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Das Auf und Ab des FAB in Bildern

Ein ambitioniertes Projekt startete 1993: das Freizeit-Allwetterbad (FAB). Doch der Spaß währte gerade einmal 16 Jahre. Wir erzählen das Auf und Ab des FAB in Bildern. Klicken Sie sich durch!
25.10.2013
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Alles in allem hat das gescheiterte FAB-Projekt ein gewaltiges Loch von über 25 Millionen Euro in die Schwerter Stadt-Kasse gerissen. Das brachte einen wenig ehrenvollen Eintrag ins Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes ein, der die größten Verschwendungen von Städten auflistet. Wir erzählen das Auf und Ab des FAB in Bildern. Es war einmal...© Foto: Reinhard Schmitz
Das Bäderkonzept hatte von Anfang an nicht nur Freunde: Heinrich Böckelühr, Schwertes späterer Bürgermeister (2.v.l.), war ein großer Gegner. Mit Petra Hellmich, Fraktionsvorsitzende der Grünen, und Karl Kauke von der FDP (r.) sammelte er über 2000 Unterschriften gegen den Bau. Doch am 10. Juli 1991 fiel die Entscheidung im Rat: 26 der 43 Politiker stimmtenmit Ja. Das Bad durfte 17,42 Millionen D-Mark kosten.© Foto: Oskar Neubauer
Die Grundsteinlegung für das Projekt erfolgte am 29. Oktober 1992. Der Bau schritt zügig voran, so dass am 23. April 1993 großes Richtfest gefeiert wurde.© Foto: Michael Teller
Die Eröffnung wurde mit einem großen Fest gefeiert – mit Karibik-Klängen der Banana Show Company und freiem Eintritt. 803 Quadratmeter groß war die Wasserfläche. Im Mittelpunkt gab es ein Spaßbecken mit Grotte und Wasserfall.© Archivfoto: Oskar Neubauer
Der damalige Baudezernent Herbert Kluge testete vor der Eröffnung des Freizeit-Allwetterbades dreimal die Wasserrutsche, die 55 Meter lang ist.© Foto: Oskar Neubauer
Damals sah Bürgermeisterin Ursula Sobelat das Bad noch als architektonische Bereicherung für die Stadt und als "Standortfaktor für ansiedlungswillige Betriebe" an. Bei der Eröffnung am 18. Dezember 1993 übergab sie den symbolischen Schlüssel an Badmanager Joachim Crefeld.© Foto: Oskar Neubauer
Bis zu 600 Gäste sollten sich im Innern des Bades gleichzeitig aufhalten können, auf der Liegewiese bis zu weitere 4000 Personen.© Foto: Oskar Neubauer
Eine Theorie blieb die Preiskalkulation, die bei 250.000 Besuchern einen kostendeckenden Betrieb prognostizierte.© Foto: Oskar Neubauer
Am Wochenende wurde es ohne Zweifel oft eng in dem Bad, aber unter der Woche sah es oft ziemlich verwaist aus.© Foto: Oskar Neubauer
Trotz verkündeter Rekord-Besucherzahlen, die bis zu 700.000 Menschen pro Jahr reichen sollten, blieb das Bad stets ein Zuschussbetrieb.© Foto: Oskar Neubauer
Anfang 2009 waren dann die Zahlen so schlecht, dass der Bäderbeirat einstimmig beschloss, das FAB zum nächst möglichen Zeitpunkt zu schließen. Der Rat zog in seiner Sitzung am 18. Februar 2009 die Reißleine, bestätigte seine Entscheidung im November.© Foto: Bernd Paulitschke
So wurde es am 30. Dezember 2009 noch einmal voll. Denn an diesem Tag sollte das Spaßbad zum letzten Mal seine Türen öffnen.© Foto: Bernd Paulitschke
Um kurz vor halb sieben hatte Mitarbeiter Walter Sembritzki aufgeschlossen. Wie jeden Morgen. Hatte das Licht angemacht und eins der Becken gesaugt. Die Gäste sollten sich wohlfühlen im FAB. Auch am letzten Tag.© Foto: Bernd Paulitschke
Besonders die Stammgäste machte die Schließung traurig.© Foto: Bernd Paulitschke
Für das leer stehende Gebäude gab es Interessenten: Andreas Schauer legte im Januar 2010 der Stadt seine Pläne vor. Diese hatte er im Groben bereits 2007 präsentiert, als er das Bad sanieren wollte. Seine Idee: ein asiatischer Wellness-Tempel.© Grafik: Archiv
Neben einem Umbau des Bades in einen reinen Sauna- und Wellnesstempel wollte Schauer vor allem ein Hotel auf dem FAB-Gelände bauen. Doch die Hochwasserlinie verhinderte die Umsetzung.© Grafik: Archiv
Sommer 2010: Keine Gäste da, das Wasser ist aus den Becken abgelassen. Nur eine Hand voll Mitarbeiter verwaltet noch den Ausverkauf der Anlage.© Foto: Bernd Paulitschke
Auch wenn die Türen seit einem halben Jahr geschlossen waren, werden Autofahrer am Kreisel Schützenstraße immer noch zum FAB gelotst.© Foto: Reinhard Schmitz
Zerbrochene und umgeschmissene Bänke, erste Schäden an den Fliesen - Ende September 2010 dann der nächste Tiefpunkt: Die Bäder GmbH beschloss, die erhaltenden Maßnahmen am FAB einzustellen.© Foto: Bernd Paulitschke
Und nur wenig später die nächste negative Meldung: Das FAB erhielt einen Eintrag im Schwarzbuch 2010, in dem der Steuerzahlerbund Fälle von Verschwendung in Kommunen auflistet.© Foto: Bernd Paulitschke
Die Rutsche konnte bislang nicht verkauft werden. Ein Interessent aus dem Sauerland nahm wieder Abstand, weil Auf- und Abbau zu teuer geworden wären.© Foto: Reinhard Schmitz
Ein undichtes Dach, Wasser im Keller, ein teures Heizkraftwerk und kein Mieter in Sicht - zudem schlachteten Diebe die vorhandenen Leitungen und Kabel aus.© Foto: Reinhard Schmitz
Die Immobilie verfällt mehr und mehr: Schutt, einen alten Feuerlöscher und defekte Monitore haben Vandalen in das Schwimmbecken geworfen.© Foto: Reinhard Schmitz
Im Sommer 2013 zog die Stadt erneut die Reißleine und beschloss trotz der hohen Kosten den Abriss des Bades. Über 400.000 Euro wurden dafür veranschlagt. Von dem Geld könnte man sich 552 Jahre lang jeden Tag zwei Kugeln Eis kaufen. Oder lieber täglich eine Pommes Rot-Weiß.© Foto: Manuela Schwerte
Im Herbst 2013 rückten dann die Bauarbeiter an. Bevor der Bagger loslegen konnte, mussten zunächst die Kunststoff-Abdeckungen von Hand aussortiert und weggeschafft werden.© Foto: Reinhard Schmitz
Oktober 2013: Die gelbe Rutsche - quasi ein Sinnbild für das FAB - liegt auf den Trümmerbergen des ehemaligen Bades.© Foto: Reinhard Schmitz
Mit seinem Meißel zerlegt der Bagger die Reste des Schwimmbeckens. Der Abriss ist fast vollendet. Auch wenn es noch bis 2031 dauern wird, bis die zu 100 Prozent auf Pump finanzierten Baukosten zurückgezahlt sind: Das Kapitel FAB ist im Spätherbst 2013 fast abgeschlossen.© Foto: Reinhard Schmitz
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