Auflösung: Eisenbahn baute eine Gartenstadt für ihre Mitarbeiter

Fotorätsel 15

Der Linienbus passt durch. Aber Farbspuren am Mauerwerk haben auch schon verraten, dass andere Fahrzeuge die Höhe des Tores überschätzt haben, durch das es in die Siedlung Schwerte-Ost geht.

Schwerte-Ost

, 17.04.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Durch das Torhaus Am Quickspring geht es in das Innere der früheren Eisenbahner-Siedlung Schwerte-Ost.

Durch das Torhaus Am Quickspring geht es in das Innere der früheren Eisenbahner-Siedlung Schwerte-Ost. © Manuela Schwerte

Durch ein Torhaus ins Innere der Siedlung. Genau genommen, sind es sogar zwei Durchfahrten am oberen und unteren Ende der Straße Am Quickspring: Ein fast abgeschotteter Stadtteil war jahrzehntelang die Eisenbahner-Siedlung Schwerte-Ost. Wer hier lebte, der schuftete direkt nebenan im früheren Eisenbahn-Ausbesserungswerk (EAW).

Es gab eigene Geschäfte, eine Gaststätte mit Kino, eigene Vereine. Zur Innenstadt von Schwerte brauchte man eigentlich nicht zu gehen.

Straßennamen aus dem Eisenbahnumfeld

Der Grundstein zu den ersten Häusern war in den Jahren 1920/22 auf der damals grünen Wiese gelegt worden, weil die Bahnoberen erkannt hatten, dass Arbeitsfreude und -leistung zuvor erheblich unter den weiten Anfahrtswegen der EAW-Beschäftigten gelitten hatten. Deshalb wurde für die Mitarbeiter eine Art Gartenstadt gebaut, wo man zur Selbstversorgung auch Gemüse anbauen und in kleinen Ställen Karnickel züchten konnte.

Die meisten Straßen erhielten Namen von Persönlichkeiten aus dem Eisenbahn-Umfeld wie etwa der Garbepfad, der an den Lokomotivbau-Ingenieur Robert Garbe erinnert.

Mit der großzügig angelegten Kreinbergsiedlung hat sich das Mitte 1987 wieder geschlossene Ausbesserungswerk sein schönstes Denkmal gesetzt. Sie steht längst als Gesamtheit unter Denkmalschutz. Die Wohnungen, zu denen jeweils eigene Gärten gehören, sind begehrt.

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