Cocktailtour endete mit Frust bei Gästen und Gastronomen

Zu wenig Getränke

Mit einem solchen Ansturm hatte niemand gerechnet: Mehrere Hundert Besucher strömten am Samstagabend zur Cocktail-Tour in die Innenstadt. Schon gegen 22 Uhr gingen vielen Kneipen die Getränke aus. Gäste und Gastronomen waren gleichermaßen frustriert.

SCHWERTE

von Von Anne Petersohn und Lena Beneke

, 02.10.2011, 19:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Auf dem Marktplatz waren die Auswirkungen der Cocktailtour noch am Sonntag sichtbar: Viele Besucher hatten ihre Becher einfach weggeschmissen´.

Auf dem Marktplatz waren die Auswirkungen der Cocktailtour noch am Sonntag sichtbar: Viele Besucher hatten ihre Becher einfach weggeschmissen´.

Insgesamt acht Getränke sollten die Besucher mit ihrem Kombi-Ticket erhalten - jede Kneipe servierte einen Cocktail. Doch in vielen Kneipen, berichtet ein Besucher, sei man abgewiesen worden: "Da hieß es dann, dass es keine Cocktails mehr gebe. Das war der größte Nepp, den man sich vorstellen kann."

Auch "Waage"-Wirtin Meike Kühne ist entsetzt. Gegen 23 Uhr musste sie ihre Kneipe schließen: "Da hatte ich schon 247 Cocktails herausgegeben." Viele der Gäste seien unter 18 gewesen, hätten außerdem lautstark randaliert. "Ich hatte Angst, dass sie etwas kaputt machen." Mit einem solchen Besucherandrang sei nicht zu rechnen gewesen: "Ich hatte vorher gerade einmal 20 Tickets verkauft, andere Gastronomen sogar deutlich weniger", berichtet sie. Die Organisatoren der Agentur Young4mation aus Dortmund hätten die Gastronomen nicht ausreichend vorbereitet, meint Meike Kühne.Bei vielen Gästen Enttäuschung pur

Eine ähnliche Einschätzung gibt der Inhaber des Lo Canta am Markt, Hasan Er, ab. Man habe sich erhofft, die Schwerter Kneipenlandschaft mit der Cocktailnacht zu beleben und attraktiver zu machen. Am Ende sei bei den Gästen jedoch lediglich Enttäuschung übrig geblieben. "Als mir die Cocktail-Zutaten ausgingen, habe ich Bier ausgegeben", sagt Hasan Er. Doch selbst das habe nicht ausgereicht, um alle Gäste mit Getränken zu versorgen.

Eine überwiegend positive Bilanz zieht lediglich die Wirtin Im Reiche des Wassers, Sylvia Schülke. Zwar sei auch sie von der großen Zahl der Besucher überrascht worden. Doch die Situation sei lösbar gewesen, berichtet Sylvia Schülke. "Ich habe alles herausgegeben, was ich hatte." Auch die Besucher seien friedlich geblieben.

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