Matthias Hein hat sich der Initiative der Kultursekretariate NRW angeschlossen und wirbt bei Angela Merkel um mehr Rückendeckung für die Kultur. © Foto: Reinhard Schmitz
Corona-Krise

Eine Stimme in Berlin: Matthias Hein kämpft für die Schwerter Kultur

Die Kultur ist von der Corona-Krise besonders betroffen. 100 Städte und Gemeinden in NRW haben dazu einen offenen Brief an Angela Merkel verfasst. Eine Unterschrift stammt aus Schwerte.

In einem offenen Brief appellieren die beiden Kultursekretariate in NRW mit ihren 100 Mitgliedsstädten und -gemeinden an Bundeskanzlerin Angela Merkel, die durch den Lockdown gefährdete Kulturlandschaft nachhaltig zu schützen. Mit sieben Denkanstößen fordern sie darin zum Dialog auf.

Auch Matthias Hein, der stellvertretende Vorstand des Kultur- und Weiterbildungsbetriebes der Stadt Schwerte (KuWeBe), unterstützt die Initiative der beiden NRW-Kultursekretariate.

Nicht systemrelevant, aber systemunterstützend

Er sagt: „Kultur mag zwar vielleicht nicht unbedingt systemrelevant sein, sie ist aber auf jeden Fall systemunterstützend. Insofern sehen wir in dem offenen Brief ein wichtiges Zeichen, wenn es darum geht, die Kulturlandschaft zu sichern.“

Der Kulturbereich werde von den pandemiebedingten Einschränkungen besonders schwer erschüttert. „Die Zukunft vieler Kulturschaffender ist in Folge des hier geltenden kompletten Lockdowns mehr als unsicher, ihre Existenzen sind bedroht“, sagt Matthias Hein.

Kulturlandschaft nachhaltig unterstützen

Deshalb haben sich das Kultursekretariat NRW Gütersloh und das NRW Kultursekretariat Wuppertal als Institutionen der kommunalen Kulturförderung und Kulturpolitik an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt.

In ihrem Brief formulieren sie sieben Denkanstöße, um die durch den Lockdown gefährdete Kulturlandschaft in Deutschland mit vereinten Kräften nachhaltig zu schützen und langfristig zu erhalten:

  • Die bestehende kulturelle Infrastruktur muss mit vereinten Kräften erhalten bleiben. Sie darf nicht den künftigen Sparzwängen zum Opfer fallen!
  • Bund, Länder und Kommunen müssen in engem Schulterschluss einen nachhaltigen Rettungsschirm über die Kultur spannen, der eine Fortsetzung der 2020 etablierten Hilfsmaßnahmen über die kommenden fünf Jahre (mindestens) für den Erhalt der kulturellen Infrastruktur gewährleistet. Es bedarf abgesicherter Unterstützungsmaßnahmen.
  • Bund und Länder müssen die Kommunen in ihrer Verantwortung, die kulturelle Daseinsvorsorge zu erhalten, maßgeblich flankieren, unterstützen und bestärken.
  • Es bedarf auf übergeordneter Ebene differenzierter Vorgehensweisen bei der Wiedereröffnung von Kultureinrichtungen.
  • Das große Potenzial der Kultur für die Innenstadtentwicklung muss in den kommenden Jahren stärker entfaltet werden.
  • Neue sparten- und ressortübergreifende Kulturformate müssen gefördert werden, die eine breite Beteiligung ermöglichen.
  • Außerschulische Bildungsangebote in Kultureinrichtungen müssen gestärkt und entsprechende Kooperationen mit Schulträgern verlässlich ausgebaut werden.

Matthias Hein betont die Dringlichkeit des Themas: „Es bleibt zu hoffen, dass die Initiative auch in Berlin Gehör findet.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann

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