Marktplatz

Baumfällungen am Schwerter Markt: Gutachten soll Pläne ändern

Die geplanten Baumfällungen zur Marktplatzumgestaltung sind laut der Stadt unausweichlich. Ein Gutachten, das die Grünen in Auftrag gegeben haben, zeigt nun das Gegenteil.
Laut der Stadt müssen die Bäume am Markt der Umgestaltung weichen. © Bernd Paulitschke (A)

Im Zuge der Marktplatz-Umgestaltung sollen nach wie vor bestehende Bäume gefällt werden. Anders sei die Barrierefreiheit, ein zentrales Ziel des Vorhabens, nicht zu erreichen, so die Begründung der Stadt Schwerte. Ein Gutachten, das die Schwerter Grünen in Auftrag gegeben haben, soll nun zeigen, dass die Fällung der Bäume nicht nötig sind.

Geplante Baumfällung führte zu Kritik

Schon seit dem vergangenen September 2020 gibt es Diskussionen um die Pläne zum Markt. Eine richtige Bürgerbeteiligung konnte nicht stattfinden, die Pläne selbst riefen Kritik hervor. Die geplante Fällung von mehreren Bäumen hatte zu Diskussionen und zu einem Bürgerbegehren geführt.

Die Verwaltung und die Schwerter Fraktionen der SPD und der CDU lehnten sowohl eine erneute Bürgerbeteiligung als auch einen Erhalt der Bäume ab. Ein Kernargument dabei: Es sei technisch nicht möglich, die Bäume zu erhalten. Zudem könne kein Planungsbüro die Kosten dafür leisten.

„Das kam uns von Anfang an merkwürdig vor“, erinnert sich Grünen-Fraktionssprecherin Natalie Kirsch. „In anderen Städten können Bäume in Planungen eingearbeitet werden, nur in Schwerte nicht?“ Der Grüne Fraktionsantrag zum Erhalt der Bäume wurde Anfang dieses Jahres abgelehnt, die Säge wurde bisher nur durch fehlende Fördermittel gestoppt.

„Kein Planungsbüro könne die Bäume erhalten, war damals die Auskunft. In Schwerte haben wir auch wirklich keines gefunden. Wir mussten ganz weit bis nach Dortmund gehen,“ sagt Natalie Kirsch.

Gutachten spricht gegen die Fällung

Nun liegt den Grünen ein Gutachten des Landschaftsarchitekten Hellmut Neidhardt von BUERO N aus Dortmund vor, laut dem ein Erhalt der Bäume möglich sei. „Die Frage eines potenziellen vollständigen Erhalts der Bestandsbäume auf dem Markt wie auch dem kleinen Markt erscheint aus fachlicher Sicht weniger mit örtlichen Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten verknüpft als viel mehr mit gestalterischen oder funktionalen Fragen hinsichtlich der Nutzung beider Platzbereiche“, heißt es im 15-seitigen Gutachten des Dortmunder Landschaftsarchitekten.

Damit sei die Sachlage für die Schwerter Grünen klar. „Das bedeutet, es ist eine Frage des Wollens, nicht des Könnens“, kommentiert Ratsmitglied Heilwig Donner. „Wir wollen, dass die Verwaltung und der Rat das Gutachten zur Kenntnis nehmen und den logischen Schluss ziehen: Plan ändern, Bäume erhalten.“

Ausgleich der Höhenunterschiede bleibt möglich

Auch der Ausgleich der Höhenunterschiede sei laut Gutachten mit den bestehenden Bäumen möglich: „Mit Blick auf die augenscheinlich gegebenen Platz- und Höhensituationen und die ebenso augenscheinliche Kenntnis des Wettbewerbsergebnisses sind aus fachlicher Sicht keine technischen Gründe zu erkennen, die einen Erhalt der Bäume auch im Rahmen des geplanten Umbaus der Platzbereiche verhindern würden“, heißt es dort weiter.

„Es wäre schön, wenn die Verwaltung und die anderen Fraktionen die neue Sachlage anerkennen und die Pläne noch einmal überdenken würden“, meint der Fraktionssprecher der Schwerter Grünen, Bruno Heinz-Fischer. „Der Markt ist der zentrale Platz in Schwerte. Da müssen wir die langfristig beste Entscheidung treffen.“ Der Erhalt der Bäume habe einen starken Rückhalt bei den Bürgern. Durch das Gutachten sei nun klar, dass technisch nichts dagegen spräche.

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