko viel dazu beigetragen, dass die Impfbereitschaft gesunken sei.

Daten aus den USA würden zeigen, dass eine Impfung für Schwangere das Baby nicht gefährde, auch vor der 18. Woche. Bis dahin sind normalerweise die Organe ausgebildet.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Ist mit Überzeugung Lokaljournalist. Denn wirklich wichtige Geschichten beginnen mit den Menschen vor Ort und enden auch dort. Seit 2007 leitet er die Redaktion in Schwerte.
Zur Autorenseite
Heiko Mühlbauer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.