Corona bei Lehrer und Eltern: Quarantäne für Grundschule und Kita

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Ein Grundschullehrer aus Schwerte ist positiv auf Corona getestet. Eltern von Kita-Kindern auch. Drei Klassen und mehrere Kita-Gruppen sind unter Quarantäne. Getestet werden aber nicht alle.

Schwerte

, 22.06.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollte es um Tönnies gehen bei dieser eilig anberaumten Telefon-Pressekonferenz des Kreises Unna. Dass um die 30 Mitarbeiter der Fleisch-Firma auch hier im Kreis wohnen, dass es bei einigen positive Corona-Tests gibt, dass Schwerte glücklicherweise nicht betroffen ist.

Dann aber ist da noch etwas anderes, das Gesundheitsdezernent Uwe Hasche Sorgen macht, wie er schließlich unterstreicht: diese Häufung von Corona-Fällen aus Schwerte. Ein Grundschullehrer ist positiv getestet – und das habe große Auswirkungen an der betroffenen Schule.

Die Klasse, die diese Lehrkraft betreue, stehe nun unter Quarantäne. Die Kinder hatten engen Kontakt zur infizierten Person. Sie dürfen nun vor den Sommerferien nicht mehr in die Schule gehen. Zudem werden sie nun auch sie auf Corona getestet.

Zwei andere Klassen seien ebenfalls unter häusliche Quarantäne gestellt, so Hasche weiter. Sie seien von einer Lehrkraft unterrichtet worden, die engeren Kontakt zur infizierten Person gehabt habe.

Einen Reihentest für die Mädchen und Jungen aus diesen beiden Klassen gebe es aber nicht, erläuterte Kreis-Sprecherin Constanze Rauert am späten Nachmittag.

Um welche Schule es sich handelte, dazu äußerte sich der Kreis zunächst nicht. Man wolle verhindern, dass es Eltern aus den Medien erfahren, hieß es als Begründung.

Offenbar betroffen: Friedrich-Kayser-Schule, Kitas Tausendfüßler und BeSiLa

Laut zuverlässigen Quellen soll es sich allerdings um die Friedrich-Kayser-Schule in der Innenstadt handeln. Sie war wie alle anderen Grundschulen in NRW erst am Montag, 15. Juni, wieder zurück zum Komplettbetrieb gewechselt. Der hätte angedauert bis Freitag, bis zum Start der Sommerferien.

Auch zwei Kitas in Schwerte sind betroffen. Zum einen diejenige, die die Kinder der infizierten Lehrkraft besuchen. Zum anderen eine Kita mit mindestens einem Kind eines ebenfalls Corona-infizierten Elternteils.

Die Auswirkungen an diesen Kitas: In einem Fall müssen ab sofort zwei Gruppen zuhause bleiben, im anderen Fall bleibt das betroffene Kind sicherheitshalber zuhause.

Bei den beiden Kitas handelt es sich wohl um die städtische Kita Tausendfüßler an der Konrad-Zuse-Straße im Gänsewinkel sowie um die evangelische Kita BeSiLa am Alten Dortmunder Weg.

Keine Reihentests an den Kitas, zumindest vorerst

Auch bei den Kitas werde der Kreis keine Tests für alle Kinder und Mitarbeiter anordnen, erklärte Sprecherin Constanze Rauert. Nur das „unmittelbare Umfeld einer positiv getesteten Person“ werde in der Regel getestet. Das sei auch schon bei Fällen an Kitas und Schulen andernorts im Kreis Unna so gewesen.

Heißt: Hat Mama oder Papa das Coronavirus, wird zunächst das Kind getestet. Erst wenn das Kind auch positiv ist, folgen weitere Tests und die anderen Kinder der Gruppe müssen zuhause bleiben.

Wobei wichtig sei, so Constanze Rauert weiter, dass nach fünf bis sieben Tagen eine zweite Testung durchgeführt werde. Es könne sein, dass der Coronavirus im Menschen sei, allerdings noch nicht nachweisbar.

In den Kitas gibt es seit dem Neustart nur noch feste Bezugsgruppen, keine offenen Konzepte mehr. Das Ziel: Im Fall einer Infektion die Rückverfolgung sicherzustellen und Infektionsketten gut zu unterbrechen.

Diese neuen Fälle schrauben die Gesamtzahl der Corona-Fälle in Schwerte weiter nach oben: auf nunmehr 22 aktive Fälle und 113 insgesamt. Der Stand vom Freitag war noch: 19 und 109.

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