Drohnen über Schwerte: Überwachung der Felder für den Tierschutz

mlzAktion der Landwirte

Überall in den Feldern verstecken sich junge Rehkitze vor ihren Feinden. Vielen von ihnen werden die Geräte der Landwirte zum Verhängnis. Doch die wollen helfen, mit einem Drohnen-Service.

Schwerte

, 24.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tage werden länger, es wird wärmer und in Feld und Wald wird eine neue Generation junger Wildtiere geboren. Jetzt ist sie da, die Zeit der Rehe und Hirsche. Und sie müssen sich besonders vorsichtig vor vielen Feinden schützen.

Die Rehmutter legt ihren Nachwuchs – meist ein bis drei Kitze – in das hohe Gras der Heuwiesen. Weil dem kleinen Wild noch der Eigengeruch fehlt, können sie nicht mal von Jagdhunden aufgespürt werden. Meist werden sie nur durch Zufall gefunden.

Drohnen fliegen mit Wärmebildkamera und suchen junge Kitze

Was also sonst Tier oder Mensch kaum leisten kann, muss die Technologie übernehmen. Denn der angeborene Schutzmechanismus der Jungtiere kann ihnen zum Verhängnis werden. Nämlich dann, wenn die Landwirte beginnen, ihre Felder zu mähen. Der Mähtod ist für viele vorprogrammiert.

Da bringt auch der ohrenbetäubende Piepton der Wildwarngeräte am Mähwerk nichts. Die jungen Kitze vertrauen auf ihren Instinkt und bleiben bei Gefahr regungslos an Ort und Stelle liegen.

Landwirte können dann einen speziellen Drohnen-Service für ihre Flächen nutzen. In den frühen Morgenstunden, vor Sonnenaufgang wird die Wiese mit Drohne und integrierter Wärmebildkamera abgeflogen.

Kitze und andere Lebewesen erscheinen durch ihre höhere Körpertemperatur im Vergleich zu ihrer Umgebung dann als weißer Punkt auf dem Bildschirm des Drohnenpiloten.

Per Funk kann eine zweite Person an diese Stelle gelotst werden, die das Kitz mit Handschuhen und viel Gras aus der Wiese trägt. Den Hautkontakt mit dem Menschen zu vermeiden ist dabei äußerst wichtig, da Ricken ihre Kitze sonst später nicht mehr annehmen.

Jeder kann helfen: Hunde anleinen, keinen Müll hinterlassen, auf den Wegen bleiben

Zum Schutz und um zu vermeiden, dass sie in die Wiese zurück wechseln, werden die Kitze in einem großen gut belüfteten Karton untergebracht und sofort nach der Mahd zurück in die Wiese gelegt. Die Mutter wird später nach Ihrem Nachwuchs sehen und ihn versorgen.

Der Aufwand der Landwirte und Jäger lohnt sich. Er erspart vielen Tieren großes Leid und verhindert zusätzlich, dass die Ernte durch Tierkadaver verunreinigt wird. Aber jeder kann etwas zum Schutz der Tiere beitragen: Hunde anleinen, die Wege nicht verlassen, sich Jungtieren nicht nähern oder sie anfassen und keinen Müll hinterlassen.

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