Tödliche Hundeseuche Staupe verbreitet sich immer mehr in Schwerte

mlzHundekrankheit Staupe

Der Hund hat Fieber, ist abgeschlagen. Bei schwerem Verlauf stirbt er sogar. Die Staupe ist zurück, auch in Schwerte. Es gibt mehrere Ursachen dafür, aber nur einen Schutz dagegen.

Schwerte

, 26.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Symptome sind vielfältig: hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Immer öfter klagen Hundebesitzer darüber, dass ihre Tiere an der Staupe erkranken. Und die ist nicht ungefährlich.

Dr. Stefan Wolf, Tierarzt in Schwerte, rät Hundebesitzern, ihr Tier jährlich gegen Staupe impfen zu lassen.

© Holger Bergmann

Einen Besorgnis erregender Trend beobachtet der Schwerter Tiermediziner Dr. Stefan Wolf seit länger Zeit. „Vor zwei Jahren konnte man zum ersten Mal eine Zunahme der Fallzahlen bemerkten“, sagt Stefan Wolf in seiner Praxis an der Schützenstraße.

Zahlen hat Wolf nicht, mittlerweile sind aber die Gründe für die Rückkehr der Infektionskrankheit bekannt:

  • 1. Hundewelpen aus Osteuropa: Tierschützer raten schon immer davon ab, süße Hundewelpen mit unklarer Herkunft von fahrenden Händlern zu kaufen. Diese Tiere werden unter qualvollen Bedingungen gezüchtet und kommen ungeimpft nach Deutschland. Viele dieser Tiere bringen die Staupe mit. Und gerade bei Welpen kann die Krankheit tödlich verlaufen.
  • 2. Aus Osteuropa gerettete Tiere: Tierschutzorganisationen vermitteln herrenlose Hunde aus Staaten wie Polen oder der Ukraine in wohlhabende Länder. Diese Tiere werden zwar von den Tierschützern geimpft, so Wolf: „Aber sie werden nicht darauf untersucht, ob sie die Krankheit bereits in sich tragen“. Auch so kann das Virus nach Deutschland kommen.
  • 3. Impfmüdigkeit: Ein geimpfter Hund ist gegen die Staupe geschützt, doch spätestens nach zwei Jahren, so Wolf, gehe der Impfschutz wieder verloren. Viele Hundebesitzer versäumen oder sparen sich die jährliche Impfauffrischung. Die Kombipräparate kosten zwischen 40 und 60 Euro. Manche Hundehalter lassen ihre Tiere auch bewusst nicht impfen, weil in manchen Foren für Hundebesitzer Fake-News über das Impfen kursieren, berichtet Stefan Wolf.

Und was kann man gegen die Krankheit machen

Der Schwerter Tierarzt rät zur jährlichen Impfung, damit den Hunden eine gefährliche und oft tödliche Krankheit erspart bleibt. Bei jungen Hunden betrifft die Staupe in der Regel die Atemweg.

Ausfluss aus der Nase und den Augen sind Hinweise auf die Staupe, die bei Welpen besonders schwer und oft tödlich verläuft.

Staupe schädigt die Immunabwehr der Hunde

Bei älteren Tieren tritt die Staupe häufig in ihrer „nervösen Form“ auf. „Die Hunde werden lichtscheu und zucken zurück, wenn sie ins Licht treten“, berichtet Stefan Wolf. Außerdem schädigt die Staupe die Immunabwehr und die Hunde können an weiteren Infektionen erkranken.

Dr. Stefan Wolf warnt zudem vor einer weiteren aktuellen Gesundheitsgefahr für Hunde.

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Seiner Information nach ist bei den Füchsen in den umliegenden Wäldern momentan die sogenannte „Fuchs-Räude“, ein Befall mit der Grabmilbe, weit verbreitet.

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