„Bisher ist die richtige Hilfe noch nicht gekommen“, berichtet Sylvia Schülke, Inhaberin der Kneipe „Zur Waage“ in der Schwerter City. © Reinhard Schmitz
Novemberhilfen

Corona-Soforthilfen: „Die Luft wird immer dünner“

Die Novemberhilfen sollen Unternehmern, die vom Lockdown betroffen sind, unter die Arme greifen. Bei Sylvia Schülke ist die Hilfe bisher ausgeblieben. Was ihr hilft, sind Pächter und Stadtwerke.

Nachdem klar wurde, dass ein erneuter Lockdown unausweichlich ist, kündigte die Bundesregierung außerordentliche November- und Dezemberhilfen an, um Unternehmer während der Schließungen wirtschaftlich unter die Arme zu greifen.

Ausgezahlt werden sollen rund 75 Prozent des Vorjahresumsatzes. Doch so schnell wie vorher angekündigt, kommt die Hilfe nicht bei allen Gastronomen an.

Kein Umsatz seit der Schließung

„Bisher ist die richtige Hilfe noch nicht gekommen“, berichtet Sylvia Schülke, Inhaberin der Kneipe „Zur Waage“ in der Schwerter City. „Es ist ein Abschlag für den November gekommen, einer für Dezember sollte eigentlich schon da sein.“ Doch auch ein weiterer Abschlag der eigentlichen Summe helfe ihrer Kneipe nur bedingt weiter.

Anders als bei Restaurants kann Schülke ihre Verluste nicht mit einem Außer-Haus-Verkauf kompensieren. Seit der Schließung gibt es also keinen Umsatz mehr.

Hilfe von Verpächter und Stadtwerken

Was Sylvia Schülke und die „Waage“ momentan noch über Wasser hält, ist die Hilfe ihrer Gläubiger. „Der Verpächter, die Stadtwerke und die anderen Stellen, die noch bezahlt werden müssen, halten gerade die Füße still“, so Schülke. Würden Pächter und Stadtwerke ihre ausstehenden Zahlungen sofort einfordern, stünde Sylvia Schülke vor dem Aus. „Die Hilfe sollte eigentlich schon da sein und die Luft wird immer dünner.“

Wie es in Zukunft für die Kneipe „Zur Waage“ und Inhaberin Sylvia Schülke aussieht, ist abhängig davon, wann die versprochene Hilfe ankommt. Hilfe von den zuständigen Behörden blieb bisher aus – bis auf die Abschläge: „Wann die Rückzahlungen kommen, weiß ich nicht. Es wird auch darum gebeten, sich nicht an die zuständige Hotline zu wenden.“

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Freier Mitarbeiter
Student für Sozialwissenschaft und Philosophie – gebürtiger Schwerter und Wahl-Dortmunder. Immer interessiert an Menschen aus dem Ruhrgebiet und ihren Geschichten.
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Felix Mühlbauer

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