Baugebiet könnte für Staus in Holzen-Mitte sorgen

Am Rosenweg

Ein neuer Wohnkomplex soll auf dem ehemaligen Grabeland der Nickelwerke am Rosenweg in Schwerte-Holzen gebaut werden. Vor allem eines ist aber noch nicht geklärt: Die Verkehrssituation. Das sorgt bei den Anwohnern für Sorgen.

HOLZEN

von Hendrik Schulze Zumhülsen

, 19.10.2017, 16:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Verkehrssituation fordert kreative Lösungen für das Baugebiet am Rosenweg in Holzen. Können Stadtplaner und GWG diese liefern?

Die Verkehrssituation fordert kreative Lösungen für das Baugebiet am Rosenweg in Holzen. Können Stadtplaner und GWG diese liefern? © Grafik: Debora Mühe

Damit die zukünftigen Bewohner nämlich von dem Rosenweg in Richtung Dortmund in ihr Wohnquartier fahren können, müssen sie links abbiegen. Das kann in der gut befahrenen Verkehrsstraße für Rückstau sorgen. Dass mit dem Edeka- und Lidl-Gelände ein weiterer Verkehrsknotenpunkt in der direkten Nachbarschaft ist, verbessert die Situation nicht sonderlich. „Da müssen wir noch eine Lösung finden“, sagte Stadtplaner David Weber am Mittwoch bei der Bürgerversammlung zum Projekt.

Bei den Anwohnern traf dies augenscheinlich auf Skepsis. „Eine Lösung halte ich nicht für möglich“, sagte Anwohner Dieter Meckelburg. Eine andere Holzenerin verwies auf die aus ihrer Sicht wenig rühmliche Verkehrssituation am benachbarten Supermarkt-Parkplatz. „Das mit den Zebrastreifen ist eine Katastrophe“, sagte sie. Dieser würde die Autos kaum aufhalten. Das Baugebiet würde die bereits jetzt schon chaotische Situation am Rosenweg noch verschärfen. David Weber entgegnete: „Das Problem wird zu händeln sein.“

Grüne Quartiersmitte

Entstehen sollen am Rosenweg insgesamt 161 Wohneinheiten mit unterschiedlichen Wohnformen. Bauträger ist die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG) Schwerte. Der Großteil der Bewohner soll in Mehrfamilienhäusern unterkommen. 66 Wohneinheiten sind gefördert. „Das bedeutet, dass bei den Wohnungen der Mietpreis bei 5,25 Euro pro Quadratmeter gedeckelt ist“, sagte GWG-Geschäftsführer Ralf Grobe. Die übrigen 79 Wohneinheiten in den Mehrfamilienhäusern fallen nicht darunter. Aber auch acht Doppelhaushälften finden im Entwurf ihren Platz. Diese will die GWG bauen und anschließend verkaufen.

Aus vier Entwürfen hatten sich Stadtplaner und GWG im Vorfeld einen aussuchen können. Einer davon sah auch eine Kreuzung am Rosenweg vor. Schließlich wurde der Entwurf des Architektenbüros Pesch und Partner aus Dortmund genommen. Dieser sieht zwei drei- bis vierstöckige Häuserblöcke mit einer Lücke in der Mitte vor. Ein Fußweg soll zu einem Anger mit Grünbewuchs im Zentrum führen. Ansonsten sind Wohnhöfe im mittleren Teil der Bebauung geplant und Doppelhaushälften am Rand. „Die Quartiersmitte und die Einbeziehung mehrerer Wohnformen hat die Fachjury überzeugt“, sagte David Weber. Die Baumalleen am Rand und an der Straße sollen erhalten bleiben.

So begeistert wie die Schwerter Stadtplaner reagierte aber kaum jemand in der Bürgerversammlung auf den Entwurf. Die Sorge um eine Straßenschlucht rückte eher in den Mittelpunkt. „Das wird sowieso ne Schlucht. Den freien Blick haben wir dann nicht mehr“, sagte Anwohner Georg Grocholl. Die Frage stand im Raum, an welchem Baubestand sich die Häuser orientieren sollen, ob an den Häusern in der direkten Nachbarschaft oder der anderen Straßenseite. Weber versicherte, dass sich das Baugebiet nach den nebenstehenden Häusern richte. „Die Höhe der Häuserfront darf sich nicht an wirtschaftlichen Aspekten ausrichten“, forderte Georg Grocholl.

Belasteter Boden?

Auch der Bodenzustand des Grabelandes stand zur Diskussion. Laut einem Gutachten sei der Boden kaum belastet. „Die oberen Schichten haben Spielplatzqualität“, sagte Ralf Grobe. Diese Einschätzung des GWG-Vorstands teilte auch David Weber. Unglaubwürdig war dies für viele Anwohner, weil das Grabeland seit Langem als belastet gilt. 2009 wurde Schwangeren und Kindern wegen der Nickelstaubbelastung empfohlen, angebautes Gemüse in der Gegend nicht zu verzehren. 2010 hob das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) die Empfehlung wieder auf.

Ob die untere Landschaftsbehörde des Kreises das GWG-Bodengutachten akzeptiert, steht noch aus. Allgemein ist der Planentwurf in einer sehr frühen Phase. Den Baubeginn schätzt Grobe frühestens auf Ende 2019.

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