Einschulungen für Erstklässler in Schwerte ohne Mama oder Papa?

mlzSchuljahr 2020/21

Müssen i-Männchen bei der Einschulung auf Elternteile oder Geschwister verzichten? Die Grundschulen in Schwerte warten auf klare Anweisungen – und werden deshalb kreativ. Was ist erlaubt?

Schwerte

, 26.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In rund zwei Wochen beginnt für 426 i-Männchen in Schwerte der Ernst des Lebens. Die Einschulungen für das neue Schuljahr stehen an in der zweiten Augustwoche – also kurz nach den Sommerferien.

Doch auch hier läuft in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nunmal alles anders. Nach wie vor sind große Veranstaltungen nicht erlaubt, Menschenansammlungen sollen um jeden Preis verhindert werden. Das gilt auch für Einschulungsgottesdienste und -Feiern.

Deutschlandweit gelten deshalb strenge Regeln für die Einschulung. In Bremen beispielsweise darf das Geschwisterkind nicht mitkommen. In den Schulen anderer Städte – in Krefeld etwa – muss ein Elternteil zuhause bleiben. Ähnliche Diskussionen werden selbstverständlich auch in Schwerte geführt. Was ist geplant?

Nur ein Elternteil bei der Einschulung: Schulleiter wollen das verhindern

So viel vorab: Voraussichtlich muss kein Elternteil auf den Anblick verzichten, wenn das eigene Kind mit der bunten Schultüte zum ersten Mal das Schulgebäude betritt. Die Schwerter Grundschulen tüfteln im Hintergrund fleißig an Lösungen.

Als bewährte Methode – etwa bei den Zeugnisvergaben an den weiterführenden Schulen – hat sich da das Schichtsystem entpuppt.

„Wir bereiten alles so vor, dass wir es klassenweise machen können. Also in drei Schichten nacheinander“, erklärt Martin Krämer von der Lenningskampschule im Schwerter Norden. So könne man verhindern, die 100-Personen-Marke pro Veranstaltung nicht zu knacken.

Jetzt lesen

Um für zusätzlichen Platz zu sorgen, habe man sich die Aula der Theodor-Fleitmann-Gesamtschule reservieren lassen. „Da können wir den Abstand einhalten“, so Krämer.

Nach der Rechnung dürfe jedes Kind dann im Durchschnitt drei Begleitpersonen mitbringen. Und ein paar Aktionen sind auch geplant. So hätten ein paar Klassen vor den Ferien kurze Videos produziert, die man dann für die neuen Mitschüler einspielen wolle. Die traditionellen Auftritte von Schulchor und Theater-AG fallen aus. Sie durften wegen Corona nicht proben.

Video
Videotalk: Dürfen Oma und Opa zur Einschulungsfeier kommen?

Keine Anweisung vom Ministerium: „Es ist alles sehr kurzfristig.“

Soweit scheint an der Lenningskampschule also alles durchgeplant zu sein. Das Problem: So richtig können die Grundschulen gar nicht kalkulieren, weil es keine endgültige Vorgabe gibt. „Wir haben noch keine Anweisung vom Schulministerium. Das ist alles sehr kurzfristig. Wir gehen mal vorsichtig davon aus, dass die 100-Personen-Vorgabe so gelten wird“, sagt Martin Krämer.

Gleiches gilt für die Albert-Schweitzer-Schule. Schulleiter Dirk Schnitzler ist in den Planungen noch weiter zurück. Und zwar aus gutem Grund: „Wir warten noch ab. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Informationen aus dem Ministerium sehr kurzfristig gestreut werden“, sagt er.

Jetzt lesen

Vor den Ferien habe man geplant, dass es vier Feiern an zwei Tagen geben könne. Auch an Schwertes größter Grundschule soll also klassenweise eingeschult werden. Irgendeine Lösung werde es immer geben, weiß Schnitzler. In der Vergangenheit habe es auch immer irgendwie funktioniert.

Spar-Einschulungen mit großem Aufwand

Auch die Stadt Schwerte habe noch keine weiteren Informationen zu den geltenden Regeln bei Einschulungen. Sowieso könne jede Grundschule für sich selbst entscheiden, erklärt Stadtsprecher Alexander Nähle auf Anfrage: „Das legen die Schulen unter Berücksichtigung der dann aktuellen Bestimmungen des Landes NRW selbst fest.“

Fest stehe, dass man alles möglich machen wolle, um möglichst vielen Eltern oder Großeltern das Erlebnis zu ermöglichen. Auch, wenn das automatisch mehr Aufwand für alle bedeute.

Jetzt lesen

Doch für die kleinen i-Männchen mit ihren großen Schultüten mache man das gerne möglich, so Lenningskampschulleiter Martin Krämer: „Es wird eine Spar-Einschulung, das ist klar. Aber wenn es dadurch funktioniert, dann ist das okay.“

Lesen Sie jetzt