Dicke Bretter auf der Werkbank

CDU-Stadtverbandschef Wolfram Weber über Aufgaben und Visionen

16.05.2007 / Lesedauer: 3 min

RN-Redakteur Heiko Mühlbauer sprach mit dem neuen Vorsitzenden des Stadtverbandes, Wolfram Weber, über Kommunalpolitik und Zukunftspläne. Sie sind erst mit Ende 30, also relativ spät zur Kommunalpolitik gekommen. Was hat sie bewogen sich da einzusetzen? Weber : Als ich 1997 nach Ergste zog, wusste ich, hier will ich mit meiner Familie bleiben. Deshalb fand ich es nötig, bei der Gestaltung des Ortes mitzumachen, in dem meine Kinder aufwachsen. Und warum in der CDU? Weber: Das hatte damals relativ wenig mit Parteiprogrammen und viel mit der Ortsunion zu tun. Damals habe ich mich viel mit Bernhard Vickermann unterhalten und es hat mir gefallen, wie sich die CDU in Ergste für ihren Ortsteil einsetzt. Was macht Wolfram Weber anders als Jürgen Paul? Weber : Nun, mein Vorgänger hatte angesichts der Probleme in der Fraktion nicht viel Zeit für andere Themen. Jetzt müssen wir zurück zur Sachpolitik kommen, und da braucht man einen langen Atem. Bei Themen wie der B 236 und Bahnhofsumfeld müssen dicke Bretter gebohrt werden. Bei allen anstehenden Themen sehe ich mich als Moderator zwischen Fraktion, Ortsunionen, Vereinigungen und Mitgliedern. Was ist für Sie sonst ein wichtiges Thema für die nächsten Jahre? Weber : Auf jeden Fall der demographische Wandel. Da darf die Wertschätzung zwischen den Generationen nicht verloren gehen. Man muss nicht immer nur klagen, sondern die Veränderungen nutzen. Nicht jeder, der aus dem Berufsleben ausscheidet, ist automatisch aus dem öffentlichen Leben ausgeschieden. So könnte ich mir vorstellen, dass Senioren in der Arbeit der offenen Ganztagsschule mitwirken. Thema demographischer Wandel: Ist die Schwerter CDU zu alt? Weber: Das Durchschnittsalter der Parteimitglieder von über 59 Jahren ist sicherlich ein Grund, sich damit zu beschäftigen. Das Problem ist: Parteiarbeit ist nicht sexy, nicht cool oder fun. Aber ich bin selber ja auch nicht jung zur Politik gestoßen. Wichtig ist, dass wir als gutes Beispiel dienen und es dadurch junge Leute noch als erstrebenswert ansehen, Politik zu machen. Das geht nur, wenn man tut, was man sagt und sagt, was man tut. Wird sich in Zukunft bei der Aufstellung der Ratskandidaten etwas ändern? Weber: Wir werden uns das Verfahren genau angucken und dann sehen: Die Kandidaten sollen nach ihren Interessen und Fähigkeiten ausgesucht werden. Wichtig ist, wer wie in welchem Ausschuss etwas beitragen kann. Gibt es eine politische Vision, die Sie für Schwerte haben? Weber: Ich würde mir ein städtisches Bündnis für Klimaschutz wünschen. Das könnte von einem Ideenkatalog für Firmen und Private bis zu einer Datenbank für Mitfahrgelegenheiten reichen. Denn auch hier gilt: Große Themen fangen im Kleinen an.

Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung Passanten müssen auf die Straße ausweichen

So will Dieter Schmikowski das Gehweg-Problem an der Wandhofener Straße bekämpfen