Diese Geschäfte bleiben in Schwerte weiterhin geschlossen

mlzWirtschaft in Schwerte

Geschäfte mit einer Größe von über 800 Quadratmetern müssen auch weiterhin geschlossen bleiben. Eigentlich. Nicht bei allen herrschte am Donnerstag Klarheit über die neuen Regelungen.

Schwerte

, 17.04.2020, 10:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was die Entscheidung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten vom Mittwochabend konkret bedeute, darüber herrschte auch einen Tag später bei einigen größeren Geschäften noch Ungewissheit. Dabei erschien die Faktenlage zunächst eindeutig: Alle Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern dürfen ab dem kommenden Montag wieder öffnen. Dazu kommen alle Auto- und Fahrradhändler sowie Buchhandlungen.

Für die Geschäfte in Schwerte beutetet das, dass das Schuhcenter Siemes, C&A, Woolworth und Askania geschlossen bleiben müssen. Überlegungen größerer Läden, die Verkaufsfläche vorübergehend auf maximal 800 Quadratmeter zu reduzieren, erteilte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann am Donnerstagnachmittag eine Absage.

„Das ist eine Form von Wettbewerbsverzerrung“

Ulf Wollrath, Geschäftsführer der IHK Dortmund für den Bereich Handel, übte am Donnerstagmorgen im Gespräch mit unserer Redaktion jedoch scharfe Kritik an der Entscheidung: „Warum soll ein Betrieb mit mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften nicht erfüllen können, indem es zum Beispiel Wachpersonal einsetzt? Das ist eine Form von Wettbewerbsverzerrung, unter der die großen Betriebe sehr zu leiden haben.“

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Entsprechend verärgert hatte zunächst auch Michael Reuper, Geschäftsführer des Wohnwelt Reuper in Geisecke, auf die Entscheidung reagiert: „Das ist für mich inkonsequent und nicht nachvollziehbar.“ Seine Mitarbeiter hat er zum Teil bereits in Kurzarbeit geschickt; seit vier Wochen sind die Auftragsbücher nun schon komplett leer.

Sonderregelungen für NRW: Reuper darf doch öffnen

Am Nachmittag endete sich jedoch die Lage, nachdem Laumann in Düsseldorf vor die Presse getreten war und eine Sonderregelung für NRW verkündet hatte, demzufolge nun auch Einrichtungshäuser und Babymärkte unabhängig von ihrer Größe wieder öffnen dürfen. Via Brancheninformationsdienst erfuhr er von der veränderten Situation.

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Für andere wiederum herrschte auch am Abend immer noch Ungewissheit. So war auch nach der Pressekonferenz der Landesregierung nicht klar, ob das Dänische Bettenlager seine Filiale in Schwerte nächste Woche wieder öffnen darf. Das Geschäft an der Rosenstraße überschreitet die Größe von 800 Quadratmetern. „Wir sind hier aktuell auch noch am Rätselraten, inwiefern bei uns die Sonderregelungen für Einrichtungshäuser gelten“, teilte ein Sprecher der Firmenzentrale auf Anfrage mit. Fest stehe aber, dass die Kette sämtliche Filialen in jedem Fall am Montag noch geschlossen lässt, um sich auf die neuen Hygienemaßnahmen einzustellen.

Sicher geöffnet bleibt hingegen die Hammer-Filiale an der Hagener Straße, da die Kette - zumindest nach NRW-Maßstäben - zu den Baumärkten zählt. Auch die aufgrund von Kurzarbeit zwischenzeitlich eingeführte Einschränkung der Öffnungszeiten wurde wieder aufgehoben.

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