Bürgerantrag an Rat: Gibt es für Schwertes Umwelt künftig ein Böllerverbot zu Silvester?

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Jahreswechsel in Schwerte und alles bleibt leise. Für die einen ein Traum, für die anderen ein Horror. Einem Ratsausschuss liegt jetzt ein Antrag auf Verbot von privatem Feuerwerk vor.

Schwerte

, 11.03.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Geisecke bis Westhofen, von Ergste bis zur Schwerterheide gehen Silvester Feuerwerksbatterien in die Luft, werden Böller gezündet und wird Goldregen versprüht. Für viele eine alte Tradition und auch ein großer Spaß. Weniger Spaß macht das Feuerwerk der Umwelt. Für die meisten Haus- und Wildtiere ist es eine schwere Belastung. Aber nicht nur für die, sondern auch für die restliche Umwelt, sagt Dr. Matthias Geck. Er fordert in einem Bürgerantrag an die Stadt, das private Abbrennen von Feuerwerkskörpern ab Silvester 2019 stadtweit zu verbieten.

Der Antrag wird am 20. März im Ausschuss für Bürgerbeschwerden und Bürgeranregungen des Rates behandelt.

15 Prozent Anteil am Feinstaubaufkommen

„Private Silvester-Feuerwerke tragen bundesweit mit circa 15 Prozent zum Jahresaufkommen Feinstaub in der Luft bei“, erläutert Geck. Durch erhebliche Lärm-, Schadstoff- und Helligkeitsemissionen werde die gesamte Tierwelt im Umfeld der Feuerwerke stark belästigt, so der Antrag. Außerdem würden sie immer wieder auch zu Einsätzen für Feuerwehr und Rettungsdienst führen.

Dennoch will auch Geck mit seinem Antrag das Feuerwerk zum Jahreswechsel nicht komplett verbieten. Anstelle der privat abgefeuerten Böller und Raketen will er organisierte Stadtteilfeuerwerke zulassen. Die Standorte dafür könne die Feuerwehr bestimmen und Vereine oder Organisatoren könnten sich um die Durchführung kümmern.

Das Lichterspektakel soll dann aber durch einen Feuerwerker durchgeführt werden. Die Ausrichter könnten durch Eintritt oder eine Umlage ihre Kosten decken.

Nicht nur für die Umwelt besser

Damit sei nicht nur der Umwelt gedient, glaubt der Antragsteller. Auch die Stadtreinigung werde entlastet, eine fachlich kompetente Durchführung des Feuerwerks sei garantiert und man stärke den Zusammenhalt unter den Bürgern eines Stadtteils. Wobei insgesamt vier Stadtteil-Feuerwerke in Gecks Antrag aufgelistet sind. Und zwar eines für Ergste und Villigst, eines für Geisecke, eines für Holzen, Mitte, Ost und Wandhofen sowie eines für Westhofen.

Geck findet, dass dieser Vorschlag für alle Bürger deutlich leichter zu verkraften sei, als zum Beispiel das Fahrverbot für ältere Dieselautos, das ja auch dem Schutz der Luft diene.

Immer mehr Städte verbieten Feuerwerk teilweise

Immer mehr deutsche Städte verbieten das Silvesterfeuerwerk. In Dortmund gibt es Bereiche der Innenstadt, in denen aus Sicherheitsgründen nicht mehr geböllert werden darf. Hannover entschied sich in diesem Jahr erstmals für ein Feuerwerksverbot in der Innenstadt. Auch hier spielten Sicherheitsaspekte eine große Rolle.

In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern ist bereits seit 2009 bundesweit das Abbrennen von Feuerwerk verboten.

Bei generellem Verbot meldete Verwaltungsgericht Bedenken an

Doch bislang haben die meisten Kommunen die Gebiete, in denen sie ein Silvesterfeuerwerk verbieten, jeweils eingeschränkt. Lediglich die Nordseeinsel Spiekeroog erließ ein generelles Feuerwerksverbot und erlitt vor einem Jahr damit vor Gericht Schiffbruch. Ein Einwohner hatte geklagt und zumindest vor dem Verwaltungsgericht recht bekommen. Spiekeroogs Verwaltung hatte das Verbot mit dem Lärmschutzgesetz begründet. Das Verwaltungsgericht hatte entgegnet, dass die Kommune kein Verbot der Böllerei auf privaten Grundstücken anordnen könne.

Die Stadtverwaltung Schwerte wolle zur rechtlichen Einschätzung dieser Thematik keine Angaben bis zur Sitzung des Beschwerdeauschusses am 20. März machen, so Stadtsprecher Ingo Rous. Der Ausschuss tagt am Mittwoch, 20. März, ab 17 Uhr im Rathaus, Rathausstraße 31.

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