Gut gelaunt, bewältigte das Team von Bäcker Becker den Kundenandrang zur Filialeröffnung in Villigst (v.l.): Britta Leier, Sarah und Sascha Ruhnke sowie Evelyn Nörenberg. © Reinhard Schmitz
Jahresrückblick 2020

Das Jahr 2020 in Schwerte: Wieder Brötchen in Villigst

„Der Duft nach frischen Brötchen in Villigst bleibt vorerst ein Traum“, hieß es noch Anfang Februar. Doch das änderte sich. Es blieb nicht nur bei der neuen Bäckerei.

Dinkelberger reihten sich neben schlesischem Gebäck, Baguettes und den anderen Spezialitäten, die geschmackvoll auf der nagelneuen, hölzernen Miniatur-Staffeleien lagen. Gut gefüllt waren die Brotregale in der neuen Bäcker-Becker-Filiale an der Villigster Straße am 18. Februar.

Schon in den ersten beiden Stunden, nachdem die Bäckerei an der Villigster Straße eröffnet war, musste der Firmen-Bulli dreimal Nachschub von der Backstube im Stammbetrieb der Bäckerei Becker an der Bahnhofstraße herankarren.

„Lebenszeichen für Villigst”

„Ich bin so happy, dass das endlich aufgemacht hat“, sagte Premieren-Besucher Uli Kopitz. Am Morgen machte er sich gleich auf den Weg, um sich eine Tüte mit goldbraunen Brötchen füllen zu lassen: „Das ist endlich ein Lebenszeichen für Villigst.“

Die Belebung sei auch gut für die benachbarte Apotheke. Manche Kunden wie Doris Vogt träumten schon weiter: Wenn jetzt auch noch eine Postfiliale in die Bäckerei käme. Die Gespräche dazu – so hatte Bäckermeister Sascha Ruhnke berichtet – liefen zu dem Zeitpunkt noch. Erst einmal war Ruhnke froh, dass nach langem Warten auf die Genehmigungen der Tag der Eröffnung gekommen war. Am Vorabend hatte er mit Ehefrau Sarah Ruhnke noch bis 19.30 Uhr die Regale eingeräumt und alles sauber gemacht.

Schwerstarbeit für die Kaffeemaschine

Nach kurzer Nacht und einer Frühschicht in der Backstube konnte er dann pünktlich um 8 Uhr die Türen in Villigst aufschließen. Kaum waren die Brotpapierbahnen entfernt, mit denen die Schaufenster seit Wochen abgeklebt waren, da strömten auch schon die ersten Kunden zur Tür herein. In der beleuchteten Glastheke lockten Berliner, Bienenstich und anderer Kuchen.

Daneben lagen Schokoküsse und abgepackte Nugatscheiben, um Brötchen zu belegen. „Am besten schmeckt das, wenn das Brötchen noch warm ist und das Nugat schmilzt“, sagte Inhaberin Sarah Ruhnke.

Die neue Kaffeemaschine hatte Schwerstarbeit zu verrichten. An einem der Tische, die im hinteren Teil des großzügigen Ladenlokals aufgestellt waren, gönnten sich Karin Mimberg und Doris Vogt dazu ein Stück Kirschstreusel. „Ich bin glücklich, dass wir den Bäcker hier haben“, sagte Karin Mimberg. Die Lage sei doch ideal, mit vielen Parkplätzen vor der Tür. Früher seien die Kinder zum Brötchenholen immer nach Schwerte gefahren und hätten sich dort in die Schlange gestellt: „Das ist jetzt bequemer.“

Noch mehr gute Nachrichten

Die nächste gute Nachricht für Villigst kam, langerwartet, im Mai. Ab der ersten Maiwoche konnten in der Filiale von Bäcker Becker auch Briefe und Pakete abgegeben werden. Die neue Postfiliale verbesserte die Infrastruktur des Ortsteils noch mehr, war die allgemeine Ansicht.

Ende September des vergangenen Jahres hatte die Deutsche Post ihre Filiale an der Villigster Straße 22 geschlossen. Nun öffnet sie wieder in unmittelbarer Nähe der Bäckerei Becker.

Und die Villigster können sich auf einen dritten Schub für ihren Ortsteil freuen. Die Eröffnung im November hat Corona noch ausgebremst, doch Inhaber Sascha Ruhnke hält an seinem Plan fest. Er will in Villigst ein Bistro eröffnen, „Das Beckers“. Geschirr und Kleidung für die Angestellten hat er bereits. Nur das corona-bedingte Bewirtungsverbot vereitelte bislang eine Eröffnung.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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