Baubeginn für die B236 im Januar 2020? Diese Gründe sprechen gegen den Zeitplan der Deges

mlzB236 Ausbau

Ende Januar soll mit dem Bau der B236 begonnen werden. Das sagt die Deges. Allerdings gibt es mindestens sechs Dinge, die gegen einen Baubeginn Anfang nächsten Jahres sprechen könnten.

Schwerte

, 20.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn man Dr. Udo Pasderski, Bereichsleiter der Deges, fragt, wann denn nun mit dem Baubeginn für die B 236 zu rechnen sei, antwortet er: „Ende Januar 2020.“ Doch ob dieses Datum tatsächlich in Stein gemeißelt ist, darf man bezweifeln, vor allem mit Blick auf den formellen Ablauf des Verfahrens: Am 11. September wurde die Ausschreibung für den Ausbau der B 236 vom Tunnel in Berghofen bis zur Autobahn in Schwerte veröffentlicht. Bis zum 15. Oktober können nun Bauunternehmen ihr Angebot bei der Deges einreichen.

Über die Vergabe hat dann aber auch der Bund ein Wörtchen mitzureden. Mindestens zwei Monate betrage die Bearbeitungszeit. Anfang Januar solle der Auftrag erteilt werden, bereits am Ende des Monats könnte die Baufirma dann beginnen.

Das ist allerdings die optimistische Annahme, der zahlreiche Risiken in die Quere kommen können. Einige nennt Pasderski selbst:

Rechtliche Widersprüche

Bieter könnten das Verfahren formell anzweifeln. Vor allem die Tatsache, dass man weder Baulose gebildet hat noch einzelne Gewerke ausschreibt, sondern einen Anbieter für alles will, bietet da einen Ansatz. Rechtlich sei man aber auf der sicheren Seite, schätzt Pasderski. Allerdings würde selbst ein erfolgloser Widerspruch gegen das Verfahren fünf bis sechs Wochen Verzögerung bedeuten.

Keine Angebote

Noch länger könnte es dauern, wenn im Bieterverfahren keine Angebote eingehen. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, weil nur ganz große Unternehmen sich an der Ausschreibung beteiligen können. Viele von denen haben aber langfristige Baustellen. Dann müsste entweder die Bieterfrist verlängert oder die Arbeiten in kleinere Abschnitte aufgeteilt werden.

Zu teure Angebote

Die eingehenden Angebote übersteigen möglicherweise die Summe, die der Bund für den Ausbau bereitstellt. Dann müsste das Finanzministerium entscheiden. Die Entscheidung wird auch davon abhängen, um wie viel die Summe überschritten ist. Bei kleineren Summen ist ein Nachlegen durchaus denkbar, bei größeren Beträgen könnte das den Ausbau deutlich behindern.

Fehlende Kapazitäten der Baufirmen

Auch wenn die Finanzierung steht, ist nicht sicher, ob eine Baufirma, die Anfang Januar einen derart großen Auftrag bekommt, die Kapazitäten hat, bereits Ende Januar mit dem Bau zu beginnen.

Immobilienbesitzer verkaufen nicht

Die Immobilienkäufe, die für den Ausbau nötig sind, habe man noch nicht alle getätigt, räumt Pasderski ein. Das seien aber auch private Geschäfte zwischen der Deges und den Inhabern. Und das Thema würde nicht so behindern, dass man nicht anfangen könne.

Wetterprobleme

Selbst wenn alles klappt, muss aber auch noch das Wetter mitspielen. Und gerade der Januar gehört zu den Monaten, in denen in unseren Breiten Baustellen am häufigsten stillliegen. „Blauäugig“, nannte CDU-Ratsherr Hans-Georg Rehage deshalb auch den Zeitplan der Deges. Zumal bislang beim Ausbau der B 236 nicht viel funktioniert habe.

Bereichsleiter Dr. Udo Pasderski räumte ein: „Das Projekt ist bislang nicht so von Erfolg gekrönt.“ Als die Kommunalpolitiker im Planungsausschuss, denen er am Mittwochabend Bericht erstattete, anmerkten, dass sie sich von der Deges nicht ernst genommen fühlten, erklärte er aber: „Wir nehmen ernst, was ernst zu nehmen ist.“

Neuigkeiten gibt es bezüglich der Umleitungen während der Bauzeit. Hier will man nun auch an den Autobahnkreuzen Dortmund Ost und Kamen bereits den Schwerlastverkehr darauf hinweisen, dass die Abfahrt in Schwerte nicht möglich ist. Das soll die Umleitungen durch die Stadt vom Lkw-Fernverkehr entlasten.

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