Chaos wegen Corona: Schwerter Reifen-Profis geben Autofahrern Tipps

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Die Tage werden kälter, viele Autofahrer denken über den Reifenwechsel nach. Doch wegen der Corona-Pandemie ist auch hierbei in diesem Jahr vieles anders. Was Autofahrer wissen sollten.

Schwerte

, 07.11.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der aktuelle Lockdown zur Bekämpfung des Coronavirus hat zumindest eine Sache mit dem ersten im März gemeinsam. Er fällt genau in die Zeit des Reifenwechsels, also des Räderwechsels von Winter- auf Sommerreifen oder umgekehrt.

Im März als die Zeit war, von Winter- auf Sommerreifen umzustellen, waren die Betriebe fünf Wochen lang geschlossen. Das hat die Werkstätten getroffen, aber nur kurzfristig. „Viele Kunden sind dann einfach im April zu uns gekommen“, berichtet Klaus Schwarz von Reifen Becker, Osthellweg 5.

Aber nicht alle Kunden kamen. Viele haben den Reifenwechsel ganz verschwitzt und sind im gesamten Sommer mit Winterreifen gefahren. „Etwa fünf Prozent der Autobesitzer, die normalerweise die Reifen wechseln“, lautet die Schätzung von Klaus Schwarz.

Kunden entscheiden sich für Ganzjahresreifen

Wer also mit Winterreifen durch den Sommer gekommen ist, müsste jetzt eigentlich keine Werkstatt aufsuchen. Doch einige Kunden tun es trotzdem. „So manche Winterreifen haben den Sommer nicht gut überstanden und müssen ersetzt werden“, sagt Michael Apprecht von Kfz-Apprecht, Hörder Straße 27.

Alle Autofahrer, deren Fahrzeuge den Sommer mit Winterreifen überstanden haben, sollten ihre Räder laut Michael Apprecht nun gut kontrollieren. Der Reifendruck, die Profiltiefe (mindestens 4 Millimeter) und das gesamte Erscheinungsbild sollten kritisch überprüft werden.

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Beim Reifen-Neukauf haben die Schwerter Werkstatt-Betriebe allerdings eine Verhaltensveränderung bei den Kunden beobachtet. „Die Kunden entscheiden sich nicht für neue Winterreifen, sondern verstärkt für Ganzjahresreifen.“

Das machen die Kunden, um sich die Kosten und Umstände der zwei Reifenwechsel pro Jahr zu sparen, allerdings gegen den Rat der Experten. „Ganzjahresreifen verschleißen schneller“, meint Michael Apprecht. „Die halten nur 25.000 bis 30.000 Kilometer.“ Das seien bei manchen Autofahrern gerade einmal zwei Jahre.

Auf die Profiltiefe achten

Damit hat die Corona-Pandemie zu einer spürbaren Veränderung im Geschäft mit Reifen geführt. Langeweile herrscht auf den Autohöfen aber nicht. Alle Werkstätten melden bereits einen starken Andrang.

Aber die Experten rechnen noch mit zwei größeren Kunden-Schüben: „Wenn es den ersten Nachtfrost gab und wenn es das erste mal schneit, dann kommen jeweils nochmal einige Autobesitzer“, sagt Klaus Schwarz.

Vom selbstgemachten Reifenwechsel raten die Profis übrigens ab. Nur mit einem Drehmoment-Schlüssel könne die Krafteinwirkung auf die Schrauben für jedes Modell genau eingestellt werden, so die Fach-Meinung. Noch immer gilt aber der alte Rat: Rund 50 Kilometer nach dem Wechsel sollten alle Schrauben nachgezogen werden.

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