Bunte Blumen am Feldrand: Nicht jeder freut sich über Blühstreifen

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Zum Schutz der Insekten, des Wilds und zur optischen Auflockerung der Kulturlandschaft sind sie derzeit an vielen Feldwegen zu sehen: Blühstreifen. Im April gesät - jetzt in voller Blüte.

Schwerte

, 24.07.2020, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer derzeit auf Feldwegen mit dem Hund unterwegs ist, oder einfach mal ein wenig frische Luft schnuppern möchte, dem wird aufgefallen sein, dass an den Feldrändern viele bunten Blumen blühen.

Artenvielfalt und optische Auflockerung

Das sieht nicht nur schön aus und lockert die Kulturlandschaft optisch auf, sondern hat tatsächlich einen Sinn. „Die Blühstreifen sind für die Insekten und sollen die Artenvielfalt unterstützen“, sagt Ortslandwirt Bernd Schulte.

Das zumindest ist der Hauptgrund für die Landwirte in Schwerte, um solche blühenden Streifen anzulegen.

Und das mit Erfolg, denn es brummt und summt. Unzählige Hummeln und Bienen sind an den Blüten zu sehen und vor allem zu hören. Auch Schmetterlinge tanzen um die Blüten herum. Aber das scheint nicht alle Menschen zu freuen.

Nicht alle Menschen freuen sich über Blühstreifen

Bernd Schulte erzählt beim Termin mit der Redaktion von Hundebesitzern, die darum gebeten haben, dass Landwirte die Blühstreifen wieder platt machen, weil die Hunde sonst von den Insekten gestochen werden könnten.

Auch hätten sich laut Bernd Schulte bereits Anwohner in Hamm über das ständige Summen der Insekten beschwert. Das soll nicht erst in diesem Jahr gewesen sein, sondern bereits in 2019. „In Schwerte gab es solche Äußerungen aber bisher nicht“, sagt Bernd Schulte.

Nicht für die Blumenvase gedacht

Aber was steht da eigentlich und blüht zur Zeit? Gesät wurden die Blühstreifen gegen Ende April mit einer Saatmischung, die vom Westfälisch-Lippischen-Landwirtschaftsverband (WLV) gestellt wird. Die Mischung beinhaltet: Ringelblume, Kornblume, Mirabelle, Saatwicke, Öllein, Sonnenblume, Leindotter, Phacelia, Ramtillkraut, Dill, Borretsch, Rotklee, Ölrettich, Kulturmalve und Buchweizen.

Diese sehen schön aus am Wegesrand. Schon öfters sollen Spaziergänger einfach Pflanzen ausgerissen haben. „Das ist natürlich ein optischer Gaumenschmaus, aber die Blumen sind ja nicht für die Vase gedacht“, sagt Werner Dettmer-Prause. Er ist ebenfalls Landwirt in Schwerte und betont, dass auch das Wild von den Blühstreifen profitieren soll.

Landwirte verzichten für die Umwelt auf Erträge

Die Landwirte verdienen nichts an den Blühstreifen, sie säen sie, damit die Natur etwas davon hat. „Wir machen das freiwillig und das wird uns ja nicht bezahlt. Wir haben auf der Fläche Ertragsverluste, aber wir bekommen die Saatmischung vom WLV gestellt“, sagt Bernd Schulte.

Insgesamt wurden von den Schwerter Landwirten ungefähr sechseinhalb Hektar (das entspricht 65.000 Quadratmeter) mit der Saatmischung eingesät. Diese Fläche teilt sich in viele Blühstreifen, die zwischen drei und sechs Meter lang sind.

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