Beim Öffnen einer Muschelpackung macht Friedrich Henning einen sensationellen Fund

mlzWertvoller als Perlen

Miesmuscheln sind ein Leibgericht des Westhofeners Friedrich Henning. Doch eines der Schalentiere, die er jetzt gekauft hatte, war so außergewöhnlich, dass es nicht mit in den Kochtopf kam.

Westhofen

, 15.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am einen Ende ein dicker Kopf, am anderen ein Ringelschwänzchen. Was hatte dieser seltsame Abdruck auf der schwarzen Miesmuschelschale zu suchen? Friedrich Henning staunte, als er gerade in Vorfreude auf eine leckere Mittagsmahlzeit ans Zubereiten ging.

Ja, das war doch? Genau: das Gerippe eines Seepferdchens. Um ganz sicher zu gehen, holte der Westhofener noch eine Lupe aus der Schublade. Er hatte sich tatsächlich nicht getäuscht. „Sowas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen“, kam der 72-Jährige aus dem Staunen nicht heraus.

In sechs Jahren als Fischverkäufer nie erlebt

Denn eigentlich hätte Friedrich Henning beruflich mehr als genug Gelegenheit gehabt, derlei Ungewöhnliches zu entdecken. Sechs Jahre lang hat er in Hagen als Fischverkäufer in einem Anhänger gestanden, der in der Nachbarstadt von Wochenmarkt zu Wochenmarkt tingelte.

In seinem Fotoalbum hütet er Bilder von dem blau-weißen Wagen, der damals sein Arbeitsplatz war. Der zugehörige Werbespruch kommt ihm noch aus dem Effeff über die Lippen: „Kauft Fisch bei Berger, dann habt ihr keinen Ärger.“ Kistenweise gingen die Meerestiere - darunter natürlich auch viele Muscheln - über die Theke. Aber so eine Schale mit Seepferdchen, die war nie dabei.

Beim Öffnen einer Muschelpackung macht Friedrich Henning einen sensationellen Fund

Der Westhofener Friedrich Henning (72) hat früher sechs Jahre lang auf den Hagener Märkten Fisch und Muscheln verkauft. © Reinhard Schmitz

Weil er immer noch gerne ein Miesmuschel-Gericht zubereitet, hatte Henning am Freitag bei einem Angebot seines Westhofener Discounters zugegriffen. Schließlich sind ja wieder die Monate mit einem „R“ im Namen angebrochen, in dem ihm die Schalentiere besonders gut schmecken. „Dann stammen sie aus offenen Gewässern, nicht aus einer Zucht“, weiß der Experte.

Auf der Packung habe gestanden, dass die Ware aus der Nord- und Ostsee stamme. Zwei Kilogramm packte er sich gleich in den Einkaufswagen.

Auch noch winzige Perlen gefunden

Als der 72-Jährige seine Muscheln zu Hause vor dem Kochen im Spülbecken gründlich waschen wollte, entdeckte er die ungewöhnliche Zeichnung auf der Schale. „Das ist doch kein Kalk“, war er sich sicher und fühlte zunächst vorsichtig mit dem Finger über die reliefartige Ablagerung. Nein, es sollte ein Seepferdchen sein.

Das seltene Exemplar war natürlich zu schade, um mit den anderen in den Topf zu wandern. Aber gekocht wurde es später doch noch, einzeln im heißen Wasser: „Damit es nicht stinkt.“ Schließlich muss so ein Stück aufgehoben werden.

Doch damit nicht genug. Friedrich Henning hatte offenbar eine Wundertüte erwischt.

Denn auf anderen Muschelschalen fand er auch noch kleine Schnecken: „Die habe ich mit dem Schraubenzieher abgemacht.“ Und entdeckte darin winzige Steinchen wie aus Perlmutt. Aber das Seepferdchen schlägt alle Perlen.

Lesen Sie jetzt