Betrügerischer Schwerter nutzte seine Freundin aus

Illegale Online-Geschäfte

Seiner Freundin spielte ein 31-jähriger Schwerter den erfolgreichen Geschäftsmann vor. Aber während sie einer geregelten Arbeit nachging, machte er sich daran, gutgläubige Kunden eines Internet-Auktionshauses übers Ohr zu hauen - und seine Freundin ebenfalls abzuzocken.

SCHWERTE

27.07.2015, 19:17 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die 32-Jährige stand beim Termin am Montag vor dem Hagener Amtsgericht immer noch unter Schock. So schlimm waren ihre Erlebnisse mit dem vermeintlichen Traummann, dass sie vor Gericht nicht ihren neuen Wohnort nennen wollte. Unter Tränen erzählte sie im Zeugenstand, wie ihr ehemaliger Partner sie zwischen Juli und September 2013 schamlos für seine Internet-Betrügereien ausgenutzt hatte.

Schicker Dienstwagen als Schein

Im Mai 2013 tauchte der Schwerter im Leben der 32-Jährigen auf. „Er fuhr mit einem schicken Dienstwagen vor und trug feine Anzüge. Er erzählte, er sei bei Audi beschäftigt“, erinnerte sich die Frau. Nach und nach nistete er sich bei ihr ein. „Mir erzählte er, er könne mich nicht in seine Wohnung mitnehmen, weil es einen Wasserrohrbruch gegeben hatte“, so die Zeugin weiter.

„Eines Tages fragte er mich, ob er mein Konto bei einem Geschäft im Internet angeben könnte. Er hatte noch ein paar Felgen, die er verkaufen wollte. Und seine EC-Karte sei defekt.“ Sie erlaubte es und hob sogar in seiner Gegenwart das Geld ab.

Was sie die ganze Zeit nicht ahnte: Sie war einem notorischen Betrüger auf den Leim gegangen, der gerade eine Haftstrafe verbüßte, sich aber auf freiem Fuß befand. Er hatte weder Geld noch einen Job und wohnte bei den Eltern. Vor Gericht gab der Schwerter alles zu, auch dass er die PIN der Freundin ausgespäht hatte, um von da an die Gelder aus insgesamt 14 Betrugstaten abzuheben.

Freundin musste erboste Kunden beschwichtigen

Als die Käufer ihre Waren – zumeist Autoersatzteile – nicht bekamen, begann für die Frau ein Albtraum: Erboste Kunden riefen sie auf der Arbeit an und zeigten sie an. In ihrer Verzweiflung bezahlte sie 800 Euro aus eigener Tasche, um endlich Ruhe zu haben.

Das vollumfängliche Geständnis nützte dem Schwerter nichts: Zu seinen noch zu verbüßenden Strafresten kamen jetzt noch zweieinhalb Jahre oben drauf.

Lesen Sie jetzt