Die Nachbarn vom Hanseweg danken ihrem Helden: Mit Zivilcourage einen Einbruch verhindert

mlzKriminalität in Schwerte

Die Anwohner vom Hanseweg halten zusammen. Nachdem der Reihe nach eingebrochen wurde, passt jeder auf das Haus der anderen auf. Mit Erfolg. Am Samstag stellten sie einen mutmaßlichen Täter.

Schwerte

, 07.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche standen schon mit einer Flasche Wein als Dankeschön vor seiner Haustür: Die Anwohner vom Hanseweg haben ihren Held. Denjenigen unter ihnen, der so viel Zivilcourage bewies, dass er am Samstagabend einen mutmaßlichen Einbrecher auf frischer Tat schnappte. „Ich finde das ganz großartig“, lobt stellvertretend für alle Frank Drews den Mann, dessen Name zur Sicherheit seiner Familie ungenannt bleiben soll: „Gut, dass wir alle so zusammenhalten.“

Kürzlich wurde noch ins evangelische Pfarrhaus eingebrochen

Jeder hier in der Neubausiedlung passt auf die anderen Häuser auf, wo gefühlt fast alle schon einmal von einem Einbruch betroffen waren. Nur kurz um die Ecke, neben dem Johanneshaus, war noch am vierten Adventssonntag das evangelische Pfarrhaus heimgesucht werden. Die Täter kamen durch die eingeschlagene Scheibe der Terrassentür, berichtete Pfarrer Hartmut Görler. Der Anblick danach möchte keiner erleben: „Die Einbrecher haben in allen Räumen Schränke durchwühlt und großes Chaos hinterlassen.“

Dunkel gekleidete Gestalten knieten vor der Terrassentür

Am Samstag war die Vorgehensweise eine andere. Die Dunkelheit war hereingebrochen. Es regnete, sodass sich außer Hundebesitzern wohl kaum jemand freiwillig auf der Straße aufhielt. Ideale Bedingungen für kriminelle Gestalten. Doch die hatten nicht damit gerechnet, dass sie beobachtet wurden. Durch das Schlafzimmerfenster sah die Frau des couragierten Nachbarn, wie zwei Männer vor dem Nachbarhaus knieten. Dunkel gekleidet, mit Mütze und Wollhandschuhen getarnt, versuchten sie dort offenbar, die Terrassentür aufzuhebeln. Als Tatwerkzeug wurde ein großer Stemmmeißel gefunden, der wohl beim Fluchtversuch in die Büsche geworfen worden war.

Ohne zu zögern, rannte der Anwohner mit seinem Sohn die Treppen herunter, um die Unbekannten zur Rede zur stellen. „Bitte, bleiben Sie stehen. Sie haben hier nichts zu suchen“, sprach er sie höflich an. Und hörte noch eine Ausrede, dass man nur die italienische Verwandtschaft besuchen wolle. Per Terrassentür?

Mutmaßlicher Mittäter floh in einem silberfarbenen VW-Passat

Wenigstens einen der Beiden ließ der Nachbar nicht entkommen. Er packte ihn und hielt ihn fest, bis die Polizei eintraf. Seinem mutmaßlichen Komplizen gelang die Flucht. Anwohner berichten, dass er dabei unentwegt mit einem Handy telefoniert habe und später in ein Auto gestiegen sei. Es soll sich um ein älteres Modell eines silberfarbenen VW-Passat handeln. Ein Nachbarin konnte mit ihrer Tochter noch ein Stück hinterher fahren. Doch dann verlor sich die Spur.

Jetzt fahndet die Polizei nach dem Mann, dessen mutmaßlicher Mittäter in Untersuchungshaft kam. Der 52-jährige Kölner, den der Hanseweg-Held so mutig gestellt hat, ist der Polizei gut bekannt.

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