Das große Grundstück übernimmt die Diakonie Mark-Ruhr in Erbpacht von der Hermann Fleitmann´schen Studienstiftung; darauf stehen schon das Grete-Meißner-Zentrum (l.) und ein Sichtbetonblock mit 18 Behindertenwohnungen (r.). © Reinhard Schmitz
Bauprojekt Schützenstraße

Ein Kindergarten mit Premium-Blick auf Mühlenstrang und Ruhrwiesen

Einen neuen Kindergarten baut die Diakonie Mark-Ruhr in etwas zurückgesetzter Lage an der Schützenstraße. Der Gesamtkomplex wird vier Etagen hoch und noch besondere Wohnungen enthalten.

Zehn nagelneue Spaten glänzten an der Schützenstraße in der Frühlingssonne. Zu sehr abgenutzt werden sollten ihre eisernen Blätter an diesem Montagmittag (1. März) aber nicht. Als sie ihren Zweck erfüllt hatten, waren nicht einmal die Papieraufkleber mit dem Markenzeichen des Herstellers verkratzt. Schließlich ging es nur um einen ersten Spatenstich für einen neuen Kindergarten und Wohnungen für Menschen mit Behinderung in der Nachbarschaft des Grete-Meißner-Zentrums.

Viergeschossiger Komplex läuft unter dem Titel „Inklusives Leben“

Dass für den symbolischen Akt so viele Werkzeuge ausgegeben werden mussten, bewies aber das große Interesse an dem Projekt der Diakonie Mark-Ruhr. Deren Geschäftsführer Volker Holländer konnte viele offizielle Gäste begrüßen – von Bürgermeister Dimitrios Axourgos über Superintendentin Martina Espelöer bis zu den beteiligten Architekten. Seit anderthalb Jahren schon planen sie an dem viergeschossigen Komplex, der unter dem Titel „Inklusives Leben“ neben dem Kindergarten auch 17 öffentlich geförderte Wohnungen für Menschen mit Behinderungen enthalten soll. Außerdem sind vier frei finanzierte Wohnungen in dem Neubau vorgesehen, der etwas zurückgesetzt hinter den Nachbarhäusern hochgezogen wird.

Zehn nagelneue Spaten waren an die Offiziellen beim symbolischen ersten Spatenstich an der Schützenstraße 16 verteilt worden, wo die Diakonie Mark-Ruhr einen Kindergarten und 21 Wohnungen errichtet.
Zehn nagelneue Spaten waren an die Offiziellen beim symbolischen ersten Spatenstich an der Schützenstraße 16 verteilt worden, wo die Diakonie Mark-Ruhr einen Kindergarten und 21 Wohnungen errichtet. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

„Es war teilweise ein steiniger, teilweise ein mühsamer Weg“, sagte Volker Holländer über die Vorbereitungsphase: „Und natürlich hat uns auch Corona an manchen Stellen in unseren Planungen zurückgeworfen.“ Trotzdem hofft er, den Bau bis Ende 2022 fertigstellen zu können – den Kindergarten sogar möglichst schon etwas eher, damit dessen Eröffnung näher an den Beginn des Kindergartenjahrs 2022/23 heranrückt. Die viergruppige Einrichtung in Trägerschaft der Diakonie Schwerte bietet Platz für 75 Mädchen und Jungen. Sie wird dem Gebäude an der rückwärtigen Seite geschützt vorgelagert. Vom angrenzenden Außenspielgelände fällt der Blick auf den Mühlenstrang und die Ruhrwiesen.

Grundstück in Erbpacht von der Fleitmann´schen Studienstiftung

Das ausgedehnte Grundstück wurde in Erbpacht von der Hermann-Fleitmann´schen Studienstiftung übernommen, der in direkter Nachbarschaft auch das Gelände des Grete-Meißner-Zentrums und des Sichtbeton-Wohnblocks der Diakonie gehört, dessen 18 Altenwohnungen inzwischen von Menschen mit Behinderungen genutzt werden. Der Pachtzins dient wie die übrigen Stiftungserträge dazu, Stipendien an junge Studierende vergeben zu können. Nach jahrzehntelangem Brachliegen musste der Baugrund jetzt erst einmal von allem Wildwuchs befreit werden. Der Bagger, der beim symbolischen Spatenstich still im Hintergrund blieb, hatte seine Kettenspuren schon hinterlassen.

Einen viergeschossigen Komplex mit einem Kindergarten und 21 Wohnungen für Ambulant Betreutes Wohnen errichtet die Diakonie auf dem etwas zurückgesetzten Grundstück an der Schützenstraße 16.
Einen viergeschossigen Komplex mit einem Kindergarten und 21 Wohnungen für Ambulant Betreutes Wohnen errichtet die Diakonie auf dem etwas zurückgesetzten Grundstück an der Schützenstraße 16. © Reinhard Schmitz © Reinhard Schmitz

Knapp 5,9 Millionen Euro steckt die Diakonie Mark-Ruhr in das Projekt, in dem zusätzlich noch ihr Familienunterstützender Dienst Räume bekommt, um Eltern und Angehörigen von behinderten Menschen Unterstützung und Entlastung anbieten zu können. Rund um die Uhr betreut werden die Wohnungen für Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderung nicht. Was ihre Mieter selbstständig erledigen können, manchen sie selbst – so das Konzept. Der Fachdienst begleitet sie nur für einige Stunden, wo es nötig ist.

Ziel: Das Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap fördern

Ein Ziel des Vorhabens ist es, die Teilhabe behinderter Menschen und das Miteinander von Menschen mit und ohne Handicap zu fördern. Weitere Vernetzungsmöglichkeiten sehen die Planer beispielsweise in generationenübergreifender Zusammenarbeit zwischen dem Kindergarten und der Altenbegegnungsstätte Grete-Meißner-Zentrum.

„Das sind zwei Projekte in einem, die in der Stadt Schwerte gut angenommen werden“, sagte Dimitrios Axourgos. Da könne er sich nur bedanken und wünschen: „Toi-toi-toi, dass alles gut geht.“

Über den Autor
Redaktion Schwerte
Reinhard Schmitz, in Schwerte geboren, schrieb und fotografierte schon während des Studiums für die Ruhr Nachrichten. Seit 1991 ist er als Redakteur in seiner Heimatstadt im Einsatz und begeistert, dass es dort immer noch Neues zu entdecken gibt.
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Reinhard Schmitz

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