Dürfen Pferdeäpfel auf der Straße liegen bleiben?

Schwerter Reitlehrerin im Gespräch

Für Fußgänger ist es oft unappetitlich, wenn sie sich ihren Weg durch einen Haufen Pferdeäpfel bahnen müssen. Wir haben mit einer Reitlehrerin und der Stadt Schwerte gesprochen: Dürfen die Reiter den Mist der Tiere einfach liegen lassen? Oder drohen dann Bußgelder? Und wie kann man die Äpfel am besten einsammeln?

WANDHOFEN

, 06.08.2017, 08:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wibke Marquardt ist passionierte Reiterin. Sie liebt ihre Pferde und die Ausritte. Für liegengelassene Pferdeäpfel auf Straßen oder Gehwegen hat sie dennoch kein Verständnis. „Das geht auch anders“, ist sie überzeugt.

Wie das geht, machen Marquardt und ihre Reitschüler täglich rund um Wandhofen vor. Eine Tüte für die Hinterlassenschaft, eine Tasche mit Kehrschaufel und Harke – schon sei das Problem fürs Erste gelöst. Die Reiterin: „Wenn man auf dem Pferd sitzt, merkt man genau, wenn das Tier etwas fallen lässt. Dann steigt man kurz ab, schiebt die Pferdeäppel wenigstens eben in den Rinnstein und sammelt sie später ein, wenn das nicht sofort geht.“

Dazu bediene sich der Reiter am besten des „Appleboys“, einer praktischen Kehrschaufel am langen Stil mitsamt einer handlichen Mistgabel.

"Man hinterlässt seinen Mitmenschen nicht seine Hinterlassenschaften“

Wibke Marquardt vermittelt ihren Schülern diese „Reiterpflicht“ schon in der Ausbildung. „Für mich hat das was mit gegenseitiger Rücksichtnahme zu tun. Man hinterlässt seinen Mitmenschen nicht seine unangenehmen Hinterlassenschaften.“

Im Umkehrschluss würden sich die Reiter manchmal übrigens über etwas mehr Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer freuen. „Wenn Autofahrer uns laut hupend eng überholen, ist das nicht spaßig, denn es erschreckt möglicherweise die Pferde“, sagt Wibke Marquardt.

35 Euro kostet der nicht beseitigte Pferdekot

Auf Reitwegen sei die Beseitigung der Pferdeäpfel nicht nötig, auf Spazierwegen, die sich Pferde und Fußgänger teilen, dagegen schon. Die Reiter sind übrigens nicht nur moralisch, sondern auch per Ortssatzung zur Entfernung des Pferdekots verpflichtet.

Stadt-Pressesprecher Alexander Nähle erinnerte erst neulich an den Bußgeldkatalog, der für die Verunreinigung durch Tiere ein Bußgeld von 35 Euro vorsieht. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Hund oder Pferd die Verursacher sind. Die Reiterplakette sei ebenso wenig eine Legitimation, den Dreck liegen zu lassen, wie die Hundesteuermarke.

Im Gegensatz zum Hundekot gilt der Pferdemist allerdings wegen seines hohen Gehalts an Mineralstoffen und Zellulose als wertvoller Dünger. Wibke Marquardt kennt eine Menge Hobbygärtner, die sich gern Pferdedung am Stall abholen. „Sie wollen ihn aber verständlicherweise nicht von der Straße abkratzen“, sagt sie.

Obwohl Pferdeäpfel im Vergleich zu den Verdauungsprodukten anderer Tiere kaum röchen. Marquardt: „Eine Stunde nach dem Äppeln riechen sie schon gar nicht mehr.“ Das sei allerdings keinesfalls ein Grund, sie einfach auf der Straße liegen zu lassen.

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