Eicheln, Bucheckern und Maisfelder lassen Wildschwein-Population ansteigen

Überangebot an Nahrung

SCHWERTE Deutsche Bauern und Jäger ächzen unter den Wildschweinen, die sich in Wäldern rund um die Ruhrstadt immer weiter vermehren. Jagdberater Hans-Heinrich Hiddemann kann nur spekulieren, woran das liegen mag. „Die Population ist durcheinander geraten. Das liegt an dem äußerst guten Nahrungsangebot und den milden Wintern“, ist er überzeugt.

von Von Sophie Bissingen

, 01.10.2009, 16:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eicheln, Bucheckern und Maisfelder lassen Wildschwein-Population ansteigen

Laut dem Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV) wurden noch nie so viele Wildschweine wie im vergangenen Jagdjahr zwischen April 2008 und März 2009 geschossen. Landesweit sollen mehr als 640.000 Wildschweine erlegt worden sein. Auch im Kreis Unna wurde viel geschossen, aber nicht deutlich mehr als im Vorjahr. „Wir haben hier im Kreis im vergangenen Jagdjahr 181 Wildschweine erlegt, allein in Schwerte 99 Stück. Das ist mehr als die Hälfte des Kreises, was aber daran liegt, dass Schwerte einen so großen Waldanteil hat“, sagt Hiddemann. Eine Überpopulation der Wildschweine in den Wäldern kann schnell zum Ausbruch der Schweinepest führen, die im schlimmsten Fall auch auf Hausschweine übertragen werden kann. Aber auch Kollisionen mit Wild im Straßenverkehr und Wildschäden auf Äckern und Wiesen sind dann nicht zu verhindern.

„Es werden leider immer mehr Wildschweine“, sagt Hiddemann. Im Zehn-Jahres-Vergleich wurden im Jagdjahr 1996/97 lediglich 45 Wildschweine im Kreis Unna erlegt. Auch in diesem Jahr wird ein Anstieg der Wildschweinpopulation befürchtet – ebenso wie ein großer Wildschaden auf Feldern. „Derzeit sind die Wildschweine fast ausschließlich im Wald und mästen sich mit Eicheln und Bucheckern. Wenn es feuchter wird, brauchen sie allerdings tierisches Eiweiß. Dann gehen sie aus den Wäldern ins Grünland und graben nach Engerlingen und Würmern“, sagt er. Ebenso steht dann der Mais als Delikatesse bereit. In Griff zu bekommen ist die Situation nur durch intensive Bejagung. „Leider werden nur wenig revierübergreifende Jagden gemacht“, ist sich Hiddemann bewusst.

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