Corona in Schwerte: Wie viele Personen sind eigentlich in Quarantäne?

mlzCoronavirus in Schwerte

Wie viel positiv getestete Schwerter es gibt, meldet der Kreis täglich. Aber wie viele Menschen befinden sich in Quarantäne? Und warum informiert der Kreis nicht alle Kontaktpersonen?

Schwerte

, 04.11.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstag meldete der Kreis Unna für Schwerte 26 neue Infizierte. Die Gesamtzahl der aktuell Infizierten stieg auf 109 an. Aber das Virus betrifft nicht nur die Infizierten. Wer sich infiziert hat, der muss beim Gesundheitsamt seine Kontaktpersonen angeben. Kontaktpersonen, die engen Kontakt mit dem Infizierten hatten, müssen genau wie die Erkrankten selbst in Quarantäne.

Und so sind in Schwerte (Stand Mittwochmittag, 4. November), insgesamt 330 Personen in Quarantäne, wie Stadtsprecher Ingo Rous mitteilte.

Kreis spricht Quarantäne aus - Stadt informiert die Bürger

"Der Kreis spricht die Quarantäne mündlich aus, die Stadt informiert dann die Betroffenen", so Rous. Der Kreis sei allerdings an seiner Belastungsgrenze angekommen.

"Wir bitten teilweise die Leute, die positiv getestet wurden, bereits selber die Kontaktpersonen der letzten fünf bis sechs Tage zu informieren, einfach weil wir nicht sicherstellen können, das wir die betroffenen Kontaktpersonen am selben Tag noch informieren können", so Max Rolke, Sprecher des Kreises Unna. Damit solle vermieden werden, dass die Kontakte unwissentlich weitere Personen anstecken.

Wer muss als Kontaktperson in Quarantäne?

Aber wer muss als Kontaktperson eigentlich in Quarantäne? Der Kreis Unna schreibt auf seiner Homepage: "Wenn man innerhalb der letzten zwei Wochen engen Kontakt zu einem Erkrankten mit einer COVID-19-Diagnose hatte. Ein enger Kontakt bedeutet entweder, dass man mit dem Erkrankten gesprochen hat, angehustet oder angeniest wurde oder sonst einen engen direkten Kontakt hatte."

Das RKI definiert ein hohes Ansteckungsrisiko, bei

  • Abstand <1,5 m für mehr als 15 min (insgesamt) ohne wirksame Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken)
  • Gemeinsamer Aufenthalt mit einem infektiösen Fall für mehr als 30 min in einem unzureichend gelüfteten Raum

Personen mit engem Kontakt gelten laut RKI als Kontaktpersonen der Kategorie 1 und müssen 14 Tage in Quarantäne.

Nicht in Quarantäne muss, wer gesund ist und im gleichen Raum mit einem Erkrankten war, ohne einen engen Kontakt oder "wer Kontakt zu einer Person in der Familie, im Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, die wiederum Kontakt zu einem im Labor bestätigten COVID-19-Patienten hatte, aber völlig gesund ist", heißt es auf der Homepage des Kreises Unna. Hier bestehe kein erhöhtes Risiko für eine COVID-19-Erkrankung. Im Fall von Krankheitszeichen einer Atemwegserkrankung sollte man sich jedoch testen lassen.

Quarantäne - und dann?

Die Stadt informiert ihre Bürger über die angeordnete Quarantäne. In der Quarantäneanordnung gibt es Informationen, wie man sich während dieser Zeit zu verhalten hat.

Die Kontakte zu anderen Personen sollen minimiert werden. "In Ihrem Haushalt sollen Sie nach Möglichkeit eine zeitliche und räumliche Trennung von den anderen Haushaltsmitgliedern einhalten", heißt es in einem Ausschnitt der Vorlage der Stadt zur Anordnung einer Quarantäne von Kontaktpersonen der Kategorie 1.

Wer Symptome entwickelt, soll das Gesundheitsamt kontaktieren, zweimal täglich die Körpertemperatur messen, ein Tagebuch zu Symptomen, Körpertemperatur, allgemeinen Aktivitäten und Kontakten zu Personen führen. "Dieses ist dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorzulegen", heißt es in der Vorlage.

Zudem muss man dem Gesundheitsamt auf Verlangen mitteilen, zu welchen Personen man in den zurückliegenden Tagen Kontakt hatte.

Entlassung aus der Quarantäne

Und was passiert, wenn die Quarantänezeit vorbei ist? Nicht immer gibt es ein Abschlussgespräch mit dem Gesundheitsamt. "Das Gespräch am Ende der Quarantäne ist besonders wichtig bei Personen mit Symptomen. Bei Personen ohne Symptomen kann es unter Umständen sein, dass da gar kein Gespräch mehr stattfindet", so Max Rolke. Einen weiteren Test bei Entlassung aus der häuslichen Quarantäne sieht das RKI nicht vor.

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