Martina Berkenkamp ist Heilpraktikerin für Psychotherapie. Sie bietet Hypnosetherapien für Kinder, Erwachsene und auch für Tiere an. © Bernd Paulitschke
Bundestagswahlen

Corona und die Wahl: „Die Politik hatte große Angst, Fehler zu machen“

Das Coronavirus wählt am 26. September zu den Bundestagswahlen mit. Denn Virus und Politik sind untrennbar miteinander verbunden. Eine Schwerterin schildert ihre Eindrücke zu Corona und der Wahl.

Wenn am 26. September der Bundestag gewählt und das Kanzleramt neu vergeben wird, wählt wohl ein unsichtbarer Faktor mit: das Coronavirus. Denn das Management der Pandemie ist eng mit der Politik verbunden – und beeinflusst auch die Bürgerinnen und Bürger.

Wir haben zum Auftakt unserer kleinen Serie: „Corona und die Wahl“ eine Schwerterin gefragt: Wie hängen die Wahlen und die Pandemie zusammen? Und wie hat sie die Coronazeit bisher erlebt? Rede und Antwort steht uns Martina Berkenkamp. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und betreibt eine Praxis in Schwerte.

Wie haben Sie die Pandemie bisher empfunden?

Ich habe die Coronazeit und auch den ersten Lockdown als sehr wohltuend empfunden. Plötzlich gab es Raum für viele Dinge, die im stressigen Alltag auf der Strecke geblieben waren. Es war stiller, man hatte viel mehr Zeit für sich selbst. Und auch die Natur hat sich in dieser Zeit erholt, das gefiel mir besonders gut. Angst hat mir die Pandemie zu keinem Zeitpunkt gemacht. Das ist auch bis heute so geblieben.

Ich fand es ehrlich gesagt etwas nervend, dass die Regierung so viel Drama um das Virus gemacht hat. Die Art, wie damit umgegangen wurde, wirkte oft eher apokalyptisch – damit wurde der Bevölkerung gewiss kein Gefallen getan. Ich fand viele Aktionen sehr inkonsequent und nicht gut durchdacht. Es gab viele Regeln, die keinen Sinn ergeben haben. Nehmen wir als Beispiel die Ausgangssperre. Was brachte die, wenn sich doch ohnehin niemand mehr in die Stadt begab. Es waren ja alle Geschäfte zu. Und wo haben sich die Leute getroffen? Zuhause.

Und wie haben Sie die Politik und ihr Verhalten während der Pandemie empfunden?

Ich denke, die Politik hätte den Bürgerinnen und Bürgern mehr Selbstbestimmung lassen sollen. Man hatte wohl zu große Angst, Fehler zu machen – doch die gehören eben dazu.

Oh, es steckt viel Wahlkampf im Pandemie-Management. Frei nach dem Motto „seht, wie viel wir gegen das Virus tun“. Doch ich konnte das ehrlich gesagt irgendwann schon nicht mehr ernst nehmen. Was war das zum Beispiel für ein Hin und Her mit den Schulen? Das folgte einfach keiner klaren Linie.

Wie viel Wahlkampf steckt Ihrer Meinung nach in der Pandemie?

Als die schrecklichen Nachrichten aus Italien zu uns herüberschwappten, hat man hier sehr schnell auf Corona reagiert. Das fand ich gut, denn ich muss gestehen, dass ich zu dem Zeitpunkt noch dachte, dass man das alles zu ernst nehme. Die Politik hat da ganz richtig reagiert.

Worin hat die Politik Ihrer Meinung nach gut reagiert?

Ich finde, dass Kommunen und ihre Politiker mehr Farbe bekennen und sich durchsetzen sollten. Schwerte zum Beispiel darf es sich ruhig erlauben, selbstbewusster zu sein und sich klar und deutlich zu positionieren – auch wenn es nur ein kleines Städtchen ist. Nehmen wir als Beispiel das aktuelle Geschehen. Ich würde mir wünschen, dass man sich auf kommunaler Ebene entschieden für die Afghanistanhilfe einsetzt. Denn Politik wird nicht nur in Berlin gemacht.

Was sind die politischen Probleme unserer Zeit?

Corona und die Wahl: Sie sind gefragt

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Über die Autorin
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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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