Ausstellung "Coloriert" in den Zwischenraum Ateliers

SCHWERTE Die Bilder sind Fänger. Von Blicken, Gedanken und Aufmerksamkeit. Das ist kein zufälliger ästhetischer Effekt. Das hat Heinz Wohner sich und seiner Kunst hart erarbeitet. Ab dem 7. März zeigt er seine Arbeiten in den Zwischenraum Ateliers.

von Von Tilman Abegg

, 04.03.2009, 20:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ausstellung "Coloriert" in den Zwischenraum Ateliers

"Solange ich fotografiere, bleibt es ein Abbild der Realität. Erst das Malen macht es zu meinem Werk", sagt Heinz Wohner.

Zuhause, mit dem Papierabzug auf dem Tisch, beginnt die zweite Reise, die eigentliche Magie. Mit der Geduld eines Goldgräbers und konzentriert wie ein meditierender Buddhist beginnt Heinz Wohner, mit feinsten Pinseln dem Motiv die Dimension der Farbe zu verleihen. Strich um Strich, oft wochenlang. Wie ein Archäologe schichtweise den Staub von einer Urne abträgt, um einen ungetrübten Blick auf die Vergangenheit freizulegen, hebt Wohner seine geschenkten Orte in kleinsten Pinselschritten ihrem Ziel entgegen: ihrer Ankunft als kultivierte, mit künstlerischer Energie aufgeladene Szenerien von traumartiger Bannkraft. Heinz Wohner: "Ich mag es, Stimmungen zu schaffen."

Ein Zitat von Donna Leon führte ihn nach Venedig: Die Furchen des mächtigen Mauerwerks laufen aus dem Dunkel auf einen schmalen Durchgang zum Kanal zu. In der Reihe mit Krimi-Bildern entfalten die Farben eine leicht morbide Komponente. Wenn er mit dem Pinsel in der Hand im Bild versinke, sagt Wohner, entdecke er oft Details, die ihm sonst verborgen geblieben wären. Und hofft, „auch den Betrachter dazu zu verleiten, genauer hinzusehen.“ Eröffnet wird die Schau Freitagabend um 19 Uhr.

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