Botschafterin: Lena (15) aus Schwerte reist für ein Jahr als Stipendiatin in die USA

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Kulturelle und politische Werte Deutschlands vertreten: Das ist die Aufgabe der jungen Schülerin während ihres einjährigen Aufenthalts in Amerika. Ein Politiker hat sie selbst ausgewählt.

Schwerte

, 27.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Man soll den Koffer so packen wie für einen zweiwöchigen Urlaub. Plus Winterjacke.“ So sieht die Packliste von Lena Ebbers aus. Aber die 15-Jährige aus Schwerte macht keinen Urlaub. Sie wird für ein Jahr in die Vereinigten Staaten reisen. Und dort deutsche Botschafterin im Amerikanischen Kongress sein.

Am 7. August geht es los für die Schülerin - von Frankfurt geht der Flieger in die Hauptstadt der USA, Washington D.C.

Ab dann ist sie Stipendiatin des Parlamentarischen Partenprogramms (PPP) des Deutschen Bundestags und des US-Kongresses und ist Botschafterin für politische und kulturelle Werte in Deutschland.

Lena vertritt den Kreis Unna in den USA

Lena Ebbers ist Stipendiatin für den Wahlkreis Unna. Insgesamt 285 junge Menschen sind es, die das Patenschaftsprogramm wahrnehmen. „Also aus fast jedem Wahlkreis einer“, erklärt Bundestagsabgeordneter Oliver Kaczmarek.

Aus mehreren Bewerbern hat er die junge Schülerin für das Programm ausgewählt. „Sie hat alle Voraussetzungen erfüllt, bringt gute schulische Leistungen mit und soziales Engagement“. Und die Empfehlung der Schule - in diesem Fall ist es das Ruhrtal-Gymnasium - muss natürlich da sein.

„Außerdem bedeutet das eine große Chance für ihre Zukunft. So etwas hat sicherlich nicht jeder im Lebenslauf stehen“, fügt der Politiker aus dem Wahlkreis Unna noch hinzu.

Ein Jahr in einer Gastfamilie

In Amerika angekommen geht es für die Gruppe erst zur Orientierungs-Woche nach Washington. Ab dann sind die Stipendiaten auf sich alleine gestellt - jeder von ihnen wird ein Jahr in einer Gastfamilie im gesamten Gebiet der USA leben.

In Lenas Fall ist es die Stadt Suffolk im Bundesstaat Virginia an der Ostküste des Kontinents. Dort wird sie auch eine Highschool besuchen.

So lange weg von zuhause - wie einfach ist das für ein 15-jähriges Mädchen? „Ich bin aufgeregt, aber ich freue mich auch auf das, was kommt.“ Und Lena macht einen entspannten Eindruck.

So wie auch ihre Mutter Kathrin Blanke. „Meine ältere Tochter war auch schon für ein ganzes Jahr weg, in Mexiko. Und wir kennen die Gastfamilie schon recht gut, weil wir oft bei Skype oder bei WhatsApp miteinander gesprochen haben.“ Das sei ein bisschen so, als würde man die Tochter zu Bekannten geben.

Kein Besuch in den ersten sechs Monaten

Trotzdem muss sie sich für eine lange Zeit von ihrer Tochter verabschieden. „In den ersten sechs Monaten des Aufenthalts ist gar kein Besuch vorgesehen. Danach dürfen höchstens die Eltern mit Geschwistern vorbei kommen“, erklärt Mutter Kathrin Blanke. „Aber gut, dann muss man auch mal loslassen.“

Nur einen Monat nach Tochter Lenas Ankunft in den USA feiert sie ihren 16. Geburtstag. Und dann stehen Feste wie Weihnachten oder Silvestern an. „Das wird auf jeden Fall komisch. Aber irgendwie bekommen wir es hin“, sagt Lena zuversichtlich.

Schließlich steht für die Schülerin auch eine unglaublich spannende Zeit an: Die Gastfamilie aus Suffolk hat drei Hunde, sie seien erst Anfang 40 und sehr sympathisch. Man habe mit Lena schon Besuche nach Kalifornien und nach Orlando ins Disneyland geplant.

Thanksgiving und Halloween hautnah miterleben

Und dann wären da noch der Präsidentschafts-Wahlkampf sowie traditionelle Feste wie Thanksgiving und Halloween. Vor der sprachlichen Barriere hat Lena Ebbers auf jeden Fall keine Angst. „Ich gucke immer Serien auf Englisch. Und vielleicht komme ich ja auch mit einem coolen amerikanischen Akzent nach Hause.“

Gastfamilien gesucht

Wer nimmt Schüler aus den USA auf?

50 Schüler aus den USA kommen Gegenzug als Stipendiaten des PPP nach Deutschland. Aktuell werden noch sieben Gastfamilien gesucht, die ab dem 7. September jemanden bei sich aufnehmen. Als Gastfamilien kommen alle in Betracht, die sich vorstellen können, eine Austauschschüler bei sich zu Hause aufzunehmen und sie am Alltagsleben teilnehmen zu lassen. Interessierte können sich an die Geschäftsstelle von Experiment e.V. in Bonn wenden. Ansprechpartner ist Matthias Lichan, Tel.: 0228 957 22 21, E-Mail: lichan@experiment-ev.de
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