Mit Laubbläser übers Gräberfeld - in Wandhofen pflegen Bürger den Friedhof

mlzEhrenamt in Schwerte

Als der Friedhof Wandhofen 2016 geschlossen werden sollte, protestierten viele Bürger. Die Stadt gab nach und übergab 2018 den Friedhof an die Bürger. So funktioniert das Konzept.

Wandhofen

, 12.11.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Laub fliegt über den Parkplatz. Der Motor des Laubgebläses dröhnt. Doch nicht nur ein Laubbläser ist zu hören. Gleich drei motorbetriebene Gebläse sind im Einsatz. Auf dem Friedhof in Wandhofen findet an diesem Nachmittag ein Arbeitseinsatz statt. Denn der Gottesacker in der Nähe der Autobahn ist der Einzige in Schwerte, der nicht von Stadt oder Kirchen, sondern von Bürgern betrieben wird.

Beschluss für den Friedhof war im Vorfeld umstritten

Politisch war der Beschluss, den defizitären Friedhof durch den Einsatz von Freiwilligen zu retten, nicht unumstritten. Zumal es keinen Friedhofsverein gibt, sondern nur eine Gruppe von Freiwilligen und ihren Förderern, die Wege freihalten, sich um den Grasschnitt und das Laub kümmern oder auch die Bäume bis zu einer Höhe von vier Metern beschneiden. „Was darüber hinaus geht, dafür bleibt der Bauhof der Stadt verantwortlich“, sagt Dieter Schmikowski. Er ist der Ansprechpartner für die Stadt. „Einer musste das ja machen“, sagt er.

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Friedhof Wandhofen

Alle 14 Tage sind die Helfer zu einem Arbeitseinsatz auf dem Friedhof aufgerufen.
09.11.2020
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Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer
Rund 15 Freiwillige kamen am Freitag (30. Oktober) zum Arbeitseinsatz auf dem Friedhof.© Heiko Mühlbauer

„Dorfältester in Wandhofen“

Als die Entscheidung vor drei Jahren zu Gunsten des Bürgerfriedhofs fiel, war Heinrich Böckelühr noch Bürgermeister. Der nannte Schmikowski, der lange Jahre für die SPD im Rat saß und der Ehrenvorsitzender des Wandhofener Schützenvereins ist, spöttisch aber auch anerkennend den Dorfältesten von Wandhofen. Ein Titel mit dem Schmikowski leben kann. Allerdings ärgert es ihn immer wieder, wenn im Rat das Friedhofskonzept hinterfragt wird.

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Mit einem Klemmbrett in der Hand koordiniert er den Einsatz. Und verweist auf die Erfolge, die man schon erzielt habe: Vor der Glockenwand laden nun Bänke zum Verweilen und Gespräch ein. Dazu sind noch ein Pflanzkübel und ein Sonnenschirm gekommen, um das Ensemble noch attraktiver zu gestalten.

Der ehemals unansehnliche Glockenturm wurde ebenfalls neu gestrichen und zusätzlich mit einem neuen Kreuz ausgestattet, um schon weithin sichtbar auf den religiösen Charakter des Friedhofes hinzuweisen.

Neue Beete und 20 Arbeitseinsätze

„Auch hinter der Glockenwand haben wir das Beet neu gestaltet und bepflanzt“, erklärt er. Aber natürlich gebe es immer noch eine ganze Reihe von Dingen, die erledigt werden müssen. 20 Mal habe man sich im Jahr 2019 zu Arbeitseinsätzen getroffen, sagt Manfred Klawitter. Als Ortsheimatpfleger von Wandhofen gehört er natürlich auch zum Friedhofsteam. Alle 14 Tage freitags ist ein Arbeitseinsatz anvisiert. Aber natürlich gibt es auch Ferien und Winterruhe.

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Neben der Pflege haben sich die Aktiven auch eine gewisse Neugestaltung des Friedhofs auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehören Blühstreifen genauso wie Bänke. Aber auch eine gewisse neue Ordnung möchte man herstellen. Denn lange wurden in Wandhofen Gräber einzeln vergeben und immer wieder Lücken zwischen Urnengräbern und Gruften gelassen. Die letzten Grabstätten liegen unterhalb des Hügels fast schon an der Autobahn. „Das ist eine Ecke, da geht niemand in den dunklen Monaten gerne hin, schon gar nicht die Frauen“, so Schmikowski. Ähnlich wie auf dem Friedhof in Dortmund Holzen, wo man Terrassen mit Wein angelegt hat, wünscht er sich hier auch Terrassen. Die Gräberreihen sollten dann nicht bis ganz nach unten reichen.

Friedhof wurde 1961 angelegt

Etwas außerhalb des Schwerter Ortsteiles Wandhofen liegt der 1961 angelegte Friedhof Wandhofen auf einer Anhöhe. Eine Besonderheit ist ein großes Ehrenmal, das zu Ehren der in den Weltkriegen verstorbenen Menschen errichtet worden ist. 2016 wollte man den Friedhof aus Kostengründen auslaufen lassen. Dagegen wandte sich die Dorfgemeinschaft Wandhofen unter Schmikowskis Leitung. 2017 unterzeichnete er dann den Vertrag mit der Stadt. Seitdem übernehmen die Bürger einen Großteil der Pflege.

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