Ausbau der B 236 in Schwerte: 12 Millionen Euro Kosten und trotzdem weiter Stau?

mlzInfo von Straßen.NRW

Eine Bürgerinformation zum Ausbau der B 236 hatte Straßen.NRW versprochen. So richtig informiert fühlte sich danach niemand. Aber ein paar neue Fakten zum Ausbau in der City gab es doch.

Schwerte

, 24.05.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der Tür eine Fahne mit der Aufschrift Straßen.NRW, eine Handvoll Stellwände mit Plänen, ein paar Aktenordner und einige Mitarbeiter, die nur mit Mühe an ihren Namensschildern erkennbar waren. Eine Bürgerinformation, das hatten sich die meisten Anwesenden ganz anders vorgestellt. Dementsprechend schlecht war die Stimmung bei der Bürgerinformation zum Ausbau der B 236 in der Schwerter Innenstadt.

Ausbau der B 236 in Schwerte: 12 Millionen Euro Kosten und trotzdem weiter Stau?

Eine Informationsveranstaltung hatten sich die meisten Bürger anders vorgestellt. © Heiko Mühlbauer

Doch es war nicht nur die Organisation, die der Landesbetrieb gewählt hatte, auch was er präsentierte, fanden viele Bürger nicht sonderlich überzeugend. Vorgestellt wurde der Ausbau von der Autobahn bis zum Ostentor in drei Detailplänen. Ab der Bergischen Straße soll es künftig zweispurig bergauf in Richtung Aplerbeck gehen. Die kleine Eisenbahnbrücke wird erweitert und auf Höhe Stadtbad und an der Kreuzung zur Wittekindstraße gibt es sogar in beide Richtungen zwei Spuren. Allerdings wird es an der Freiherr-vom-Stein-Straße wieder eng. Kreuzungen durch einen Kreisverkehr zu ersetzen, wie man es einst diskutiert hatte, plant man nicht. Da bleibt alles, wie es ist.

Jetzt lesen

Nur wenige Stellschrauben für den Ausbau

Kein Wunder wenn die Abteilungsleiterin der Planung bei Straßen.NRW, Anja Ruthe, immer wieder erklären musste, warum es nach Meinung der Planer durch den Ausbau besser würde. „Wir haben nur wenige Stellschrauben, können keinen Platz schaffen und wollen keine Häuser abreißen“, erklärte sie. Dennoch müsse man etwas machen, wenn man den oberen Teil bis zur Autobahn ausbaue, könne man die Stadtdurchfahrt nicht als Nadelöhr übrig lassen.

Anders als beim oberen Teil stehe die Strecke aber nicht im Bedarfsplan, sodass hier der Landesbetrieb allein plane. Was der Landesbetrieb da geplant hat, das stieß allerdings vor allem bei Anwohnern auf wenig Zustimmung.

Kein Konzept für den Lkw-Verkehr

„Wo ist die Reaktion auf den zunehmenden Lkw-Verkehr, wir werden hier zunehmend zur Transitstrecke“, ärgerte sich Marco De Matteis, der in der Nähe der Trasse wohnt. Die Anwohner sind der Überzeugung, dass die gefährlichen Verkehrssituationen durch den Ausbau nur verschärft werden. Radfahrer und Fußgänger müssen sich enge Bürgersteige teilen, bislang ausgewiesene Radstreifen verschwinden. Das sei alles doch nur für den Lkw-Verkehr ausgelegt.

Stolze 12 Millionen Euro will das Land für den Ausbau aufwenden. „Ein großer Teil davon für die Erweiterung der Brücke“, erläutert Anja Ruthe.

Einsprüche noch bis zum 19. Juni möglich

Das Planfeststellungsverfahren liegt in den letzten Zügen. Noch bis zum 5. Juni kann man sich die Pläne im Rathaus oder im Internet ansehen. Bis zum 19. Juni können die Bürger noch Einwendungen erheben. Über die befindet dann allerdings kein Rat oder Landtag, sondern die Bezirksregierung als zuständige Behörde. Aufgrund der Planfeststellung wird dann die sogenannte Ausführungsplanung, also die Baupläne, erarbeitet. Bis die Trasse ausgebaut ist, gehen vermutlich noch zehn Jahre ins Land.

Ach ja, es bleibt die Frage, warum man die Veranstaltung ohne einen Vortrag und eine gemeinsame Diskussion organisiert hat. „Wir haben verschiedene Veranstaltungsformate und uns für dieses entschieden, weil es kurzfristig gut umsetzbar war“, so Planungsleiterin Ruthe.

Eine Bürgerinformation sieht anders aus

Das stieß nicht nur bei den Bürgern, sondern auch bei der Stadtspitze auf wenig Verständnis. „Ohne unsere Intervention hätte Straßen.NRW wohl keine Bürgerinformation durchgeführt“, erklärte Bürgermeister Dimitrios Axourgos, um auf Nachfrage anzumerken: „Wir hätten so eine Veranstaltung anders durchgeführt.“ Oder um es mit den Worten von Anwohner Rolf Dören zu sagen: „Eine Bürgerinformation sieht anders aus.“

Lesen Sie jetzt