Im Tonstudio unter dem Dach seines Hauses am Beckenkamp komponierte und schrieb Michael Blaschzyk das Lied „Du mein Schwerte". Hier war auch schon die Hymne „Hallöchen aus Ergste" einstanden. © Reinhard Schmitz
Kultur in Schwerte

Doppelt hält besser – Schwerte hat plötzlich zwei Hymnen

Zwei Musiker hatten dieselbe Idee. Auch Michael Blaschzyk hat eine Hymne über Schwerte geschrieben. Sie unterschiedet sich sehr vom Lied von Theo Spanke. Dazu gibt es einen Wettbewerb.

Das Lied hat Ohrwurm-Charakter. Einmal gehört, geht die Melodie so schnell nicht wieder aus dem Sinn. Und der Text setzt das Kopfkino nur so in Gang. Bilder vom bunten Treiben auf dem Ruhrtalradweg huschen vorbei, von einem Abend in der Rohrmeisterei, von einem Sommertag auf der Liegewiese im Elsebad.

Alles das, was Michael Blaschzyk in seiner Hymne auf die Ruhrstadt so treffend besingt. „Du mein Schwerte“ – so ist in jeder Zeile zu spüren – kommt ihm aus dem Herzen. Ob es eine ähnliche Karriere hinlegen wird wie das vieltausendfach geklickte „Hallöchen aus Ergste“, das der 46-Jährige einst gemeinsam mit Texter Gunther Gerke geschrieben hat?

Michael Blaschzyk wollte keine Volksmusik, sondern Country-Klänge

Lange Zeit musste die Ruhrstadt ja darauf warten, musikalisch angehimmelt zu werden. Wandernde Pfadfindergruppen stimmten vielleicht mal „Schwerte ist ´ne schöne Stadt, juppheidi-juppheida“ mit den austauschbaren Jux-Strophen aus dem roten Liederbüchlein „Mundorgel“ an. Und das „Schwaieter Pannekaukenlied“, gern von Männerchören ins Repertoire genommen, beschreibt nur ganz allgemein die Männer aus Westfalen mit ihrer Vorliebe für Reibekuchen mit Speck.

Und jetzt mischen auf einmal gleichzeitig zwei Schwerte-Hymnen die Szene auf. Vor ein paar Tagen noch Theo Spankes „Schein, mein Schwerte“, dann „Du mein Schwerte“ von Michael Blaschzyk. Völlig unabhängig hatten beiden Musiker die Idee und das Bedürfnis – und wollen sich auch nicht in Konkurrenz zueinander sehen.

Orgelmusiker
Bei der Kirchenmusik werden Personalkosten eingespart. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Schon in der Melodie unterscheiden sich beide Titel. „Ich wollte was anderes machen als Volksmusik“, sagt Michael Blaschzyk und setzt auf Country-Klänge, die von der Zusammenarbeit mit der Sängerin Susan Kent inspiriert worden sind. In seinem Kämmerchen hoch unter dem Dach seines alten Arbeiterhäuschens neben dem Hoesch-Profilwerk setzte er sich an die 30 Jahre alte Orgel.

Das Komponieren dauerte nicht lange, das Texten etwas länger: „Ich habe überlegt, was wichtig für Schwerte ist.“ Und dazu zählt ganz besonders die Nachbarschaft, wo man füreinander da ist. Wo ein Anruf reicht, dass man sich hilft. Das posaunt gleich die allererste Strophe in alle Welt hinaus.

Pluspunkte gibt es mehr als genug für die Stadt, in der sich Michael Blaschzyk seit sechs Jahren zu Hause fühlt. Schwieriger war es sicherlich, eine Auswahl zu treffen, damit das Loblied nicht zu lang wird. Einer der Ersten, der es zu Ohren bekam, war Lucas Flock von der Veranstaltungstechnik-Firma Mainmix in Geisecke.

Der Experte veredelte quasi die Aufnahme aus dem Dachboden-Musikzimmer in seinem professionellen Tonstudio, indem sie auf dem Keyboard umgesetzt und mit eingespielten Gitarrenklängen gemischt wurde. Damit aus allem noch ein richtiges Video für das Internetportal Youtube werden konnte, steuerte die Fotografin Manuela Schwerte für die begleitende Diashow noch ihre stimmungsvollsten Motive aus der Ruhrstadt bei.

Wettbewerb: Jeder kann ein Video zu der Schwerte-Hymne einsenden

„Ich habe überlegt: Was kann man für seine Stadt tun?“, nennt Michael Blaschzyk seinen Antrieb. Das ist ihm gelungen während der Zeit, als durch Corona im März alle Auftritte abgesagt wurden. Auch die Sat1-Fernsehserie „Die Familienhelfer“, in der der Fachberater für Gewaltprävention die Hauptrolle spielt, verhängte plötzlich einen Drehstopp.

Doch das Projekt „Du, mein Schwerte“ geht jetzt noch weiter. Der Komponist hat zu einem Wettwerb aufgerufen: „Jeder, der Lust und Laune hat, kann ein Video dazu machen und schicken.“

Alle Einsendungen (an: video@dumeinschwerte.de) sollen beim nächsten Pannekaukenfest gezeigt werden, wo eine Fachjury das beste Video prämieren soll. Schon am ersten Tag nach der Veröffentlichung gab es die ersten Bewerbungen – darunter ein kompletter Chor, der das Lied singen möchte.

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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