Aus für den Spielplatz am Lindenweg ist beschlossen

Erst Bezirksspielplatz, jetzt Streichliste

Die Stadt Schwerte will die Zahl der Spielplätze in der Stadt reduzieren, um Kosten zu sparen. Im Gegenzug sollen einige Spielplätze zu Bezirksspielplätzen aufgewertet werden. Dazu sollte auch der Spielplatz am Lindenweg gehören. Jetzt aber wird der Spielplatz abgebaut, das hat der Jugendhilfeausschuss beschlossen.

SCHWERTE

, 11.09.2014, 12:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Spielplatz Lindenweg wird geschlossen.

Der Spielplatz Lindenweg wird geschlossen.

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Noch im Februar hatte der Jugendhilfeausschuss beschlossen, den Platz zum Bezirksspielplatz auszubauen. Dass er nur sieben Monate später auf einmal auf der Streichliste auftaucht, stieß so manchem Ausschussmitglied sauer auf. Zumal die Argumente, die von der Verwaltung für ihren Vorschlag zur Schließung angeführt wurden, nicht neu sind. „Dass der Platz in einer Senke liegt und manchmal feucht wird, stand doch auch schon im Februar fest“, so Ausschussmitglied Margarethe Brand. „Da ging es wohl eher um den hohen Sanierungsaufwand“, vermutete Ulrich Groth von der Diakonie. Genau den konnte Jugendamtsleiter Andreas Pap aber nicht beziffern. Auf jeden Fall wäre ein Großteil der 50.000 Euro, die für den Spielplatzausbau zur Verfügung stehen, alleine für einen barrierefreien Zugang und die Drainage draufgegangen, schätzte er. Warum denn die Bezirksspielplätze als Mehrgenerationenspielplatz unbedingt auch seniorentauglich sein müssten, fragte sich Ulrike Roguschak von der AWO. Sie sei Großmutter und würde nie auf Spielplätzen selber spielen. Und Ulrich Groth, der nach eigenem Bekunden fünffacher Großvater ist, empfindet das Abschieben von Senioren auf Spielplätze eher als eine Diskriminierung denn als eine Errungenschaft der Integration.

Letztlich siegte aber dennoch das Spardiktat. Denn die Schließung von Spielflächen war einst als Sparkonzept von der Unternehmensberatung Rödl und Partner der Stadt aufgegeben worden. Die Unternehmensberater hatten damals einen Mittelwert von 1,3 Quadratmeter Spielfläche pro Einwohner als ausreichend angesehen. Alles was darüber liege, könne man einsparen. Und da die Betreuung, Sanierung und Pflege von Spielplätzen erheblich teurer ist als die von normalen Grünflächen, gilt dies als Beitrag zum Haushaltssanierungskonzept. Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, die Grünfläche und den Bolzplatz zu erhalten. Dies hatte auch Anwohnerin Sandra Rudeck als Alternative angeregt. Dementsprechend war sie nach der Sitzung nicht glücklich, aber immerhin auch nicht unzufrieden.

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Hier liegt der Spielplatz am Lindenweg:

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