Darum fällt die RB 53 Schwerte-Iserlohn aus

Längere Fahrzeiten

Bahnreisende, die aus Schwerte in Richtung Iserlohn fahren wollen, müssen mit langen Fahrzeiten rechnen. Denn auf der Strecke fahren bis zum 8. Januar nur Ersatzbusse – krankheitsbedingt, sagt die Bahn. Doch hat das noch weitere Gründe?

Schwerte

, 27.12.2017, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Rotes Licht in Richtung Iserlohn: Die RB 53 fährt seit Mittwoch nur noch in eine Richtung.

Rotes Licht in Richtung Iserlohn: Die RB 53 fährt seit Mittwoch nur noch in eine Richtung. © Manuela Schwerte

„Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund einer Fahrplanänderung endet dieser Zug in Schwerte“, so oder ähnlich lauten seit Mittwoch die Durchsagen in den Zügen der Linie RB 53. Die Bahnpendler in Richtung Iserlohn, die zwischen den Jahren arbeiten müssen, sind nun doppelt gestraft: Denn der Zugverkehr zwischen Schwerte und Iserlohn ist vorübergehend eingestellt.

Zugausfälle bis zum 8. Januar



Fahrplanänderung heißt es in den Durchsagen – „außergewöhnlich hoher Krankenstand“ lautete die Begründung in einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn noch vor Weihnachten. Ein durchaus kurioser Grund für Zugausfälle. Das findet auch Albrecht Buscher vom Kreisverband Dortmund-Unna des Verkehrsclubs Deutschland (VCD): Das sei ein „Eingeständnis, dass Mensch und Material im Sauerlandnetz an ihre Grenzen gestoßen sind.“ In der Zeit zwischen Weihnachten und Silvester, in der „viele Kollegen im Urlaub sind, ist das aber nicht anders machbar“, so ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittwoch. „Einige sind wieder gesund, andere wieder krank. Es bleibt immer noch schwierig“ – voraussichtlich noch bis Montag, 8. Januar.

Gelenkbus im Einsatz

Allerdings entgegnete er, dass es seit Montag offiziell keine Zugausfälle gegeben habe. Schließlich sei ein Schienen-Ersatzverkehr eingerichtet: Seit Mittwoch ist ein Gelenkbus im Einsatz. Der braucht allerdings doppelt so lange nach Iserlohn wie die Bahn. „Wir gehen davon aus, dass das reicht. Zwischen den Feiertagen ist ja nicht so viel los“, erklärte der Bahnsprecher. Am Mittwochmorgen hätten den Bus etwa 20 Fahrgäste genutzt.

Aktuell ist vom Schwerter Ersatzverkehr nur die Linie RB 53 betroffen. Die Busse kommen größtenteils von einem Subunternehmen der Deutschen Bahn. Hier gab es – trotz Krankheitswelle – keine Probleme bei der Bereitstellung des Personals. Fraglich also, ob der Engpass nicht auch beim Zugpersonal hätte kompensiert werden können. Schließlich hat die Bahn bereits vergangene Woche darüber Bescheid gegeben. „Ob es wirklich nur der Krankenstand ist oder vielleicht doch auch die hohe Zahl an defekten Fahrzeugen, kann dahin gestellt bleiben“, bemerkt Buscher. Außerdem bemängelt er die „Informationspolitik“ der Bahn: „In der DB-Fahrplanauskunft gibt es nur den pauschalen Hinweis auf Schienenersatzverkehr“ – ohne einen Link auf den Ersatzfahrplan.

Schwierige Ersatzsuche



Warum fallen die Züge aus, für die Busse ist jedoch Personal da? „Lokführer zu ersetzen ist generell schwierig“, so der Bahnsprecher. Die Lokführer benötigten Streckenkenntnis und für jedes Fahrzeug einen eigenen Führerschein. Dennoch habe man Ersatzkräfte gewinnen können und dazu sogar aus dem Urlaub zurückberufen. Die Lage bleibe jedoch angespannt.

Den Ersatzplan findet man online auf der Homepage der Deutschen Bahn.
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