Bestattung: Was kostet es am Ende?

Gebührenvergleich

Wenn ein Mensch stirbt, geht das nicht nur an emotionale Grenzen. Sondern oft auch an finanzielle. Wie setzen sich die Kosten für Beerdigungen und Urnenbeisetzungen eigentlich zusammen?

SCHWERTE

, 19.12.2017, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Am preiswertesten sind in Schwerte die evangelischen Friedhöfe. RN-Grafik

Am preiswertesten sind in Schwerte die evangelischen Friedhöfe. RN-Grafik


Die Spanne ist enorm. Wer die Preise von Bestattungen und Ruhestätten vergleicht, stößt auf große Unterschiede. Evangelische und katholische Gemeinden haben ihre eigenen Friedhofsgebühren-Tabellen. Ebenso die Städte und Gemeinden. Fast überall setzen sich die Kosten zusammen aus der Gebühr für die Bestattung und der für die Überlassung einer Grabstätte.

In Schwerte liegen die Kosten auf den evangelischen Friedhöfen an der Hörder Straße und in Geisecke deutlich unter denen der katholischen Gemeinde und der Stadt. Bezuschusst da eine Kirche den Friedhof, um ein Argument für mehr Schäfchen zu haben? „Nein“, sagt Frank Schröer, Gärtnermeister bei der evangelischen Gemeinde. Früher sei so etwas üblich gewesen: zu schauen, wie teuer oder günstig die andere Konfession sei. Doch das sei rechtlich gar nicht mehr zulässig. Darauf schauten die Landeskirche und die weltliche Gerichtsbarkeit sehr genau.

„Ein Friedhof muss sich selbst finanzieren“, unterstreicht Schröer. Das heiße auch: Personalkosten, Maschinen-Einsatz, Rasenschnitt, die Kosten für die Baumsicherheit – all das werde umgelegt auf die Gebühren für die Bestattungen und Grabstätten. Dazu kommen logischerweise die reinen Kosten für Bestattung: Erdaushub und – wenn gewünscht – auch Pflege.

1100 Euro kostet das klassische Reihengrab inklusive Beerdigung bei der evangelischen Gemeinde. Nur halb so viel wie auf einer städtischen Friedhofsfläche – und nochmal deutlich weniger als auf den kommunalen Friedhöfen in Dortmund und Unna. Wünscht dort jemand eine spezielle Grabstätte, steigen die Kosten schon auf über 3000 Euro.

Trend geht zur Urne



Der Trend geht zur Urne – das hat Schröer auch für Schwerte beobachtet: „Ich würde schätzen: Wir sind aktuell bei 50 Prozent Urnenbestattungen und 50 Prozent klassischer Erdbestattung.“ Die Vorteile für die Hinterbliebenen: geringere Kosten, geringerer Pflege-Aufwand.

Bleibt die Urne in Schwerte, muss die Asche in der Urne bleiben. Einen Antrag des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg, in seinem Besitz am Bürenbruch an der südlichen Stadtgrenze einen Begräbniswald zu errichten, lehnten Schwertes Politiker im Sommer 2017 ab. Bleiben Friedwälder in Iserlohn, Hagen und Dortmund, wo das Verstreuen der Asche erlaubt ist. Eine Variante, bei der die Kosten ebenfalls geringer sind als bei der klassischen Beerdigung.

Langfristige Planung



25 oder 30 Jahre lang bleiben die Erdgräber auf den Schwerter Friedhöfen überlassen und somit unangetastet. Das zeigt schon, wie langfristig die Planung sein muss. Umso wichtiger, dass man genau dort ansetze, erläutert Frank Schröer. „Wenn Gräber auslaufen und ich dann eine Fläche bilden kann, ist es natürlich besser, als wenn nur einzelne Gräber frei werden, die dann wieder neu belegt werden.“ Je größer eine Fläche, desto wahrscheinlicher, dass man dort mit Maschinen arbeiten kann statt nur von Hand.

Und auch wenn es pietätlos klingen mag – auch für Friedhöfe gilt das marktwirtschaftliche Prinzip von Angebot und Nachfrage. Schröer: „Je mehr Bestattungen ich habe, desto günstiger kann ich sie anbieten.“

Zu den Kosten für Bestattung und Überlassung der Grabstätte kommen in der Regel weitere Gebühren. In Kirchengemeinden und bei kommunalen Anbietern gleichermaßen kommen häufig Gebühren hinzu für die Benutzung einer Friedhofskapelle, für das Orgelspiel, für die Kirchenglocken oder für die Errichtung eines Grabmales. Auch ein Bestatter lässt sich seine Dienste bezahlen und rechnet zusätzlich ab. Schließlich geht es um die Frage: Pflegen die Hinterbliebenen die Grabstelle selbst oder zahlen sie dafür weitere Gebühren?
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