Der Vogel des Jahres 2010 kommt bei Anglern gar nicht gut an

Kormoran

SCHWERTE Jüngst ernannte der Naturschutzbund den Kormoran zum Vogel des Jahres und zog sich damit den Zorn von Sportanglern und Besitzern von Fischteichen zu. Denn die schwarzen Taucher jagen pro Tier bis zu 500 Gramm Fisch täglich.

von Von Heiko Mühlbauer

, 13.10.2009, 14:56 Uhr / Lesedauer: 1 min
Seit Jahren haben die Fischer in Deutschland und speziell in Norddeutschland mit immer weiter steigenden Populationen des schwarz gefiederten Kormorans zu kämpfen.

Seit Jahren haben die Fischer in Deutschland und speziell in Norddeutschland mit immer weiter steigenden Populationen des schwarz gefiederten Kormorans zu kämpfen.

So dezimieren die Kormorane den Bestand an Aalen und Äschen extrem. „Der Vogel ist noch nicht einmal selten“, so Sahlmann. Gerade im Bereich des Stausees in Hengsen könne man sehen, was passiere, wenn sich eine größere Kolonie dieser Vögel hier niederlasse. Die Brutinsel in der Mitte sei durch den scharfen Kot der Tiere so verseucht, dass sie fast verlassen sei. Genau das sei aber ein Argument dafür, dass sich der Bestand der Tiere von alleine einpendeln würde, meinen Naturschützer. Sie werfen den Fischern Eigennutz vor. „Nicht wenige Naturnutzer verstehen unter ,Gleichgewicht’, das was ihnen am meisten nutzt“, so Dieter Ackermann von der AGON Schwerte.

Die Arbeitsgemeinschaft zählt seit Jahren die Wasservögel an der Ruhr und auf dem Stausee. Dabei haben sie festgestellt, dass die Population nach einem rasanten Ansteigen Mitte der 90er Jahre nun wieder sinkt. Obwohl der Kormoran unter Naturschutz steht, darf er nach dem so genannten Kormoranerlass der Landesregierung mit Genehmigung bejagt werden. Der Naturschutzbund läuft dagegen Sturm. In einer Resolution werfen sie den Anglern vor, mit ihren Brutmaßnahmen und künstlichem Besatz der Gewässer erst die Vögel angelockt zu haben, um dann ihren Abschuss zu fordern. Dem hält Sahlmann entgegen: „Weder die heimischen Gewässer noch die Vogelwelt sind das Ergebnis unberührter Natur.“ Der Mensch sei eben eher geneigt, sich für vermeintlich bedrohte Vögel einzusetzen als für die weniger niedlichen, für ihn nicht sichtbaren Fische.

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