Das „Wandhofener Urgestein“ Dieter Schmikowski feiert am 19. Dezember den 75. Geburtstag

mlzEngagierter Schwerter

Den Schützen den Festplatz wegnehmen? Den Friedhof schließen oder die Feuerwehr-Löschgruppe? Nicht mit Dieter Schmikowski. Er kämpft für seinen Ortsteil. Und nicht nur für den.

Wandhofen

, 19.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ob Königreich-Schützen oder Dorfgemeinschaft, Löschgruppe oder Gemeinschaft für den Erhalt des Friedhofs. Wo in seinem Ortsteil etwas passiert ist, da war und ist Dieter Schmikowski vorneweg mit dabei. „Wandhofener Urgestein“ wird der vielseitig Engagierte deshalb oft genannt, der am Mittwoch, 19. Dezember, in aller Ruhe mit der Familie seinen 75. Geburtstag feiert. Dabei ist er in Schwerte-Ost geboren und „erst“ 1977 in den westlichen Stadtteil gezogen. „Der Liebe wegen“, wie er verrät. Der Technische Leiter bei einer Fenster- und Fassadenbau-Firma schaffte sich eine Eigentumswohnung an, wo er mit seitdem seiner Lebensgefährtin Ilona Lammert lebt.

Aus seiner alten Heimat, der Eisenbahner-Siedlung am Kreinberg, nahm Schmikowski seine politischen Überzeugungen mit. „Schwerte-Ost ist eine verschworene Gemeinschaft, das prägt“, sagt er: „Da hat jeder jedem geholfen.“ Weil ihn das Programm das SPD überzeugt hatte, war er schon 1966 in die Partei eingetreten. 35 Jahre lang leitete er den später aufgelösten Ortsverein Wandhofen und wurde auch in den Stadtrat gewählt, dem er von 1984 bis 2009 angehörte. In diese Zeiten fielen unter anderem die Beschlüsse zum Bau des (schon wieder abgerissenen) Freizeit-Allwetterbades und die Zustimmung zum Weiterbetrieb des Elsebads durch den Bürgerbad-Verein: „Das sind einige große Dinge.“

Schütze seit 1976

Beharrlichkeit und Verhandlungsgeschick, aus der Politik erprobt, waren auch im Bürgerschützenverein Königreich Wandhofen von Vorteil, dem Schmikowski schon ein Jahr vor seinem Umzug in den Ortsteil beigetreten war. 1979 wurde er Geschäftsführer, 1987 Vorsitzender. Eine Position, die er 18 Jahre lang übernahm, bis er seinen Nachfolger Frank Kayser eingearbeitet hatte. Schluss an vorderster Front war damit aber nicht, Denn kurz darauf wurde Schmikowski im Mai 2005 die Aufgabe des Schützen-Oberst angetragen.

Das „Wandhofener Urgestein“ Dieter Schmikowski feiert am 19. Dezember den 75. Geburtstag

Auch fürs Schützenwesen schlägt das Herz von Dieter Schmikowski © Foto: Bernd Paulitschke

Zum König geschossen hat er sich natürlich auch - in einem packenden Duell mit der jetzt amtierenden Majestät Helmut Paulokat. Das war aber schon 1985 mit „ein bisschen Brass im Bauch“, weil dem Verein verboten worden war, sein Fest auf dem angestammten Platz an der damaligen Grundschule zu feiern. „Ein Bürger hatte auf Ruhestörung geklagt und das Oberlandesgericht Hamm hatte ihm Recht gegeben“, erzählt Schmikowski. Doch der zog kurzerhand den Plan B aus der Tasche. Die Evangelische Kirchengemeinde stellte eine Pferdekoppel an der Strangstraße zur Verfügung, auf der heute das Ursula-Werth-Begegnungszentrum steht: „Donnerstags kam das Urteil des Oberverwaltungsgericht, am Freitag um 18 Uhr stand dort das Zelt und ich habe das erste Pils gezapft.“ Denn alle hatten mit angepackt. Auch der städtische Bauhof, der mit seinem schweren Gerät Stacheldrahtzäune und Pfähle entfernte.

Mit Bundesverdienstkreuz geehrt

In späteren Jahren wurden die Schützenkönige am Haus Ruhr gekrönt, bevor Schmikowski 2009 den aktuellen Festplatz an der Wandhofener Straßen von der Firma Thyssen-Krupp anpachten konnte. Dort feiert im Juli 2019 die - natürlich von Schmikowski - 2006 gegründete Dorfgemeinschaft ihr nächstes Dorffest.

Doch mittlerweile denkt der Jubilar schon einen Schritt weiter. Wenn die Stadt ihre Pläne für ein zentrales Fußballstadion im Wandhofener Bruch verwirklichen sollte, macht er sich für eine Mehrfachnutzung des Geländes stark. Der Parkplatz sollte von vornherein so gestaltet werden, dass man dort ein Festzelt aufbauen kann. Vorsichtshalber hat er schon Ansprüche geltend gemacht, um das Vorhaben „in geordnete Bahnen zu lenken“. „Da sehe ich noch eine Riesen-Aufgabe für mich“, sagt Schmikowski. Er wolle seinen Sachverstand in das Projekt entbringen. Denn er ist mehr als der freundliche „Opa Dieter“, als der er beim Wandhofener Weihnachtsmarkt am Lagerfeuer so sympathisch dem Nachwuchs Geschichten vorliest: „Da merkt man, was man den Kleinen für Freude machen kann.“

Als das „Urgestein“ im Dezember 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, würdigte man aber nicht nur seinen Einsatz für die Politik und den Schützenverein, sondern auch für die Feuerwehr. Bei der Aufstellung des städtischen Brandschutzkonzepts hatte sich Schmikowski dafür eingesetzt, die Löschgruppen in Geisecke und Wandhofen zu erhalten. 2008 versuchte die Stadt erneut erfolglos, sie aufzulösen: „Ich habe gekämpft wie ein Löwe.“ Und scheute sich nicht, mit seinem Anliegen bis zur Bezirksregierung in Arnsberg zu ziehen.

Feiern am Zentralstadion

Auch den Friedhof in seinem Ortsteil wollte sich Schmikowski nicht nehmen lassen. Schon 2011/2012 verhinderte er Pläne aus dem Rathaus, die dortige Trauerhalle zu schließen: „Fünf Jahre hat man uns dann in Ruhe gelassen.“ Doch schließlich drohte erneut der Abriss der Halle. „Das hat mich nochmal in die Ritterrüstung geschmissen“, sagt Schmikowski. Er ließ nicht locker, bis seine Gemeinschaft für den Erhalt des Friedshofes in Wandhofen per Vertrag die Pflege der Anlage übernehmen durfte. Von den 54 eingetragenen Mitgliedern erschienen jeweils durchschnittlich 15 Leute zu den Arbeitseinsätzen - eine beachtliche Quote. Auch die Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauhof verlaufe gut. Mittlerweile kämen sogar Anfragen aus ganz Deutschland wegen des Modells an.

Das „Wandhofener Urgestein“ Dieter Schmikowski feiert am 19. Dezember den 75. Geburtstag

Dieter Schmikowski kämpft für den Erhalt des Wandhofener Friedhofs. © Foto: Bernd Paulitschke

Das Wandhofener Urgestein blickt aber über den Kirchturm hinaus. Auch für die Schwerter hat er noch einen Vorschlag parat. Wenn das Zentralstadion am Wandhofener Bruch gebaut wird, soll der städtische Kindergarten Tausendfüßler von der Konrad-Zuse-Straße in einen Neubau auf dem Gelände des jetzten Schützenhof-Platzes umziehen. Doch was wird dann aus seinem jetzigen Gebäude? Für Schmikowski keine Frage: „Wir sollten es der Schwerter Jugend als Jugendheim zur Verfügung stellen.“

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