Dieser 14-Jährige aus Schwerte hat eine preisgekrönte Übersetzungs-App programmiert

Jugend-forscht-Gewinner

Eine App, die automatisch den Text in eine andere Sprache übersetzt - Samuel Khadra (14) aus Schwerte hat sie entwickelt. Die Idee für „Jugend forscht“ beschäftigt sogar Patent-Anwälte.

Schwerte

von Maximilian Stascheit

, 20.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der 14-jährige Softwareentwickler Samuel Khadra gewann mit mit seinem Programm den ersten Preis beim Regionaltag des Wettbewerbs "Jugend forscht".

Der 14-jährige Softwareentwickler Samuel Khadra gewann mit mit seinem Programm den ersten Preis beim Regionaltag des Wettbewerbs "Jugend forscht". © Maximilian Stascheit

Viele Details über die technischen Hintergründe seiner selbst entwickelten Software lässt sich Samuel Khadra nicht entlocken. Mit einer App, welche Textnachrichten automatisch in andere Sprachen übersetzt und damit eine unkomplizierte Kommunikation zwischen verschiedenen Ländern und Kulturen ermöglicht, räumte er beim Regionaltag des Wettbewerbs „Jugend forscht“ den ersten Preis ab und qualifizierte sich damit für den Landeswettbewerb.

Nachdem der 14-Jährige im vergangenen Jahr bereits mit seiner selbst entwickelten Backup-Software für die Laptop-Klassen des Schwerter Ruhrtal-Gymnasiums (RTG) erfolgreich war, steht er nun bereits zum zweiten Mal in Folge auf der Liste der Preisträger. „Ziemlich gut übersetzt“ seien die Texte, wie Khadra selbst sagt. Qualitativ könnten sie andere Anbieter wie den Google-Übersetzer durchaus übertreffen.

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Laufendes Patentverfahren

Klar, dass sich der junge Softwareentwickler seine Programmierung so gut wie möglich schützen lassen möchte. Eine eigene Firma hat er bereits gegründet, ist damit der jüngste Unternehmer in NRW. Nun kümmern sich Anwälte um die Patentierung.

Angesprochen auf die technischen Hintergründe, verweist Khadra lediglich auf Künstliche Intelligenz, den Nutzen von neuronalen Netzen und maschinellem Lernen. Bevor das aufwendige Patentverfahren nicht abgeschlossen ist, will er seine Entwicklung bestmöglich vor potenziellen Nachahmern schützen. Die Jury von „Jugend forscht“ jedenfalls war von dem Projekt so angetan, dass sie Khadra in die höhere Altersgruppe der 15- bis 21-Jährigen hinaufstufte. Denn auch auf Landes- und Bundesebene trauen sie ihm einiges zu.

Knapp ein Jahr hat Khadra, der neben Deutsch und Englisch auch Spanisch und Arabisch spricht, an der Software gearbeitet. An vielen freien Nachmittagen, Wochenenden und schlaflosen Nächsten befasste er sich mit der Programmierung. Noch gibt es sie nur als Web-Version; die passende App möchte er bis zum Start des Landeswettbwerbs im April fertig haben.

Gefahr von Bioplastik

Ebenfalls erfolgreich bei „Jugend forscht“ waren zwei weitere RTG-Schüler: Marvin Kraus und Timo Kompernaß. Mit ihrem Forschungsprojekt, das die Auswirkungen von Bioplastik auf Kleinorganismen untersucht, gewannen sie den Sonderpreis des Landes NRW in der Kategorie „Umwelt“. „Ein großes Problem auf dieser Welt ist der Müll“, erklärt Timo Kompernaß den Auslöser für ihre Untersuchung. Schließlich gehe es bei „Jugend forscht“ darum, wissenschaftliche Lösungsansätze für aktuelle Probleme zu finden. Deshalb setzten sie sich genauer mit Bioplastik auseinander, das vor allem im Verpackungsbereich Anwendung findet.

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Bio-Plastik? Wieso sterben dann die Mehlwürmer?

Dazu versetzten sie kleine aus Maisstärke hergestellte Polylactid-Stücke mit Mehlwürmern. „Die Ausgangshypothese war, dass sie das verdauen können“, erläutert Remon Hippert, der am Ruhrtal-Gymnasium die Forscher-AG leitet. Auch zum Erstaunen der Schüler stellte sich allerdings heraus, dass die Mehlwürmer deutlich schneller starben als in der Vergleichprobe mit Styropor. In den nächsten Schritten wollen sie nun - auch mit professioneller wissenschaftlicher Unterstützung - herausfinden, welche Inhaltsstoffe des Bioplastik genau für den schnellen Tod der Tiere verantwortlich sind.

Sollte sich ihre Erkenntnis jedoch konkretisieren, könnte das erhebliche Auswirkungen auf die Industrie haben. „Die Firmen ziehen die Konsumenten damit ein bisschen über den Tisch“, findet Timo Kompernaß. Schließlich lasse sich das Bioplastik den Untersuchungen der beiden Schüler zufolge zwar von Bakterien zersetzen, schade aber zugleich den Insekten. „Das wollen wir jetzt wissenschaftlich belegen“, erklären die beiden Schüler. Dann sollen ihre Erkenntnisse auch den herstellenden Firmen präsentiert werden.

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