Cappuccino wie im Urlaub: So läuft es im Café Herrlich an der Ruhr

mlzBeachbar in Schwerte

Vor gut drei Wochen haben Sivita und Can Karakus die Beachbar am Ruhrtalradweg in Schwerte eröffnet. Sie wird gut angenommen. Die Gastronomen haben schon weitere Ideen im Kopf.

Schwerte

, 20.07.2019 / Lesedauer: 3 min

In einem schneeweißen Schiffchen kommt der Zucker für den Cappuccino daher. Wie gemacht für das Flair einer Beachbar. Dass es eigentlich nur eine Notlösung für den fehlenden Zuckerstreuer war, mag keiner so schnell glauben.

Viel zu perfekt war die Idee von Can Karakus, den bootsartigen Kerzenständer einfach umzufunktionieren. „Es sollte nur eine Notlösung sein, aber es kam so gut an“, sagt er. Mit dem Erfolg, dass schnell noch weitere der Mini-Boote besorgt werden mussten.

Das Detail zeigt, wieviel Liebe Can Karakus und seine Frau Sivita Karakus in ihr neues Projekt gesteckt haben. „Sehr gut angekommen“, so berichtet er, ist das vor gut drei Wochen eröffnete „Café Herrlich an der Ruhr“. Auch am Donnerstagnachmittag genossen wieder viele Gäste die einmalige Atmosphäre auf der Terrasse vor dem Bootshaus am Detlef-Lewe-Weg, von der aus man den Blick über die Ruhr und die grünen Auen schweifen lassen kann.

„Toll ist das“, schwärmt Sängerin Kerstin Schneider, die sich mit einer Freundin getroffen hatte. Und fügt scherzhaft hinzu: „Wenn sich das `rumspricht, kriegen wir nie wieder einen Platz.“

Viele Stammgäste vom Café Herrlich am Markt kommen vorbei

Nebenan hört man unter dem riesigen roten Sonnenschirm eine Herrenrunde über Fußball und den BVB fachsimpeln. War es gut, den Hummels aus München zurückzuholen? Darüber kann man diskutieren. Aber einig sind sich die Schwerter Sportler, dass sie wiederkommen werden. „Das ist eine gute Idee, nett gemacht“, lobt Jürgen Kalveram. Im Sommer werde die Truppe, die sich sonst jeden Donnerstag im Café Herrlich am Markt trifft, deshalb gern wieder auf die Terrasse an der Ruhr wechseln.

„Viele Stammgäste vom Markt kommen auch hier vorbei“, hat Can Karakus beobachtet: „Wenn die Sonne scheint, ist es herrlich hier.“ Dass wissen auch ältere Menschen zu schätzen, denen die Zeit bei hausgebackenem Kuchen, Brot mit Aioli und einem erfrischenden Salat wie ein kurzer Urlaub vorkommt. „Und Radfahrer sagen, dass sowas ganz selten sein soll, so direkt am Ruhrtalradweg“, erklärt Can Karakus. Weite Abstecher in die Stadt sind nicht mehr nötig, wenn die Kehle vom Strampeln trocken wird.

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„Hauptsächlich wird hier getrunken“, sagt Sivita Karakus, die für die Kinder extra eine Kiste mit Sandspielzeug und Federball bereit gestellt hat. Auf dem weißen Sand, der vor der Terrasse großflächig verteilt ist, lässt sich die Zeit vergessen.

Man fühlt sich wie am Strand von Schwerte - nur im Liegestuhl in die Sonne blinzeln und weitere Details entdecken. Wie die beiden ausgedienten Kanus, die als Wahrzeichen hoch aufragend in die Erde gebuddelt sind. Auch der Kanuverein soll von der Gastronomie profitieren. Wer hier erlebt, wieviel Spaß seine Mitglieder beim Training auf der Ruhr haben, kommt vielleicht auf den Geschmack, selbst mal das Paddeln auszuprobieren.

Sivita Karakus hat noch viele Pläne

Nicht nur zufrieden, auch glücklich schauen Sivita und Can Karakus auf den Start ihrer Beachbar. Vergessen ist aller Stress vor der Eröffnung. Vergessen ist, dass die neuen Stühle erst am Dienstag, zwei Wochen nach dem Start, geliefert worden sind. Auch ein knallroter Eiswagen für ein Eis am Stiel steht inzwischen bereit.

Schöner Erfolg: Für die nächste Woche hat sich zum ersten Mal eine größere Gruppe für eine Betriebsfeier angesagt. Nach einer Kanufahrt will man zum Abschluss in der Strandbar grillen. Platz ist ja genug vorhanden.

Sivita Karakus träumt schon weiter. „Wir haben noch einiges vor für die nächsten Jahre“, verrät sie. Ziel sei es, dass nicht nur Gäste aus Schwerte, sondern auch aus Hagen, Unna und Iserlohn den Treffpunkt kennenlernen. Vielleicht könne dort auch mal ein Sommerfest stattfinden.

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