Wer abnehmen möchte, muss sich nicht nur von Obst und Gemüse ernähren. Kalorienzähler-Apps helfen dabei, den täglichen Bedarf im Blick zu behalten. Doch nicht alle sind sinnvoll aufgebaut. © Carolin West
Kalorienzähler-Apps

Drei der bekanntesten Fitness-Apps im Vergleich: Vom Kalorienzählen bis zum Workout

Wer mit dem Smartphone nach Fitness- und Kalorienzähler-Apps sucht, bekommt unzählige Vorschläge. Aber was können die Anwendungen wirklich? Wir haben drei Apps unter die Lupe genommen.

Im App-Store bringt die Suche nach Fitness- und Kalorienzähler-Apps unzählige Ergebnisse. Zu den populärsten gehören MyFitnessPal, WW (früher Weight Watchers) und Yazio.

Wir haben das Angebot der drei Anwendungen gecheckt und in den Kategorien „Anmeldung und Kosten“, „Optik und Handhabung“, „Kalorienzähler und Lebensmittel-Eingabe“ sowie „Sonstige Angebote und Inhalte“ verglichen. Was die Apps können – und was nicht – haben wir hier zusammengefasst:

Anmeldung und Kosten

MyFitnessPal-Anmeldung: Die App bietet zunächst eine kostenlose Registrierung an. Es folgt ein Fragebogen, der beispielsweise nach dem persönlichen Ziel (Abnehmen, Gewicht halten, Zunehmen), der Körpergröße, dem aktuellen Gewicht und dem Zielgewicht fragt.

Nach der Auswahl eines Nutzernamens ist die Registrierung abgeschlossen.

Danach zeigt die App das individuelle Kalorienziel an – bei unserer Eingabe (Ziel: knapp 4 Kilogramm abnehmen) sind das 1200 Kalorien am Tag.

Kosten: Die Eingabe der Lebensmittel inklusive Kalorienzähler ist frei nutzbar. Auch die einmonatige Testversion von MyFitnessPal ist kostenlos.

Wer das Probe-Abo nicht nach einem Monat kündigt, rutscht automatisch in ein Premium-Abonnement. Das beinhaltet, neben der Ernährungsaufzeichnung, noch weitere Funktionen. Ein monatliches Premium-Abo kostet 9,99 pro Monat. Ein jährliches Abo kostet 49,99 Euro (4,17 Euro pro Monat).

MyFitnessPal bietet einen kostenlosen Probe-Monat und verschiedene Abo-Modelle an. Günstiger ist das Jahres-Abo.
MyFitnessPal bietet einen kostenlosen Probe-Monat und verschiedene Abo-Modelle an. Günstiger ist das Jahres-Abo. © Carolin West © Carolin West

WW-Anmeldung: Die App bietet einen 14-tägigen kostenlosen Test an. Und auch hier gibt es zunächst einen Fragebogen, der beispielsweise nach dem aktuellen Wohlbefinden, der Körpergröße und dem Gewicht fragt. Danach gibt es die Möglichkeit, den Grund oder die Gründe für die gewünschte Gewichtsabnahme anzugeben – um eine Zunahme oder die Gewichtserhaltung geht es hier nicht. Laut den Machern der App ist es möglich, bis zu 1 Kilogramm pro Woche zu verlieren.

Es folgen mehrere Fragen zur Ernährung und der Einstellung zum Essen sowie zur alltäglichen körperlichen Bewegung und gezielten Sporteinheiten. Außerdem fragt die App nach der aktuellen Denkweise.

Nach der E-Mail-Registrierung zeigt die App das individuelle Smartpoints-Ziel an – bei unserer Eingabe sind das 16 tägliche Punkte und 28 Punkte, die zusätzlich über die Woche verteilt werden können. WW zählt nämlich keine Kalorien im herkömmlichen Sinne.

„Bei der Berechnung der Smartpoints spielen nicht nur die Kalorien eine Rolle, sondern auch Zucker, gesättigte Fettsäuren und Eiweiß. Die Smartpoints bewerten also jedes Lebensmittel ganzheitlich“, schreiben die Macher des Programms dazu.

Kosten: Nach dem 14-tägigen kostenlosen Test folgt der übergangslose Wechsel in ein bezahltes Abonnement. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Das Digital-Abo kostet 22,95 Euro pro Monat, hinzu kommt eine einmalige Anmeldegebühr über 29,95 Euro.

Das Digital 360-Abo kostet 29,95 Euro im Monat, hinzu kommt eine einmalige Anmeldegebühr über 29,95 Euro. Das Unlimited Workshops und Digital-Abo kostet 42,95 Euro im Monat, hinzu kommt eine einmalige Anmeldegebühr über 29,95 Euro.

Yazio-Anmeldung: Die App begrüßt den Nutzer auf der Startseite direkt mit der Frage nach dem persönlichen Ziel (Abnehmen, Muskeln aufbauen, Gewicht halten). Danach geht es um das Thema, bei dem Yazio den Nutzer unterstützen könnte (Kalorien zählen, Intervallfasten, leckere Rezepte, gesunde Ernährungspläne).

Zudem fragt die App beispielsweise das aktuelle und das Zielgewicht sowie die Körpergröße und das Alter ab. Es folgt der persönliche Plan – bei unserer Eingabe sind das 1330 Kalorien und acht Gläser Wasser pro Tag, zudem sollen wir 10.000 Schritte gehen.

Kosten: Die Testversion ist kostenlos und beinhaltet den Kalorienzähler. Die Pro-Version kostet 44,99 Euro pro Jahr. Wer nur die Testversion nutzen möchte, ist aber nicht gezwungen ein Abo abzuschließen.

Optik und Handhabung

MyFitnessPal-Optik: Die App ist minimalistisch aufgebaut. Sie bietet neben der Startseite, die die Kalorien für den Tag anzeigt, unter der Option „Tagebuch“ die Möglichkeit, Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Snacks einzutragen. Auch die Menge des getrunkenen Wassers kann angegeben werden.

Ebenso wie Sporteinheiten und ein möglicher Gewichtsverlust oder -anstieg, der auch unter „Fortschritt“ verzeichnet wird. Die Reiter „Startseite“, „Tagebuch“ und „Fortschritt“ sind am unteren Rand des Bildschirms angesiedelt. Alle anderen Optionen sind über weitere Klicks erreichbar.

Zumindest die Testversion enthält zum Teil Werbeanzeigen.

Handhabung: Die allgemeine Handhabung der App ist simpel. Je nachdem, welche Eingabe-Option gesucht wird, muss man sich aber möglicherweise ein bisschen durchklicken.

WW-Optik: Die App sieht ansprechend aus und bietet auf der scrollbaren Startseite den Überblick über die Smartpoints, die Mahlzeiten, die Menge des getrunkenen Wassers, die Bewegung, den Schlaf, News, empfohlene Rezepte, die beliebtesten Posts der WW-Community (eine Instagram-ähnliche Seite), Angebote aus dem WW-Shop, Workouts und Meditationen.

Zudem gibt es die Möglichkeit, zur Rezepte-Übersicht zu wechseln und sich Lebensmittel anzeigen zu lassen, die für den eigenen Plan Null Smartpoints haben. Am oberen Bildschirmrand kann man zwischen den Reitern „Lebensmittel“ und „Aktivität“ (hier werden Schritte gezählt und Sporteinheiten eingetragen) wechseln. Zudem gibt es die „Lebensmittel-Suchen“-Option und einen Barcode-Scanner für Lebensmittel-Verpackungen.

Am unteren Bildrand befinden sich die Reiter „Startseite“, „Wins“ (auch hier kann man Punkte sammeln und WW-Premien abstauben), „News“ und „WW-Community“.

Handhabung: Die allgemeine Handhabung der App ist simpel. Allerdings ist sie voll von Informationen, Rezepten und Co., sodass es eine Weile dauern kann, bis man alles entdeckt hat. Das viele Scrollen könnte für manche störend sein.

Yazio-Optik: Die App ist bunt und ähnlich minimalistisch aufgebaut wie MyFitnessPal. Sie bietet auf der scrollbaren Startseite einen Überblick über die täglichen Kalorien, die Mahlzeiten, sportliche Aktivitäten, das Gewicht und die Menge des getrunkenen Wassers. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich Notizen zu machen.

Am oberen Bildschirmrand gibt es den „Kalender“-Reiter, der zur Erfolgsübersicht führt. Am unteren Bildschirmrand sind die Reiter „Startseite“, „Rezepte“ und „Coach“ zu finden. Über weitere Klicks können beispielsweise Sporteinheiten oder Lebensmittel hinzugefügt werden.

Zumindest die Testversion enthält zum Teil Werbeanzeigen.

Handhabung: Die allgemeine Handhabung der App ist simpel. Das Scrollen könnte auch hier störend oder unübersichtlich sein.

Yazio errechnet den täglichen Kalorienbedarf anhand eines Fragebogens. Es gibt auch die Möglichkeit, Sporteinheiten einzutragen.
Yazio errechnet den täglichen Kalorienbedarf anhand eines Fragebogens. Es gibt auch die Möglichkeit, Sporteinheiten einzutragen. © Carolin West © Carolin West

Kalorienzähler und Lebensmittel-Eingabe

MyFitnessPal: Die App zählt klassisch die Kalorien der Lebensmittel. Bei unserem Beispiel haben wir täglich 1200 Kalorien zur Verfügung. Ein beispielhafter Tag – zwei Scheiben Vollkornbrot mit Frischkäse und Gurke zum Frühstück, ein Stück Hähnchenfleisch mit Naturreis und Sojasauce zum Mittagessen und ein Obstsalat (Apfel, Orange, Mango, Kiwi) zum Abendessen – hat 1596 Kalorien.

Der tägliche Kalorienbedarf wäre damit bereits um 395 Kalorien überschritten, obwohl die Mahlzeiten gesund und ausgewogen sind. Platz für (gesunde) Snacks gäbe es hier nicht.

Die Lebensmittel-Eingabe erfolgt manuell. Zudem gibt es die Möglichkeit, bereits berechnete Rezepte einzugeben und Lebensmittel-Verpackungen mit dem Barcode-Scanner zu scannen. Die manuelle Eingabe ist sehr mühsam. Die Namen der Lebensmittel sind oft irreführend. Und auch die Mengenangabe ist schwierig. Oft gibt es nur feste Größen zur Auswahl, weshalb die Mengenangaben und Kalorien-Ergebnisse leicht von den beiden anderen Apps abweichen.

WW: Die App zählt Smartpoints statt Kalorien. Bei unserem Beispiel haben wir täglich 16 Punkte zur Verfügung. Hinzu kommen 28 wöchentliche Punkte, die zusätzlich über die Woche verteilt werden können. Bei 5 bis 24 Smartpoints pro Tag isst man im gesunden Bereich.

Unser Beispiel-Tag hat hier insgesamt acht Punkte – die Hälfte der täglichen Punkte wäre also noch übrig. Neben gesunden Snacks würden die sogar für ein Wassereis zum Nachtisch reichen – oder eine Kugel Milchspeiseeis. Die geringe Zahl der verbrauchten Punkte resultiert aus den Zero-Points-Lebensmitteln.

Zumindest in unserem Beispiel-Plan haben Obst, Gemüse, Hähnchen und Reis keine Punkte. Welche Lebensmittel Null Punkte haben, variiert je nach WW-Plan.

Die Lebensmittel-Eingabe erfolgt manuell. Zudem gibt es die Möglichkeit, bereits berechnete Rezepte einzugeben und Lebensmittel-Verpackungen mit dem Barcode-Scanner zu scannen. Viele Lebensmittel-Marken sind mit genauen Angaben im System eingepflegt. Mengenangaben können haarklein in Stück, Scheibe, Esslöffel, Teelöffel, Gramm, Handvoll und Packung beziehungsweise Tüte erfolgen.

WW (früher Weight Watchers) zählt Kalorien nicht im herkömmlichen Sinne. Die App arbeitet stattdessen mit Smartpoints.
WW (früher Weight Watchers) zählt Kalorien nicht im herkömmlichen Sinne. Die App arbeitet stattdessen mit Smartpoints. © Carolin West © Carolin West

Yazio: Die App zählt klassisch die Kalorien der Lebensmittel. Bei unserem Beispiel haben wir täglich 1330 Kalorien zur Verfügung. Unser Beispiel-Tag hat hier 1143 Kalorien. Es wären also noch 187 Kalorien übrig, die beispielsweise für ein zusätzliches Obst reichen würde.

Die Lebensmittel-Eingabe erfolgt manuell. Zudem gibt es die Möglichkeit, selbst Rezepte einzugeben, abzuspeichern und diese dann direkt anzuwählen. Da die Mengenangaben hier ähnlich genau möglich waren wie bei WW, sollten die Kalorienangaben hier ebenfalls genauer sein. Einige Lebensmittel-Marken und -Produkte sind im System hinterlegt.

Sonstige Angebote und Inhalte

MyFitnessPal: Zusätzlich zum Kalorienzähler bietet MyFitnessPal unter anderem die Unterteilung in Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Protein), Fitness- und Ernährungspläne, Workout-Videos, eine Nahrungsmittel-Analyse, Mahlzeiten und Rezepte sowie die Möglichkeit, Trainingskalorien abzuziehen an.

Kostenlos ist allerdings nur der Kalorienzähler. Alle übrigen Funktionen gibt es nur im bezahlten Abo beziehungsweise in der vorgeschalteten einmonatigen Testversion.

WW: Zusätzlich zum Kalorien- beziehungsweise in diesem Fall Punktezähler bietet WW unter anderem Workout-Videos, Audio-Coachings und Meditationen, Allgemeine Informationen zum Thema Fitness, gesunder Schlaf und gesunde Ernährung in Artikel-Form, Rezepte, den WW-Shop mit eigenen Lebensmitteln und die WW-Community-Seite an.

Zudem gibt es die Möglichkeit unter „Auswärts essen“ die Punkte für zahlreiche beliebte Restaurant-Gerichte herauszusuchen. Unter „Zero-Points-Lebensmittel“ erfährt man, welche Lebensmittel im eigenen Plan Null Punkte haben.

Kostenlos ist hier nur das 14-tägige Test-Abo. Das enthält allerdings direkt alle Funktionen. Um die weiter nutzen zu können, ist zwingend ein Abo nötig. Die oben genannten Funktionen bietet bereits das günstigste Abo (Digital) an. Experten-Tipps kommen bei Digital 360 hinzu, Coachings (vor Ort oder virtuell) bietet das Unlimited Workshops und Digital-Abo an.

Yazio: Zusätzlich zum Kalorienzähler bietet Yazio unter anderem die Möglichkeit, Aktivitäten einzutragen, Intervallfasten, Rezepte und Ernährungspläne an.

Die Testversion ist dauerhaft nutzbar und beinhaltet den Kalorienzähler. Alles andere gibt es in der bezahlten Pro-Version.

Fazit: Aufpassen bei der Kalorien-Berechnung

Der Kalorienbedarf zum Abnehmen ist bei MyFitnessPal und Yazio sehr knapp bemessen. Für eine Crash-Diät mag das reichen, dauerhaft könnte es aber niemand durchhalten – und es wäre auch nicht gesund. Das ist leider ein Problem vieler Kalorien-Rechner.

WW könnte indes dazu verleiten, übrig gebliebene Punkte für Süßigkeiten oder ungesunde Lebensmittel zu verbrauchen – solange man im Punkte-Budget bleibt, wäre das aber noch nicht einmal tragisch. Anders als Apps, die Kalorien zählen, ist mit WW am ehesten eine ausgewogene Ernährung und vor allem eine dauerhafte Ernährungsumstellung möglich.

Wer lieber Kalorien als Punkte zählen und in kürzerer Zeit Gewicht verlieren möchte, sollte sich eher an Yazio als an MyFitnessPal halten. Yazio ist einfacher zu handhaben und bietet bessere Möglichkeiten, die Lebensmittel in der richtigen Mengenangabe einzutragen.

Dauerhaft sollte man diese geringe Kalorienzufuhr allerdings nicht beibehalten.

Über die Autorin
Redakteurin für Schwerte und den Dortmunder Süden
Redakteurin, davor Studium der angewandten Sprachwissenschaften in Dortmund und Bochum. Sportbegeistert und vor allem tänzerisch unterwegs.
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Carolin West

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