Nach einer Serie von Autoaufbrüchen wurde ein 15-Jähriger geschnappt. Ihm droht jetzt auch noch ein Corona-Bußgeld. © Reinhard Schmitz
Verstoß gegen Ausgangssperre

Autoknacker (15) nach 22 Uhr erwischt: Jetzt droht ihm noch Corona-Bußgeld

Ein vermeintlicher Autoknacker wurde am Montag in Schwerte erwischt. Doppelt blöd: Die Polizei schnappte ihn nach 22 Uhr. Der 15-Jährige ist jetzt wohl einer der ersten, die in Schwerte das hohe Bußgeld zahlen müssen.

Zunächst musste die Polizei den 15-Jährigen wieder laufen lassen, nachdem ein Ermittlungsverfahren wegen der jüngsten Autoaufbruch-Serie in Schwerte eingeleitet worden war. Bei einem Verdächtigen in diesem jugendlichen Alter müssten schon besondere Haftgründe vorliegen, damit die Staatsanwaltschaft auf Untersuchungshaft entscheidet.

Aber eine andere Quittung wird der junge Mann rasch bekommen: eine Geldbuße wegen Verstoßes gegen die Corona-Ausgangssperre. Und die kostet stolze 250 Euro.

Der entscheidende Autoaufbruch wurde gegen 23.30 Uhr beobachtet

Der 15-Jährige war am Montagabend (26.4.) festgenommen worden, nachdem eine Zeugin gegen 23.30 Uhr insgesamt vier Jugendliche beim Aufbruch eines Pkw im Von-Borries-Weg in Schwerte-Ost beobachtet hatte. Blöd nur: Die Jugendlichen wurden nicht nur beobachtet, sondern das auch noch während der Zeit der Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr.

„Er hat obendrauf ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren bekommen wegen Verstoßes gegen die Ausgangssperre und die Corona-Schutzmaßnahmen“, bestätigt Polizei-Pressesprecher Christian Stein (Unna). Es dürfte eines der ersten in Schwerte sein, da die für das Bußgeld zuständige Stadtverwaltung es in der vergangenen Woche noch bei mündlichen Verwarnungen belassen hatte.

So möchte keiner sein Auto vorfinden: Mit Glassplittern übersät war das Polster des Beifahrersitzes des Kleinwagens Im Reiche des Wassers.
So möchte keiner sein Auto vorfinden: Mit Glassplittern übersät war das Polster des Beifahrersitzes des Kleinwagens Im Reiche des Wassers. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Darüber hinaus läuft gegen den 15-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen Diebstahls, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung von Polizisten, wie Christian Stein weiter berichtet. Der mutmaßliche Autoknacker hatte erheblichen Widerstand gegen seine Festnahme geleistet und den Beamten während der Fahrt zur Wache Worte an den Kopf geworfen, die sie wohl nicht gerne hören. Ob er ihnen schon vorher bekannt war? Der Polizeisprecher formuliert es vorsichtig: „Er ist noch nicht so extrem in Erscheinung getreten.“

Wahllose Beute von Autopolitur bis zu einer Jacke

Jetzt steht der junge Mann in Verdacht, an mehreren Fahrzeugaufbrüchen beteiligt gewesen zu sein. Insgesamt elf Autos waren in den beiden Nächten auf Sonntag (25.4.) und auf Montag (26.4.) gewaltsam geöffnet worden – an vielen waren Scheiben eingeschlagen.

Bei ihrer Beute waren die Täter nicht wählerisch: mal Autopolitur oder Kleingeld, mal ein Fahrzeugschein oder eine Jacke. „Alles, was gerade im Auto herumlag und nicht niet- und nagelfest war“, so Christian Stein.

Nach drei mutmaßlichen Komplizen wird noch gefahndet

Nach den drei mutmaßlichen Komplizen, die die Zeugin ebenfalls beobachtet hatte, wird noch gefahndet. Gerade wegen der Ausgangssperre – so der Polizeisprecher – müssten sie Anwohnern auf den ansonsten menschenleeren Straßen besonders aufgefallen sein. Und natürlich durch den Lärm beim Einschlagen der Scheiben.

Auch wenn der 15-Jährige erstmal wieder auf freiem Fuß ist, darf er sich nicht zu sicher fühlen. „Je nachdem, was die Ermittlungen ergeben, schließt das nicht aus, dass er vielleicht später noch mal Besuch von uns bekommt mit einem U-Haftbefehl“, erklärt der Polizeisprecher.

Zeugen gesucht
  • Die Polizei sucht weitere Zeugen zu der Serie von Autoaufbrüchen, die sich in den Nächten auf Sonntag (25.4.) und Montag (26.4.) in Schwerte ereignet hat.
  • Betroffen waren Fahrzeuge in Schwerte-Ost an den Straßen Am Ufer, Wittfeldweg, Von-Borries-Weg, Lichtendorfer Straße und Am Hohenstein; in Schwerte-Mitte an den Straßen Im Reiche des Wassers, Schützenstraße und Dieckerhofsweg sowie in Westhofen an der Labuissièrestraße.
  • Wer etwas Verdächtiges bemerkt hat, wird um Hinweise gebeten an die Polizeiwache Schwerte, Tel. (02304) 921-3320.
Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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