Camerata del Cardellino spielten barocke Klänge im Foyer der Rohrmeisterei

mlzBarock-Konzert

Die „Distelfinken“ waren am Wochenende in der Rohrmeisterei zu Gast. Ein spezieller Komponist stand an diesem Abend besonders im Mittelpunkt. Ein nächstes Konzert steht schon fest.

Schwerte

, 07.05.2019, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sein zweites Programm brachte das erst in diesem Jahr unter Leitung von Sergio Gelsomino gegründete Barock-Orchester am Sonntag in der Rohrmeisterei auf die Bühne. Die Schwerter „Camerata del Cardellino“ hatte ihre Besetzung dem neuen Programm angepasst.

Schon das Debüt im Februar zeigte: Antonio Vivaldi gehört zu den Lieblingskomponisten dieser Formation aus Musikern und Musikpädagogen. Wieder bildeten seine Werke den Rahmen für das Konzert.

Rasche Läufe Gelsominos auf seiner Travers-Flöte, begleitet von den Streichern, dann wieder nur vom Basso continuo mit eigener Contra-Melodie, standen am Anfang des Flötenkonzerts „Il sereno“ RV 435. Vivaldis Werke wurden von Peter Ryom katalogisiert.

Gelsomino meisterte das Allegro

Der Däne trat 1973 mit seinem Ryom-Verzeichnis sozusagen in die Fußstapfen Ludwig von Köchels, der 111 Jahre zuvor Mozarts Gesamtwerk in dem nach ihm benannten Köchelverzeichnis ordnete. Virtuos meisterte Gelsomino das lebendige Allegro, beweinte das Schicksal mit seiner Flöte in der Arie „Lascia ch‘io pianga“ aus Händels „Rinaldo“.

Johann Christian, der Londoner Bach, wagte als jüngster Sohn Johann Sebastians die ersten Schritte in Richtung Klassik.

Sein Quintett setzt sich zusammen aus Flöte, 1. und 2. Geigen, dem Basso continuo und eigenständigem Cembalo. Mit der Kantilene im Andantino wirkte der Cello-Part leider - wie oftmals an diesem Abend – klanglich fad und wenig präzise.

In bilderreichen Worten stellte Gelsomino Boccherinis Quintett für Flöte und Streicher, Allegro und das Minuetto amoroso mit insistierend repetierten Flötenläufen, vor. Vivaldis Fagottkonzert „La notte“ spielte Kornelia Borscik auf einem Instrument barocker Bauform.

Temperamentvoll, beschwingt und impulsiv

Nur wenige Töne werden darauf mit Klappen gespielt, viele wie bei der Blockflöte mit Fingern gegriffen. Nach verhaltenem Largo meldeten sich Fantasmi, Gespenster zu Wort, erlöste der Schlaf den Besucher. Vom Cello mit einem Orgelpunkt vorbereitet, erweckte der Sonnenaufgang mit plapperndem Fagott Schläfer und Umwelt.

Temperamentvoll ging es zu in Vivaldis Konzert für Streicher und Continuo. Einen Trauermarsch dirigierte Gelsomino im Adagio, beschwingt und impulsiv im Finalsatz.

Hatte er für die letzten Stücke seine Flöte gegen den Taktstock eingetauscht, so griff er für die Zugabe abermals zum Instrument: aus dem Debüt-Programm das „Air“ von Bach.

Am Sonntag, 10. November um 18 Uhr wird die „Camerata del Cardellino“ mit ihrem 3. Programm in der Rohrmeisterei zu erleben sein. Karten sind ermäßigt im Vorverkauf der Rohrmeisterei, bei Bildhauer Jan van Nahuijs in der benachbarten Werkstatt-Galerie Javana oder an der Abendkasse erhältlich.
Lesen Sie jetzt