Der Sportplatz und das benachbarte Gelände des ehemaligen Freizeit- und Allwetterbades sollen mit Wohnhäusern bebaut werden. © Oskar_Neubauer (A)
Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 in Schwerte: Das neue Schwerte

Es ist vermutlich das größte städtebauliche Projekt, das die Stadt Schwerte in den vergangenen Jahren angegangen ist. Über Grundstückstausch und Gewinne.

Das komplette Areal vom Schützenhof bis zum ehemaligen Gelände des Freizeit- und Allwetterbades wird neu gestaltet. Wandhofen erhält einen Sportplatz für zwei Fußballvereine und eine Reihe anderer Nutzer. Auf den Sportplätzen in Wandhofen und am Schützenhof sowie auf dem FAB-Gelände sollen mehrere hundert neue Wohnungen entstehen. Ende November gab der Rat den Startschuss.

Tausch von Grundstücken

Wie das gehen soll: Zunächst tauschen die Wirtschaftsförderungsgesellschaft und die Stadt zwei Grundstücke. Denn das Grundstück in Wandhofen, auf dem der Sportplatz gebaut werden soll, gehört der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises. Die hatte die Flächen, die einst für eine Erweiterung von Hoesch vorgesehen waren, gekauft, um dort Gewerbe anzusiedeln.

Dieses Grundstück bekommt die Stadt, die wiederum Flächen an der Wannebachstraße der Kreisgesellschaft übergibt, damit dort Gewerbe entwickelt werden kann.

Fixpreis für Sportanlage

Wenn das passiert ist, soll die Stadt einen Generalunternehmer mit dem Bau der Sportanlage beauftragen. Und zwar zu einem Fixpreis von 6,26 Mio. Euro. Denn auch wenn die Stadt der Überzeugung ist, am Ende nicht nur eine neue Sportanlage zu besitzen, sondern auch 2,4 Millionen Euro Gewinn zu machen, will man ein externes Controlling beauftragen, um die Kosten im Griff zu behalten.

Denn gleichzeitig beauftragte der Rat der Stadt die Verwaltung, auch die beiden Grundstücke, nämlich den Sportplatz in Wandhofen und das Areal Schützenhof/FAB, für mindestens 6 Millionen Euro zu verkaufen. Allerdings muss der Käufer zusätzlich ein überzeugendes städtebauliches Konzept vorlegen, die auf dem Sportplatz vermuteten Altlasten auf seine Kosten entsorgen und am Ende die politischen Gremien überzeugen. Denn die entscheiden, wer den Zuschlag bekommt.

Für Kindertagesstätten gibt es andere Lösungen

Nicht mehr in der Planung für dieses Konzept, sind die zwei Kindertagesstätten, die zum einen in Wandhofen und zum anderen am Schützenhof entstehen sollten. Im Fall der Kindertagesstätte Tausendfüßler will die Stadt das alte Gebäude ertüchtigen. Im Fall Wandhofen soll es eine andere unabhängige Lösung geben, erklärte Bürgermeister Dimitrios Axourgos. Und auch der neue Lidl-Markt sei nicht mehr geplant.

Bedenken im Rat

Im Rat ging die Vorlage aber nicht ohne Diskussionen über die Bühne. Vor allem die Grünen hatten Bedenken, die sie in einem Antrag auflisteten. Dazu gehörte auch die Überlegung, ob man sich denn mit dem Festpreis für das Grundstück nicht die Chance nehme, mehr zu erwirtschaften.

„Ich würde erwarten, dass der Überschuss größer ist, wenn man die Altlasten zuvor selbst saniert“, so Bruno Heinz-Fischer. Auch die Frage ob man eine derart luxuriöse Sportanlage brauche, beschäftigte den Rat. Und Philipp Köhler von der FDP mahnte an, dass Vereine wie Ergste ihren Platz selbst sanieren mussten.

Letztlich scheiterte der Antrag der Grünen an der Mehrheit und die Grünen stimmten nicht für den Beschlussvorschlag der Verwaltung. An der deutlichen Mehrheit im Rat für den Sportplatzbeschluss änderte das nichts.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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