Einkaufen ohne Ein- und Zwei-Cent-Stücke: Das sagen die Schwerter Händler

mlzHändler in Schwerte

Die EU-Kommission plant, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen abzuschaffen. Wir haben bei Kunden und Händlern in Schwerte nachgefragt, was sie von dem Vorstoß der EU halten.

Schwerte

, 31.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie sind zwar klein, machen den Geldbeutel meist aber sehr schwer: Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Was wäre, wenn es sie bald nicht mehr gibt? Die EU-Kommission macht einen Vorstoß zur Abschaffung des Klimpergelds.

Krumme Preise wie 1,99 Euro oder 2,49 Euro sieht man im Supermarkt überall. Wenn es nach der Europäischen Union geht, könnte das bald der Vergangenheit angehören. Sie will die Auswirkungen einer Abschaffung prüfen.

Die Menschen in Schwerte sind sich bei dem Thema weitestgehend einig.

Schwerter Händler befürworten die Abschaffung

Eine Abschaffung der kleinen Cent-Münzen würden alle von uns befragten Händler in Schwerte begrüßen. In manchen Geschäften sind die Preise bereits so gestaltet, dass sie auf 0 oder 5 enden. So schaffen es die Mini-Münzen zumindest selten als Rückgeld ins Portemonnaie.

Im Schwerter Kiosk verzichtet Khan Mamun ebenfalls auf krumme Preise. Er hat festgestellt: „Die Kunden wollen das Rückgeld nicht. Ich muss das dann immer sammeln und zur Bank bringen.“ Das würde Mamun zusätzlich Geld kosten, denn für die Einzahlung fallen dann Gebühren bei der Bank an. Tatsächlich liegt neben seiner Kasse bereits am Morgen ein kleiner Haufen Kupfermünzen, die Kunden nicht haben wollten.

Nicht nur im Schwerter Kiosk kommen viele Kupfermünzen zusammen.

Nicht nur im Schwerter Kiosk kommen viele Kupfermünzen zusammen. © Dennis Görlich

Im Lotto-Shop von Klaus Schauerte ist es ähnlich: „Das Geld landet bei uns im Sparschwein und so sammeln wir das Zeug kiloweise.“ Schauerte bekommt auch Rückmeldung von der Kundschaft. „Viele Kunden sagen mir, man soll die Münzen abschaffen. Die Holländer haben das ja schon seit Jahren“. Dort werden die Endbeträge bei Barzahlung bis zwei Cent abgerundet und ab drei Cent aufgerundet – gleiches gilt für Beträge bis sieben Cent und ab acht Cent. Ein- und Zwei-Cent-Münzen sind bei den Niederländern mittlerweile eine Rarität.

Schauerte hätte kein Problem damit, seine Preise entsprechend zu runden. Ein Dorn im Auge ist ihm die Preisgestaltung der Zeitschriftenverlage: „Ich hoffe, dass die Zeitschriftenpreise dann angepasst werden, weil die haben ja diese krummen Summen.“

Probleme mit den Kassen

Angela Sträter von der Fleischerei Lewe würde eine Abschaffung der kleinen Münzen ebenfalls begrüßen. „Von mir aus sollen die das abschaffen, das gibt es in anderen Ländern ja auch.“ Erst im Dezember wurde eine Rundungsregelung in Belgien eingeführt.

Sträter sieht dabei jedoch ein entscheidendes Problem: Das Runden der Beträge sei mit den Kassen der Fleischerei überhaupt nicht möglich. „Wir haben keine Auf- und Abrund-Taste. Und dann kommt das Finanzamt und fragt 'Wie oft habt ihr aufgerundet, wie oft habt ihr abgerundet?'“, vermutet Sträter. Sie befürchtet, dass letztlich ein neues Warensystem angeschafft werden müsste.

Eine Preisanpassung wurde das Problem in einer Fleischerei auch nicht lösen, da die Waren ja nicht auf den Gramm genau abgewogen werden können und so ohnehin wieder krumme Preise entstehen. Bis zur Abschaffung der kleinen Münzen sieht Sträter also noch viel Klärungsbedarf.

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Eine ältere Kundin der Metzgerei hätte bei einer Abschaffung der Cent-Münzen dagegen keine Vorbehalte. Das Portemonnaie sei dadurch eh zu voll. Sie glaubt aber auch, dass es zu höheren Preisen kommen kann: „Im Grunde genommen werden die Geschäfte das so machen, dass es zu ihren Gunsten ist. Aber auch das werde ich überleben“, ist sie überzeugt.

Wenn es nach den Schwertern geht, könnte also auch hier bald das kleine Kupfergeld abschafft werden. Wer seinen Einkauf aufrunden möchte, kann das übrigens schon jetzt bei Kaufland und Netto in Schwerte tun. Der aufgerundete Betrag wird an Projekte gegen Kinderarmut gespendet. Auch ein Projekt in Schwerte profitiert davon, dass man die unbeliebten kleinen Münzen im Laden lässt.

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