Diese Ausrede des Bürgermeisters kam in der Strafverhandlung gar nicht gut an

Sup Peiter

Mit „Sup Peiter" wurde in Westhofen am Samstagabend das traditionsreiche Nachbarschaftsfest gefeiert. Dimitrios Axourgos musste sich dabei für sein frühes Verschwinden rechtfertigen.

von Maximilian Stascheit

Schwerte

, 25.02.2019, 18:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diese Ausrede des Bürgermeisters kam in der Strafverhandlung gar nicht gut an

Die Nachbarschaft Westeneicken feierte das Sup Peiter im Evangelischen Gemeindehaus. © Bernd Paulitschke

Mit dieser Ausrede von Bürgermeister Dimitrios Axourgos (SPD) waren sie in der „Niederschen Noberschoap" so gar nicht einverstanden. Der Verwaltungschef, der seinen Wohnsitz im vergangenen Jahr nach Schwerte verlegt hat, war mit großem Zeitdruck im Hause Breer eingetroffen. Schließlich stand am Samstagabend auch noch die große Gala von „Schwerte tanzt" an, bei der sich das Stadtoberhaupt ebenfalls blicken lassen wollte. „Normalerweise ist es üblich, dass der Bürgermeister den ganzen Abend bei uns bleibt", tadelte Oberrichter Ulrich Benke. Selbstverständlich musste er bei dem Nachbarschaftsgericht nach dem Pfefferpotthast-Essen deshalb als Sünder vor dem Ofen Platz nehmen und finanziell Buße entrichten.

Diese Ausrede des Bürgermeisters kam in der Strafverhandlung gar nicht gut an

Die Herren aus der Niedersten feierten im ehemaligen Restaurant Haus Breer. © Bernd Paulitschke

Gerüchte um einen Bauzaun am Rathaus

Das frühe Verschwinden war jedoch nicht der einzige Vorwurf: Es wurde gemunkelt, dass der Bürgermeister im vergangenen Jahr einen unansehnlichen Bauzaun vor dem Rathaus kurzerhand beiseite geschafft haben soll, um seinem Bruder ein schöneres Hochzeitsfoto zu ermöglichen. Obwohl der Angeklagte beteuerte, es handele sich dabei um ein falsches Gerücht, musste er zur Strafe 100 Euro in die Nachbarschaftskasse entrichten. Geehrt wurde hingegen Franz Reif, der mit seiner 45-jährigen Zugehörigkeit das älteste Mitglied der Nachbarschaft ist und dafür einen Mettwurstorden erhielt.

Neuer Job für Schützenkönig Matthias Rohde

Ordentlich zu tun hatten die Schräpper auch bei den „Westlichen“ im Evangelischen Gemeindehaus. Unter anderem musste sich Schützenkönig Matthias Rohde für seine Geburtstagsparty im vergangenen Jahr rechtfertigen: Oberrichter Stefan Petruschke stellte fest, dass er am selbsten Tag wie der König Willem Alexander 50 Jahre alt geworden war. Während der niederländische König 150 Gäste geladen hatte, feierte der Schwerter Regent eine Riesenfeste mit über 200 Teilnehmern. Rohde stellte sich außerdem in einer neuen Funktion in den Dienst der Gemeinschaft: Nachdem Fritz Brenne sein Amt als erster Schräpper aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hatte, wurde er zu dessen Nachfolger gewählt. Brenne hingegen trägt künftig den Titel des Ehrenschräppers.

Diese Ausrede des Bürgermeisters kam in der Strafverhandlung gar nicht gut an

Bei der Nachbarschaft Ostenpote, die sich im katholischen Pfarrheim traf, blieben auch die jüngsten Mitglieder nicht vor dem Ofen verschont. © Bernd Paulitschke

Alle drei Nachbarschaften verzeichnen viele Neumitglieder

Trotz der harten Verhandlungen vor dem Wotansfeuer verzeichneten alle drei Nachbarschaften jedoch auch zahlreiche Neuaufnahmen. „In den letzten Jahren musste man sich immer Gedanken machen, dass das irgendwann ausstirbt, aber danach sieht es aktuell nicht aus", freute sich Dirk Hanné, der bei den „Östlichen“ als Schreiber fungiert. Die uralte Tradition dürfte also noch lange fortleben.

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