B236-Ausbau ist schon jetzt in Verzug: Chaos verzögert sich

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Schon jetzt ist die B236-Baustelle in Schwerte im Verzug. Dabei wird bislang nur die Fußgängerbrücke am Freischütz erneuert. Was noch alles auf Anwohner und Autofahrer zukommt, wurde nun verraten.

Schwerte

, 19.09.2018, 18:49 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die gute Nachricht vorab: Bis zum nächsten Sommer müssen die Schwerter mit dem üblichen Stau leben. Die schlechte Nachricht: Danach folgt ein Jahr mit vermutlich erheblich mehr Staus auf den Durchgangsstraßen. Die Firma Deges, die für den Landesbetrieb Straßen-NRW die B236 ausbaut, stellte jetzt die Umleitungen für die heiße Bauphase im Planungsausschuss der Stadt Schwerte vor.

Derzeit hakt es an der Fußgängerbrücke

Die Bauphase mit den Sperrungen beginnt erst im Juni nächsten Jahres, da man wegen Problemen mit der Statik der Fußgängerbrücke am Freischütz mit der Bauzeit bereits in Verzug ist. „Wir haben in Absprache mit der Stadt einen Vorschlag ausgearbeitet“, erklärt Dr. Udo Pasderski, der die Entwürfe am Dienstagabend im Planungsausschuss des Rates präsentierte. Viele Freunde gewann er damit nicht. Denn der Umbau der Bundesstraße vom Tunnel in Aplerbeck bis zur Autobahnauffahrt bedeutet vor allem, dass die Zufahrten zur A1 jeweils für ein halbes Jahr gesperrt werden.

B236-Ausbau ist schon jetzt in Verzug: Chaos verzögert sich

Phase 1 beginnt im Juni 2019

Im Detail bedeutet dies: In der ersten Bauphase, die am 21. Juni beginnen soll, wird die Auffahrt Richtung Köln gesperrt. Gleichzeitig wird die vom Höchsten auf die B236 einmündende Bergstraße vom Verkehr abgebunden. Die ist aber zum einen ein beliebter Schleichweg, um vom Dortmunder Süden nach Schwerte zu gelangen, zum anderen die Hauptzufahrt zur Katholischen Akademie.

Umleitung führt über den Klusenweg

Während der halbjährigen Bauphase wird die Einbahnstraßenregelung unter der Autobahnunterführung am Klusenweg aufgehoben und durch eine Ampel ersetzt. Der Verkehr wird durch eine Einbahnstraßenregelung auf den jetzt bereits schwer belasteten Talweg geführt. Wer von der Hörder Straße nach Süden fahren will, soll ebenfalls den Talweg nutzen, allerdings wird er dann über die Straßen Op der Kluse und Westhellweg in Richtung Klusenweg geleitet.

Den Vorschlag der Schwerter Politik, die Bergstraße bereits kurz vor der Orchideenzucht zu sperren, um den Verkehr aus Dortmund aus der Umleitung zu drängen, hält der Deges-Fachmann für keine Alternative. „Der Verkehr sucht sich seine Wege.“ Eine Umleitung solle zwar praktikabel, aber auch nicht zu attraktiv sein, damit möglichst viele Autofahrer das sensible Gebiet meiden.

Richtung Köln geht’s nur über die Auffahrt Ergste

Das wird für die Betroffenen der großen Umleitung schwierig. Wer nämlich zur Autobahn Richtung Köln möchte, wird in Richtung A45-Auffahrt Ergste geführt. Über die Hörder Straße und über die Ruhrbrücke zur Ruhrtalstraße. Das hat wiederum zur Folge, dass der Kreisverkehr in Ergste erst nach dem Ausbau der B236 angegangen wird. „Allerdings ist man sich dort auch noch nicht mit allen Grundstückseigentümern einig“, so Jan Menges von der städtischen Bauverwaltung zu berichten.

Am Westhofener Kreuz drehen und zurückfahren

Wer bereits auf der Autobahn Richtung Köln unterwegs ist, muss bis zum Westhofener Kreuz fahren und dort drehen, um in Schwerte auf der anderen Fahrbahnseite abfahren zu können.

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Phase 2 beginnt Anfang 2020

Ein halbes Jahr dauert die Sperrung im ersten Abschnitt, danach rückt die Baustelle zur gegenüberliegenden Auffahrt Richtung Bremen weiter. Die geht mit einer Sperrung der Heidestraße einher.

Heidestraße wird vorübergehend abgebunden

Die Umleitung hierfür erfolgt über den Alten Dortmunder Weg und die neue Kreisstraße Am Eckey.

Auffahrt in Ergste ist der einzige Weg zur A45

Der gesamte Schwerter Verkehr wird auch in diesem Fall zur Auffahrt in Ergste geleitet. Neuralgischer Punkt dort ist auch nach Einschätzung der Experten die Ortsdurchfahrt und die Kreuzung Ruhrtalstraße B236, die mit einer Ampel ausgestattet werden soll.

Umleitung über das Kreuz Unna ist nicht geplant

Den Fernverkehr über das Unnaer-Kreuz zu schicken, empfehlen die Verkehrsexperten nicht. Denn durch die beiden Brückenbaustellen sei die A 1 in diese Richtung ohnehin schon ein Nadelöhr.

Dieses Umleitungskonzept sei nicht in Stein gemeißelt, betont Ines Ciecior vom Schwerter Straßenverkehrsamt. Wenn man sehe, dass etwas nicht funktioniere, könne man reagieren. Außerdem würde die Schließung der A1-Auffahrt vermutlich dafür sorgen, dass weniger Verkehr aus Dortmund über den Höchsten nach Schwerte unterwegs sei.

Rat und Stadt haben kein Mitspracherecht

Die B236 wird im Auftrag des Bundes von der Deges für rund 26 Millionen Euro erneuert. Neben der Erweiterung auf vier autobahnähnliche Fahrspuren sollen auch Lärmschutzwände gebaut werden. Der offizielle erste Spatenstich fand Anfang August statt. Schon damals gab es unterschiedliche Einschätzungen über die Bauzeit. Mittlerweile hat auch die Deges ihre positive Einschätzung korrigiert. Erst Mitte 2021 solle die Straße fertig sein. Die Deges, die mit langem Namen Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH heißt, ist für den Ausbau der Straße, nicht aber für die Planung verantwortlich. Die heimischen Politiker und auch die Verwaltung haben bei Planung und Bau der Straße kein Mitspracherecht. Ein Umstand, der im Planungsausschuss zu reichlich Verdruss führte.

Deges beantwortet regelmäßig Bürgerfragen

Die Deges hat im Rathaus, Rathausstraße 31, eine monatliche Bürgersprechstunde zum B236 Ausbau eingerichtet. Die nächsten Termine sind der 24. Oktober, der 14. November und der 12. Dezember, jeweils von 17 bis 19 Uhr.

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