Das steht auf meinem Heilfasten-Speiseplan (nach Buchinger): Brühe, heiße Zitrone mit Honig und Wasser. © Carolin West
Selbstversuch

Den Körper von innen reinigen: Das ist beim Heilfasten zu beachten

Für das sogenannte Heilfasten gibt es zahlreiche Methoden und Möglichkeiten. In einem Selbstversuch nimmt Redakteurin Carolin West Sie auf ihre Reise mit. Diesmal: Was sollte man im Vorfeld beachten?

Wer „Heilfasten“ in die Google-Suche eingibt, erhält mehr als eine Millionen Treffer. Firmen preisen Abführmittel, Suppenkur- und Saftkur-Sets, eine „Fastenbox“ sowie zahlreiche Bücher zum Thema an. Immer wieder taucht jedoch ein Name auf: Buchinger.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist das Heilfasten eine jahrtausendealte Tradition, die „der Reinigung von Körper, Geist und Seele dienen“ soll. Die hierzulande bekannteste Form gehe auf den Arzt Otto Buchinger (1878-1966) zurück, der sie als „Diät der Seele“ bezeichnet.

Gegenüber dem klassischen Fasten, bei dem Fastende nichts als Wasser zu sich nehmen, gibt es dabei vor allem einen Unterschied: Dem Körper wird weiterhin eine gewisse Menge an Energie zugeführt. „Heilfasten wirkt laut Buchinger nicht nur auf der medizinischen Ebene, sondern auch auf psychosozialer und spiritueller Ebene“, schreibt die DGE dazu.

Es geht nicht um Gewichtsreduktion

Anders als beispielsweise beim Intervallfasten, bei dem tageweise gar nicht oder täglich zu einer gewissen Tageszeit nichts gegessen wird, geht es beim Heilfasten nicht um Gewichtsreduktion. Das dabei verlorene Gewicht ist vor allem Wasser.

Stattdessen wird das Heilfasten zur Reinigung des Körpers angewandt, dient bei gewissen Krankheitsbildern als zusätzliche Therapie oder als Einstieg in eine Gewichtsabnahme. Es kann auch den Stoffwechsel ankurbeln.

Weil das Heilfasten nach Buchinger eine der bekanntesten Formen und von der DGE gut und verständlich beschrieben ist, habe ich diese Methode für meinen Selbstversuch gewählt. Darüber hinaus halte ich mich an die Empfehlung der Ärztegesellschaft für Heilfasten und Ernährung, die eine Fastendauer von sieben bis zehn Tagen vorschlägt.

In meinem Fall werden es sieben Tage sein. Hinzu kommen – auch nach der Empfehlung – ein Vorbereitungstag und drei Nachbereitungstage.

Das steht auf dem Speiseplan

Am Tag vor der Fastenkur sollte ich demnach bereits meine Kalorienzufuhr auf etwa 1000 Kilokalorien reduzieren. Am ersten richtigen Tag erfolgt die Darmreinigung: 30 bis 40 Gramm Glaubersalz (Abführmittel) werden in einem Liter Wasser aufgelöst. Die Flüssigkeit muss innerhalb von 20 Minuten getrunken werden.

30 Minuten später sollen erneut 500 Milliliter bis ein Liter Wasser oder ungesüßter Tee getrunken werden. In den folgenden Tagen stehen ebenfalls nur Flüssigkeiten auf dem Speiseplan (Angaben pro Tag):

  • 250 Milliliter Gemüsebrühe
  • 250 Milliliter Obst- oder Gemüsesäfte (im Idealfall frisch gepresst)
  • 30 Gramm Honig
  • mindestens 2,5 Liter Wasser oder Kräutertee

Weil ich persönlich keine Obst- oder Gemüsesäfte mag und Honig nicht pur essen möchte, ersetze ich diesen Punkt durch eine frisch gepresste Zitrone in heißem Wasser und löse den Honig darin auf.

Nach sieben Tagen Fastenkur muss sich der Körper erst langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen. Für den ersten Tag empfiehlt die DGE einen rohen Apfel und einen Teller Kartoffelsuppe (auch andere Suppen sind möglich), in den darauffolgenden Tagen kann die Kalorienzufuhr dann nach und nach gesteigert werden: von 800 auf 1.000, auf 1.200 und schließlich auf 1.600 Kilokalorien.

Für einen nachhaltigen Effekt: Nicht wie vorher essen

Wer einen nachhaltigen Effekt erzielen oder sogar eine Gewichtsabnahme starten möchte, sollte danach weiter auf eine gesunde Ernährung achten und nicht wie vorher essen. Wenn der Körper schon einmal heruntergefahren ist, sollte das auch genutzt werden.

Wichtig: Längere Fastenkuren (mehr als eine Woche) sollten unbedingt von einem Arzt begleitet werden. Wer viel Sport treibt, darf täglich zusätzlich eine geringe Menge an Milchprodukten zu sich nehmen, beispielsweise ein Glas Buttermilch.

Wer nach einigen Tagen merkt, dass die Kur eher schadet als guttut, sollte nicht aus Stolz das Fastenbrechen hinauszögern. Jeder Körper reagiert unterschiedlich.

Wie ich mich auf meine Fastenkur vorbereite, lesen Sie im nächsten Artikel, der in den kommenden Tagen erscheint.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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